Nach einer Jura S 95 und einer ECM Technika II habe ich jetzt meine „Traummaschine“ gefunden! Eine neue Rancilio S 26 seit 12.09.2003, incl. Wasserfilter Rancilio DP 2 für € 1620,-
Aeusserlichkeiten:
Zuerst einmal heisst es Aktion in der Kueche! Ein Festwasseranschluss und ein Ablauf muessen installiert werden, ein Wasserfilter Rancilio DP 2 (Hoehe: 36 cm, Durchmesser: 18 cm) und eine 38 kg schwere Maschine (B x H x T: 38 cm x 46,5 cm x 51,5 cm) wollen „artgerecht“ untergebracht sein. Macht aeusserlich einen sehr robusten, ja fast unverwuestlichen Eindruck. Das Design ist eher nuechtern technisch, die Verarbeitung tadellos, keine scharfen Kanten oder Grate an den Metallteilen (ganz im Gegensatz zur ECM!). Auf Grund des Festwasseranschlusses steht die komplette Oberflaeche als Tassenwaermer zur Verfuegung (keine Oeffnung fuer das Befuellen des Tanks). Dampf- und Heisswasserauslass sind jeweils mit einem Kugelgelenk gelagert und daher in alle Richtungen schwenkbar. Der Heisswasserauslass ist sehr kurz geraten (siehe dazu bei Nachteile).
Innere Werte:
Die S 26 ist als Maschine mit Festwasseranschluss wie die S 27 mit einer leise arbeitenden Rotationspumpe ausgestattet. Der 3,9 Liter fassende Kessel wird mit 1700 Watt beheizt und hat nach ca. 5-7 Minuten Solldruck erreicht (Pressostat schaltet erstes mal ab). Ansonsten sehr solide, viel Messing und Kupfer verbaut, fuer die Ewigkeit konstruiert. Daher warte ich mit dem ersten Espresso auch mindestens eine halbe Stunde, bis dahin ist das viele Messing und Kupfer gut angewaermt. Auch die Tassen auf dem Tassenwaermer sind nach 30 Minuten angenehm temperiert.
Espresso:
Vom Ergebniss her war ich bereits mit meiner ECM sehr zufrieden. Einzig die Crema ist mit der S 26 noch etwas feinporiger und stabiler als mit der ECM. Für mein Empfinden bereiten beide Maschinen einen „perfekten“ Espresso, sofern alle anderen Bedingungen ebenfalls passen (Kaffee, Muehle, Mahlgrad, etc.). Die Anzahl der gewuenschten Espressi ist eigentlich unerheblich, Rancilio gibt eine maximale Leistung von 90 Bezuegen pro Stunde an, also einen Espresso alle 40 Sekunden... Noch Fragen? ;-)
Die Ueberhitzung der Bruehgruppe, die meine ECM (und wohl alle E61-Klone) nach laengerer Nicht-Benutzung zeigte, gibt es hier nicht.
Aufschaeumen:
Laesst sich einfach beschreiben: staubtrocken und endlos! Sind halt knapp 4 Liter im Boiler...
Bisherige Probleme:
Keine
Vorteile:
Fuer mich ohne Zweifel in erster Linie der Festwasseranschluss! Wie oft ist es mir mit der ECM passiert, dass der Timer die Maschine morgens zwar puenktlich eingeschaltet hat, sie sich jedoch auf Grund eines leeren Tanks nicht aufgeheizt hat. Also ohne „Starthilfe“ in die Arbeit... :-(
Ein weiterer Vorteil, den ich so vorab gar nicht gesehen habe: zusaetzlich zum Festwasseranschluss ist auch ein Ablauf vorhanden! Nie mehr Tropfschale ausleeren, nur noch sauber halten, schoen!
Nachteile:
Das Stellrad für den Heisswasserauslass ist direkt ueber dem recht kurzen Auslass angebracht. Bei Heisswasserentnahme entsteht hier sehr viel Dampf, der direkt nach oben zum Stellrad aufsteigt. Hier kann man sich wirklich die Finger verbrennen! Ein laengeres und gewinkeltes Auslassrohr (welches es ermoeglicht, das zu befuellende Gefaess seitlich rechts neben der Maschine zu plazieren), waere hier sicher sinnvoll.
Kommentar/Empfehlung:
Wer eine Zweikreismaschine mit Festwasseranschluss sucht, die hervorragenden Espresso macht, Dampf ohne Ende bereitet, sehr solide aufgebaut und sauber verarbeitet ist, ein „wenig“ ;-) Platz beanspruchen darf, hat hier gefunden was er sucht. Verglichen mit dem in etwa gleichen Preis für die ECM, sind die gut 1600 Euron für eine S 26 sicherlich besser angelegt.
Geändert von Stefan (13.08.2007 um 00:18 Uhr)
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