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Alt 15.09.2008, 12:12
Rollmops Rollmops ist offline
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Beitrag AW: Espressomaschinen - Persönliche Berichte der Boardnutzer

Gastroback 42610 (Design Espresso Pro) & Iberital Challenge



Gekauft im September 2008 bei eBay für 399.- €uro

Die Gastroback 42610 stammt von der australischen Firma BREVILLE, und entspricht der "Breville BES820". In der Schweiz wird dasselbe Modell von SOLIS mit der Bezeichnung "Solis Espresso Master" angeboten.

Zur Iberital-Mühle findet man im Forum bereits genug, und ich kann hier nur alle positiven Aspekte bestätigen - eine Top-Mühle in der Einsteigerklasse.

Hier noch kurz zu meinem Espresso-Hintergrund, weil man ein Review besser einschätzen kann: zuletzt hatte ich die AEG EA-150 mit dem verrufenen Cremasieb im Einsatz. Fast 6 Jahre war ich eigentlich sehr zufrieden damit, nur die prinzipbedingte Verstopfung der Siebe, und die miserable Ersatzteilpolitik der Firma AEG/Electrolux, machten mir zu schaffen. Ich hatte auch einen guten fertig gemahlenen Kaffee gefunden (Leone), und das Ergebnis war trotz der luftkreierten Crema besser, als das meiste was einem in der deutschen Gastronomie so vorgesetzt wird.

Irgendwann war die Maschine am Ende ihrer Lebenszeit, und mangels Ersatzteile (die es jetzt neuerdings übrigens doch direkt über den Hersteller zu beziehen gibt - LINK) musste ich mich neu orientieren.

Da standen für mich erstmal zwei Möglichkeiten zu Wahl: weiter beim Thermoblock bleiben, oder auf Kessel/Boiler umsteigen. Ich bin Fan des Monoblocks, weil die Kiste bei mir schnell einsatzbereit sein soll. Ausserdem schätze ich den geringeren Wartungsaufwand. So hab ich mich für die Gastroback entschieden, in der Hoffnung, damit in die Thermoblock-Oberklasse einzusteigen, anstatt budgetbedingt erstmal in der Kesselunter-/Mittelklasse zu experimentieren. Mal sehen, wie sich das im Lauf der nächsten Zeit entwickelt... bisher hab ich die Entscheidung noch nicht bereut

Äusserlichkeiten:

Über Design lässt sich ja nicht streiten, mir gefällt sie vom Look her aber ausgezeichnet. Und offenbar steh ich damit nicht alleine da, denn die Maschine hat im März 2008 in Hannover den iF-Design Award Gold gewonnen.

Durch den massiven Alu-Druckguss-Körper und dem Gewicht von fast 9 kg wirkt sie nicht nur wertig, sie hält die Temperatur auch gut. Der Siebträger ist derselbe wie bei der AEG, also dieses 3-fach-Bajonett, nur deutlich schwerer (Metallart kann ich nicht sagen / Nachtrag: Laut Gastroback-Hotline kostet der Ersatzsiebträger 58.- excl., könnte sich also durchaus um verchromtes Messing handeln). Auch die Siebe der AEG würden passen, wenn sie nicht ebenso diese Doppelboden-Cremasiebe wären. Aber dazu weiter unten mehr.

Alles in allem wirkt die Gestaltung durchdacht und hochwertig verarbeitet. Keine Graten oder sonstige Ungenauigkeiten bei der Fertigung stören.

Innere Werte:

Das ist wohl eins der grössten Rätsel dieser Maschine: man findet ausser den lapidaren Herstellerangaben, deren Wiederholung ich mir hier spare (man kanns den obigen Links entnehmen), absolut nichts im Netz dazu.

Es ist eine Thermoblock-Maschine, klar. Allerdings sind hier die beiden links und rechts angebrachten Düsen etwas rätselhaft. Die eine ist für Heisswasser, die andere für Dampf, und in der Mitte wäre dann der Brühkopf. Ich hab keine Ahnung wie das hier nun intern geregelt ist, falls jemand mehr Infos dazu hat, bitte mitteilen.

Ungewöhnlich für einen Monoblock fand ich nur den Hinweis im Handbuch, bei der Entkalkung sowohl die Heisswasserdüse als auch den Duschenbereich zu entkalken. Normalerweise hatte ich Thermoblockmaschinen immer ausschliesslich über die Heisswasserdüse entkalkt.



Nachtrag: Habe inzwischen herausgefunden, dass in der Maschine eine Ulka-Pumpe verbaut ist, die wohl derjenigen der "Baby Gaggia" ähnelt. Aber fragt mich bitte nicht, ob das jetzt gut oder schlecht ist. Ausser dass der Brühdruck wegen der Doppelfilter wohl zu hoch eingestellt sein duerfte...

Espresso:

Als erstes musste ich mir natürlich normale Siebe besorgen. Die mitgelieferten Cremasiebe machen zwar auf Anhieb recht trinkbaren Kaffee, ich wollte aber zusammen mit der Iberital-Mühle zum ersten mal eben auch richtigen Espresso hinbekommen.

Hier hab ich mir erstmal 1 Kilo einfachen Barkaffee von Lucafe (orange) besorgt. Den werte ich momentan mit etwas Fausto (Crema, der schmeckt mir alleine nicht) auf.

Mithilfe des integrierten Manometers hatte ich mich dann recht schnell an den optimalen Mahlgradbereich herangetastet. Inzwischen brauche ich das Manometer nicht mehr, aber es ist trotzdem gut zu haben.

Sehr komfortabel ist die Vorbrühfunktion, die für ein leichtes anquellen des Mahlguts sorgt. Ansonsten reagiert die Maschine äusserst empfindlich auf kleinste Änderungen der Kaffeemenge oder des Anpressdrucks. Momentan, also nach 3 Tagen und ca. 25 Espressi, gelingen mir bereits 8 von 10 Shots.

Aufschäumen:

Dazu kann ich leider gar nichts sagen, weil das bei mir noch nie ein Thema war. Bei mir gibts nur Espresso. Will jemand Milchkaffee, muss er selber schauen, woher und wie

Bisherige Probleme:

Ich hab die Maschine jetzt knapp 1 Woche, und hatte bisher keine Probleme damit. Alles funktioniert wie erwartet. Das einzige Problem sind natürlich die mitgelieferten Siebe, und der ungewöhnliche Durchmesser derselben. Die Schieblehre sagt mir zwar 52mm, ein Tamper dieser Grösse hat aber nicht gepasst. So verwende ich bisher noch den mitgelieferten Plastikstopfer, was geht, weil ich eh nicht so fest andrücke.

Kommentar/Empfehlung:

Empfehlen kann ich nur, sich normale Siebe zu besorgen. Hier hat mir auch dieses Forum weiter geholfen. Es gibt eine englische Maschine, die genau diesselbe Siebgrösse und Siebträger hat (3er-Bajonett), aber eben keine doppelbödigen Cremasiebe verwendet. Sie heisst "Morphy Richards 47507" und die wichtigen Ersatzteile bekommt man in Deutschland hier.

Eine andere Möglichkeit wäre auch, einen der zwei Böden mechanisch zu entfernen. Das setzt aber entsprechendes Geschick & Equipment vorraus. Insofern eigentlich schade, dass weder Breville noch Gastroback oder Solis solche Standardsiebe anbieten. Denn das Potential damit umzugehen hat die Maschine eindeutig, im Gegensatz zur AEG.

Ach ja, und hier noch mein Video zum Review:



Man hört hier auch schön die Iberital, bei der man eine Unterhaltung während des Mahlens nicht unterbrechen muss, wie bei den anderen Mühlen der 200-Euro-Klasse.

Geändert von Rollmops (26.10.2008 um 23:32 Uhr)
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