OLYMPIA EXPRESS CREMINA 67
ich liebäugele schon länger mit einer handhebelmaschine, auch wenn meine bisherige erfahrung eher abschreckend war. ich habe vor einigen jahren eine microcimbali ersteigert. aus heutger sicht und mit heutigem wissenstand bin ich nicht sicher, ob die maschine damals irgendeinen defekt hatte (dichtungen im druckzylinder?) - auf jeden fall war der caffe furchtbar, crema gab`s nie & milchaufschäumen war einfach nicht möglich.
jetzt wurde eine gebrauchte olympia express cremina auf ebay versteigert, die ich nicht grade billig ersteigert habe.
und heut kam sie endlich - hier der erste erfahrungsbericht:
- beim auspacken: „ach je, was ein spielzeug...“ - ich bin meine rancilio (S 27) gewohnt.
- aber soweit alles o.k. - gut verpackt, sauber (!), vollständig & funktioniert.
- also das restliche wasser aus dem kessel gelassen & mal gerochen: kein modergeruch oder ähnlich ekliges. wasser rein, anschließen, aufheizen, entlüften: funktioniert alles, aufheizen geht sehr schnell: nach 10 minuten gibt`s den ersten espresso (theoretisch - ich hab erstmal ausgiebig gespült).
- das eintassensieb gefüllt (7 g - viel mehr geht auch nicht rein) und getampert. naja, der normale 58 mm tamper ist deutlich zu groß. aber da gab`s doch irgendwo einen kleinen plastiktamper ? jawoll, da isser...
-filterhalter einspannen, hebel nach oben, ein paar sekunden warten und dann runterdrücken: caffe fängt an rauszutröpfeln / -laufen.
crema ist vorhanden - einmal runterdrucken gibt ziemlich genau die richtige menge espresso (recht knapp - geht in richtung ristretto).
- schmeckt gut. ziemlich vergleichbar (beinahe identisch) mit der rancilio. beachtlich.
- dann den zweiten caffe probiert, den wir grad in der mache haben: schmeckt ebenfalls fast wie an der großen - und auch die unterschiede zwischen den caffes sind deutlich.
- gemahlen habe ich den caffe auf meiner mazzer ohne den mahlgrad zu verändern (im zweifel müßte der caffe ein ganz klein bißchen gröber gemahlen werden).
DAS ÄUSSERE:
- größe: 20 x 27 x 33 (b/t/h)
- gewicht: 10 kg
- front chrom, gehäuse stahlblech, gold/beige beschichtet (das aktuelle modell ist komplett in chrom).
- alter: unbekannt / auf dem typenschild nicht zu ersehen
- dreiloch dampfdüse (fest)
- keine druckanzeige (haben die neuen modelle).
INNERE WERTE:
hatte die maschine noch nicht offen.
aber außer dem kessel (stehend) kann nicht viel drin sein...
der pressostat (ich vermute, daß die regelung über den druck, nicht unmittelbar über die temperatur erfolgt) schaltet sehr schnell (dampfventil auf - heizung an).
ESPRESSO:
- (fast) auf dem niveau der rancilio S 27 - also gut bis sehr gut.
tendenziell etwas stärkere bittertöne, was nicht zwingend negativ auffällt.
zeigt die unterschiede der verwendeten bohnen recht deutlich.
- nach einer halben stunde standzeit sprudelt / spritzt das wasser beim leerbezug sehr stark - ist aber mit ca. 90 grad völlig o.k.
ich würde die maschine ohnehin nicht den ganzen tag anlassen, daher scheint das überhitzen zumindest kein großes thema zu sein.
AUFSCHÄUMEN:
- hängt etwas vom wasserstand im kessel ab - aber recht trockener, ziemlich „heißer“ dampf (ja, klingt etwas paradox). die milch wird relativ schnell heiß, dder dampfdruck ist etwas mager. aber selbst beim ersten versuch gelingt der milchschaum halbwegs.
müßte mit etwas übung ganz gut gehen.
PROBLEME
-bisher keine.
- aber 2 kritische punkte: kesselverschluß nicht gesichert - kann man theoretisch fröhlich aufdrehen, wenn der kessel unter druck steht.
die heizung schaltet bei niedrigwasser nicht ab (gefahr des durchbrennens). möglicherweise ist das bei den neueren modellen ja gelöst ?
VORTEILE:
- klein & gut zu transportieren, heizt schnell auf.
- espressoqualität
- wartungarm (keine pumpe, quasi keine elektrik) - das ist natürlich kein erfahrungswert, sondern rein theoretisch für diese art maschine.
NACHTEILE:
- das zweitassensieb ist ein witz: mit 13 gramm ist es schon sehr voll...
außerdem hat man keine chance, die wassermenge für 2 espressi (hebel zweimal runter) in der vorgeschriebenen zeit zu zapfen (korrekten mahlgrad vorausgesetzt).
- umständliches handling, wenn man mehrere caffes macht: ausschalten, abdampfen, kessel auf, wasser rein, wieder aufheizen.
das spielt aber nur eine rolle, wenn man reihenweise caffe macht & geht relativ schnell.
- dampfhahn ist fest & sehr nah am brühkopf positioniert.
FAZIT:
für den neupreis würde ich die maschine nie kaufen (handarbeit hin oder her).
gebraucht ist es aber eine schöne maschine, die guten espresso macht. für leute mit platzproblemen sicher interessant. und wer mit den nachteilen klar kommt, wird sicher seine freude an dem maschinchen haben.
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VFA Expres Pronta, Mazzer Super Jolly, Spaziale S1 Vivaldi II, Mahlkönig Vario
Geändert von Stefan (13.08.2007 um 00:15 Uhr)
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