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Alt 11.10.2008, 11:09
bohnenschorsch bohnenschorsch ist offline
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Standard AW: Berliner Heimröstertreffen

So,

nachdem nun unser erstes Berliner Heimröstertreffen am Freitag Abend im Kaffeemuseum stattfand, schreibe ich mal – ganz ohne Anspruch auf protokollarische Vollständigkeit oder Ausgewogenheit der Darstellung - ein paar persönliche Zeilen.

Zunächst möchte ich sagen, dass ich mich immer freue, bekannte Boardies wiederzusehen und neue kennenzulernen. Man wird im Bekanntenkreis halt doch eher belächelt für seinen Spleen; im Kaffee-Netz ist man unter Seinesgleichen und damit ein bisschen „zuhause“. Mein erster Eindruck war, dass die kleine Runde von einer sehr spannenden Mischung aus Kompetenz und Neugier lebt – jeder hat so seine Erfahrung und natürlich auch viele Fragen. Auch für die anwesenden „alten Hasen“ war es bestimmt interessant, den Innovationsgeist der „Anfänger“ zu bestaunen.

So uneinheitlich der persönliche Erfahrungshorizont, so verschieden waren natürlich auch die Vorstellungen über zukünftigen Ablauf und Inhalte. Weitgehend einig waren wir uns in der Frage, dass – gewissermaßen als Grundlage zum Rösten – erst einmal der Geruchs- und Geschmackssinn geschult werden könnte. Was genau meinen wir eigentlich, in einer Tasse vorzufinden? Warum schmeckt dieser Kaffee und jener nicht? Ist das jetzt Heidelbeer, Minze oder Zitrone, was hier so „fruchtet“? Was ist "Qualität"? Was ist charakteristisch für "Afrikaner"? Diese Dinge sind für die meisten von uns weitgehend Neuland, und wir nahmen uns vor, künftig hier einen Schwerpunkt zu setzen.

Dann haben wir zwei Espresso-Blends verkostet. Einer vom Kaffeemuseum, der schon vor dem Rösten zum Blend gemischt war und für mich sehr würzig und angenehm rund schmeckte. Wie Danielp ganz richtig urteilte: „Davon könnte ich jetzt noch zehn trinken“. Der zweite Blend kam von mir und ist natürlich auf meine Vorlieben abgestimmt. Nochmal O-Ton Danielp: „ Schmeckt nach Marzipan!“. Wir haben dann beschlossen, dass Kakaobär aus den selben Rohkaffees zum nächsten Treffen einen Blend nach seinen Vorlieben kreiert. So vergleicht man nicht Kraut mit Rüben, sondern bekommt einen Eindruck davon, was aus einer gegebenen Bohnengrundlage durch verschiedene Röstverfahren und Mischungen gezaubert werden kann.

Wir haben also kein festes Programm, was wir beim nächsten Mal genau machen wollen, sondern nur eine grobe Richtung. So bleibt das ganze offen und spannend.
Apropos offen: Ich persönlich würde mich durchaus freuen, wenn auch Röst-Interessierte Nicht-Röster, also eben „normale“ Boardies vorbeischauen. Man nimmt eine Menge sehr interessanter Eindrücke mit, und auch das Kaffeemuseum ist sowieso einen Besuch wert. Ausdrücklichen Dank an dieser Stelle für Stefan, der alles organisiert und die Räumlichkeiten gestellt hat!!!

Was mir am Treffen – neben dem bereits Erwähnten – sehr gut gefallen hat, ist die Informationsfülle und die Offenheit. So reich das Kaffee-Netz an Informationen ist; im Unterforum „Vom Rohkaffee zum Selbströster“ geht es doch sehr beschaulich zu. Und wenn man dann mal einen professionellen Röster in ein Gespräch verwickelt hat, kommt sehr früh der Verweis auf das „Betriebsgeheimnis“. Da tut es gut, mal mit Leuten zusammenzusitzen, die ihr Wissen auch teilen wollen.

Der Vollständigkeit halber hier noch die von mir verwendeten Rohkaffees und ihr Anteil in meinem Blend:

Brasil Yellow Bourbon 75% (gemischt aus 3 verschieden gut gelungenen Röstungen)
Dominikanische Republik Barahona 15%
Brasil Santos 5%
Indien Parchment Robusta 5%

Viele Grüße
Georg
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Damit das gleich klar ist: Dein Espresso ist besser als meiner !
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