AW: Berliner Heimröstertreffen
So,
erst mal Danke Stefan, dass wir mit Deinem Profi-Heißluftröster herumspielen durften! Da ich ja schon vorher ganz konkrete Vorstellungen diesbezüglich hatte, bin ich mit einem leichten Tunnelblick auf das Treffen gekommen. Ich muss selbstkritisch anmerken, dass dieser Tunnelblick einen gewissen Egoismus („her mit dem Röster!“), mit sich brachte, der wohl auch leichte Dissonanzen in Kauf nahm – nächstes Mal bin ich wieder ein bisschen zurückhaltender, versprochen! Ich habe versucht, aus folgender Mischung einen brauchbaren Espresso zu rösten:
55% Brasil Yellow Bourbon
25% Kolumbien Piramide
12% Monsooned Malabar
8% von Stefans Edel-Robusta
Alle 4 Sorten sind zur Zeit im Kaffeemuseum erhältlich, und wurden in vorangegangenen Treffen unter großem Lob einzeln verkostet, daher mein Wunsch, das Heimröstertreffen zum Blenden zu nutzen. Ich habe diese Mischung mit zwei Profilen (eins vorgegeben, eins durch Kakaobär modifiziert) durchlaufen lassen. Die erste Röstung war zu dunkel, die zweite passte optisch (und am Folgetag war auch der Geruch sehr gut), aber der Geschmack war mir zu trocken-würzig; die Kakaosüße des BYB war kaum zu schmecken. Deshalb habe ich denselben Mix nochmal mit zwei altbewährten Profilen bei mir zuhause durch den Hähnchengrill gejagt. Vorläufiges Fazit: Duft absolut perfekt, mehr Schokolade geht nicht. Übrigens keine Bitterschokolade, sondern sahnig-helle Milchschokolade. Auch die Ausgewogenheit der Komposition ist super, keine Ecke stört (wobei es für Kakobär schon wieder zu harmonisch war). Aber der Geschmack könnte für mich immernoch etwas süßer sein. Gibt man den Espresso jedoch in Milchschaum, passt es perfekt: Absolut himmlischer Schoko-Caramel-Geschmack, wirklich ein Cappu wie eine raffinierte Schweizer Süßigkeit. Man glaubt beim Trinken, jemand hätte Kakaopulver über den Cappu gestreut. Also eine dicke Empfehlung meinerseits für alle Schleckermäuler!
Ich werde den Piramide, der ja als Single eine Wucht ist, mal rausnehmen und durch meinen alten Kumpel DomRep Barahona ersetzen. Wahrscheinlich wird es dadurch wieder süßer – aber auch weniger Capputauglich. Wenn sich die Ergebnisse als konstant herausstellen, werde ich versuchen, zum nächsten Treffen die beiden Mischungen mit/ohne Piramide/Barahona zum Verkosten rumzubringen.
Nach mir hat noch Kakaobär den Röster geritten. Letzten Endes kann man aber seine Heimröstererfahrungen nicht eins zu eins auf dieses Profiteil übertragen, so dass es unausweichlich gute Bohnen kostet, wenn man sich daran versucht. Insofern war das Treffen sehr lehrreich, aber auch ein wenig schmerzhaft …
Vielen Dank und bis zum nächsten Mal!
Georg
__________________
Damit das gleich klar ist: Dein Espresso ist besser als meiner !
|