Heute Nachmittag in Potsdam: Martella bei den Espressonisten
Patrick Großmann hat heute Nachmittag zu einer Präsentation der Caffe-Sorten der römischen Rösterei Martella bei den Espressonisten in Potsdam geladen - die Caffes wurden durch die Gebrüder Martella persönlich vorgestellt. Caffe war gut - gelungene Veranstaltung, Dank an Patrick für seine Mühe und die Einladung zu dem Ereignis. Schöner Event!
Kernstück der Veranstaltung war ein Vortrag, der in die Grundzüge der gehobenen Kunst der Baristatechnik einführte. Da die Gebrüder Martella kein Deutsch sprechen, wurde der Vortrag von Publi Leggi gehalten, der offensichtlich einige Jahre in Deutschland für Martella gearbeitet hat. Und zwei bemerkenswerte Aussagen von Publi sind mir besonders in Erinnerung geblieben:
1. "Es ist in Italien bekannt, dass die Deutschen inzwischen besseren Espresso machen als die Italiener!"
Natürlich habe ich da nachgehakt. Und bei dem nachfolgenden Gespräch hat Publi seine Aussage noch einmal bekräftigt und auch erklärt, woran das seiner Meinung nach liegt. Der Grund sei, dass die Italiener im Wesentlichen überlieferten Traditionen folgen, ohne darüber nachzudenken, warum. Und je nach Informations- und Bildungsstand sind diese Traditionen mehr oder weniger korrekt, bzw. präzise (meine freie Übertragung). Die Deutschen dagegen seien dafür bekannt, dass sie den Dingen auf den Grund gingen und nachforschen, welche Technik was bewirkt. Und das mache den Unterschied: Wir Deutschen wissen, wann wir was machen, bzw. welche Technik wir anwenden, damit der Espresso gut wird. M.a.W. der Kenntnisstand ist bei uns höher (wiederum meine freie Übertragung).
2. "Gutes Tampern ist wichtig - da, wo in Italien nicht getampert wird, schmeckt der Caffe besch....eiden! Es muss dann zu fein gemahlen werden - dadurch keine gute Crema, keine vernünftige Extraktion und der Bezug neigt zum Channeling, wenn nicht oder kaum getampert wird!"
Genau meine ständige Rede! Mir war nämlich aufgefallen, wie sorgfältig Publi bei seiner Demonstration getampert hat, und ich habe deshalb ganz gezielt nachgefragt, ob das in Italien auch so gemacht würde, oder ob das Gerücht (das ich nie geglaubt habe und das hier im Forum immer wieder fälschlicher Weise verbreitet wird) reiner Schwachsinn sei. Und das oben war seine Antwort. Soviel dazu.
P.S. Muss noch kurz anfügen, dass die Veranstaltung erstaunlich gut besucht war. Das Interesse an gutem Espresso scheint also in der letzten Zeit deutlich zugenommen zu haben!
Geändert von Vincent Kluwe-Yorck (08.06.2010 um 08:12 Uhr)
Diagnose: Gigantomechania extremensis . . . Symptomatik: Junior S ist zu wenig - eine ausgewachsene Senior XXL musses sein!
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