Ergebnis 1 bis 7 von 7
  1. #1
    Miles ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard Wie fair sind die Großen?

    Hallo zusammen,

    beim Studieren des Kaffee-Netz liest man sehr häufig, dass die User aus geschmacklichen Gründen auf kleine Röster aus der Umgebung zurückgreifen. Neben dem Geschmack kommt ja häufig noch das gute Argument "Direktimport zu fairen Preisen" hinzu - mitunter soll diese Variante ja noch fairer sein, als Fairtrade-Siegel zertifizierte Kaffees. Den größten Teil auf dem Kaffee-Markt machen aber immer noch die Großen (illy, Segafredo, Lavazza etc.) aus. Wir fair handeln die - weiß da jemand genaueres? Kann man da pauschal sagen, dass die die Kaffeebauern schlechter bezahlen, als ein kleiner Direktimporteur?

    Grüße
    Miles
    ::: Isomac Venus ::: 2 x Isomac Macinino Prof. Inox :::

  2. #2
    Stefan ist offline Moderator
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    Standard AW: Wie fair sind die Großen?

    Man kann - ausser bei denjenigen die Kaffee anbieten mit dem Fairtrade-Siegel.
    Grossröster haben ja das 'Problem', über Jahre immer möglichst denselben kaffee anbieten zu wollen. Das bringt natürlich mit sich, dass man regelmäsig bestimmte - aber vor allem hohe Abnahmemengen hat und das kann der Röster durchaus als Druckmittel für die Preisverhandlungen einsetzen.

    Gruss
    Stefan

  3. #3
    gunnar0815 ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Wie fair sind die Großen?

    Qualität der rohen Kaffeebohne hat nicht unbedingt was mit Fairtrade-Siegel zu tun. Deine angegebenen großen Röster rösten weit unterhalb von 15 Min. was auf die Qualität zu Gunsten des Preises geht. Kleinere Röster geben sich oft die Mühe auch kleinere ausgefallenen Kaffeeanbaugebiete zu höheren Preisen zu Rösten. Dehmentsprechen die Qualität dort auch oft besser.
    Das Fairtrade-Siegel ist nur für dein gutes Gefühl da. Fand die Qualität dieses Kaffees sogar oft schlechter
    Gunnar
    Carimali UNO E+ Preinfusions über Magnetventil + Mühlen= Elektra Nino + Mazzer Stark
    Büro: Nuova Simonelli MAC, Mühle Isomac Macinacaffe Stufenlos
    Röster:Genecafe CBR101+ Dimmer(Showtec Single MKII)
    Links:Sammlung technischer Daten aller Mühlen - Bezug aufteilen sollte jeder mal machen
    Preinfusion für Tank Maschinen
    Rossi RR 45 auf 80 Mahlkranz umbauen

  4. #4
    Arni ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Wie fair sind die Großen?

    Das Fai-Traid Siegel bezieht sich auf den Rohkaffee. Die Kaffeebauern z. B. in Guatemala bekommen für ihren Kaffee einen Preis, von dem sie leben können und bieten dafür auch eine entsprechende Qualität, z. B. wenig oder keine giftigen Chemikalien verwenden.
    Müssen sie den Rohkaffee an Großhändler verkaufen, bekommen sie oft einen Preis, der unterhalb der Herstellungskosten liegt, je nach Marktlage.
    Großröster werden in der Regel nicht solchen fair gehandelten Kaffee kaufen. Kleinere Röster bieten solchen oft unter anderem an.

  5. #5
    Torre ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Wie fair sind die Großen?

    Mal etwas provokant formuliert:

    Wie viele Kaffeepflanzer gäbe es, wenn es nicht die Großröster gäbe?

    Das Problem liegt eher in den Produktionskosten, die sehr unterschiedlich sind (etwa zwischen 25 US Cent bis 140 US Cent je Quintal Cherries (45,4 kg).

    Und außerdem, Fair Trade macht ein tolles Marketing, wenn man bedenkt, dass der Marktanteil irgendwo bei 8 Promille liegt. (FLO International: Coffee)

  6. #6
    Walter_ ist offline Moderator
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    3.639

    Standard AW: Wie fair sind die Großen?

    Ich halte nicht besonders viel von FLO zertifiziertem Fairtrade.

    • Die Preise sind für die Erzeuger immer noch zu niedrig um gut davon leben zu können - auch wenn es ab 2008 neue Standards gibt. Direct- bzw. Relationship-Trade bringt den Farmern meist Erträge die deutlich über dem FT-Preis liegen, bei wirklich höchstwertigen Kaffees (z.B. Cup of Excellence) sind die Erträge der Farmer oft ein Vielfaches des FT-Preises...
    • Das Zertifizierungsverfahren ist für viele kleine Farmen/Kooperativen zu aufwändig und teuer.
    • Es gibt keinen unmittelbaren Bezug zur Qualität des Kaffees, im Gegenteil FT zertifizierte Kaffees sind oft nur von mittelmäßiger Qualität. Es ist ja nur zu verständlich, wenn Kaffeebauern jenen Teil ihrer Ernte, den sie zu höheren Preisen als Speciality Coffee auf dem freien Markt verkaufen können das auch tun und jenen Teil den sie nicht anders verkaufen können zum garantierten FT Mindestpreis abliefern.


    Eine Studie des Mercatus Center der George Mason University: Does Fair Trade Coffee Help the Poor? (am Beispiel Guatemala und Costa Rica) kommt zu dem Schluß:

    In the long run, however, Fair Trade represents, at best, a Band-Aid solution to the problems a deficient institutional structure creates in coffee-producing countries. Reforming the institutional framework to foster entrepreneurship and trade can better address the main problems Fair Trade attempts to resolve, such as low pay for the poorest segment of the population and the erratic business cycle.
    Das Schlußdokument der Studie kann man als PDF-Datei herunterladen, das Ganze hat 39 Seiten und ist hochinteressant. Daß die FLO mit derartigen Studien keine Freude hat ist auch nicht weiter verwunderlich.

    FLO zertifiziertes FT ist meines Erachtens ein nur bedingt tauglicher Versuch die Problematik der zu geringen Erzeugerpreise in den Griff zu bekommen. Außerdem wird beim Konsumenten ein schlechtes Gewissen erzeugt und gleichzeitig "Ablaßhandel" betrieben. Und - zu guter Letzt - landet letztlich ja nur ein geringer Teil der Mehrerträge aus FT-Produkten tatsächlich beim Erzeuger, der größere Teil des Geldes landet in anderen Taschen...
    Geändert von Walter_ (12.03.2008 um 12:25 Uhr) Grund: Ordokrafie
    fa' zoccu hai di fari e li fatti d'àutru nun guardari....

  7. #7
    lukask ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Wie fair sind die Großen?

    Danke Walter, besser kann man es glaub ich nicht sagen. Ich zumindest nicht

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