Hallo!
Ich habe den Bericht zum Italian Blend ergänzt. Siehe unten..
Nachdem sich meine Kaffeediaspora in Spanien dank Original Andalusian (er betreibt unter Spanischer Kaffee online einen Webshop in dem man verschiedene Röstungen von Café Castel erwerben kann. Der Service ist sehr nett und sehr schnell) in ein Kaffeeparadies verwandelt hat, möchte ich gerne meine Trinkerfahrungen mit Bohnen des spanischen Rösters Café Castel aus Malaga schildern. Es gibt schon Berichte dazu, aber da diese mehrere Monate alt sind, habe ich mich entschieden einen eigenen Thread aufzumachen.
Ich muss voranstellen, dass ich im Verkosten von Espresso leider nicht geübt bin und noch dazu zum Cappuccino trinken neige. Ich habe mich bemüht hier einen kleinen Bericht zusammenzustellen, damit ihr euch einen Eindruck verschaffen könnt.
Kurz zur Vorgeschichte: ich wohne seit 4 Monaten in Spanien und war in Valencia auf der Suche nach guten Kaffeebohnen. Wenn euch in Deutschland die Supermarkt Kaffeebohnen nicht schmecken, probiert mal irgendwas aus dem Cort Inglés und stellt fest, was es heißt einen Steinkohleaufguss mit herrlich teerigem Aroma zu trinken. Ich mag rauchigen Whisky beispielsweise, aber die Bohnen waren gelinde gesagt schlecht. In den Cafés fand ich keine Abhilfe. Ich weiß nicht, ob es eine spanische Kaffeekultur gibt bei der man Espressomaschinen verwendet, um etwas zu produzieren, das keinerlei Crema hat oder ob mein Gaumen und ich zu dumm sind, das zu schätzen zu wissen. Auch ein mit 4,50€ für Spanien unglaublich teuerer (nicht so teuer wie 6€ für ein Mahou) Cappuccino im 5 Sterne Hotel am Strand brachte keine Abhilfe, den hatte man – immerhin eine geschmackliche Abwechslung – richtig sauer hinbekommen anstatt eklig bitter.
Dann kam das Angebot Cafe Castel zu probieren und alles wurde wieder gut. Ich habe den Gourmet Tueste Natural und Italian Blend "verkostet":
Cafe Castel Gourmet Tueste Natural:
Es handelt sich um eine 70/30 Mischung Arabica/Robusta. Das Röstdatum ist auf der Packung vermerkt, bei mir war die Röstung ca. 3 Wochen her.
Die Röstung war noch etwas dunkler als auf dem Foto, Bohnenbruch gab es überhaupt nicht.
Der Mahlgrad ließ sich leicht finden, mit meiner Silvia und der i-Mini gab es bis auf Klümpchenbildung, die wohl eher i-Mini als die Bohnen zu verantworten hat, keine Probleme. Wie auf den Fotos zu sehen konnte man richtige „Guinnes“-Shots machen und hatte dementsprechend quasi ewig Zeit Latte Art Bäumchen zu gießen.
Cappuccino: Zusammen mit der Milch (ich habe beim Schmecken immer das Gefühl als würde die Milch andere Geschmacksnuancen zur Geltung bringen und nicht einfach nur den Geschmack des Espresso unsichtbar machen. Kruder Vergleich: wie bei einem guten scharfen Curry durch Milch trinken die Schärfe zurück genommen wird und ganz neue Geschmacksdimensionen sichtbar werden) ergab sich ein angenehm milder auf eine sehr positive Weise zurückhaltender Cappuccino. Milch und Espresso haben sich zu einem ziemlich raffinierten Geschmack verbunden, in dem wenig Säure und eine sehr angenehme Süsse sich mit der durchaus noch schmeckbaren Milch (3,6% Fett, Central Lechera Asturiana, weiße Flasche, Roter Deckel im Mercadona) toll ergänzt haben. Der Abgang war gut, manchmal glaubte ich hier eine echte Überraschungen geschmeckt zu haben: meine Schweizer Lieblings-Vollmilchschokolade mit Pistazien, nein das ist kein Witz! Die Balance war für mich damit logischerweise sehr gut.
Cortado/Macchiato: Mit weniger Milch verschob sich das gerade beschriebene Bild stärker in Richtung Espressos. Bei guten Shots wurde ich an Karamel oder vielleicht auch ein kleines bisschen Marzipan erinnert. Der Geschmack hat hier deutlich an Körper gewonnen. Die Balance fand ich perfekt.
Espresso: Hier wird es wie gesagt ohne Übung etwas schwieriger. Die vorhandene Säure war hier zu schmecken und hat die süßen Noten etwas aufgewogen, der Abgang war manchmal etwas metallisch. Es kam nicht mehr viel Volumen dazu. Die Balance hätte für mich etwas besser sein können, aber das kann auch an mir liegen.
Ich habe viele Freunde mit meinem Cappuccinos und Cortados sehr glücklich machen können. Wirklich alle mochten den Cappuccino, sogar ein spanischer Freund, der wegen der immensen Bitterkeit der cafés, die auch mit leche nicht mehr zu retten sind, normalerweise keinen Kaffee trinkt, war begeistert.
Wenn ihr noch Tipps habt, wo ich vielleicht Geschmacksbeschreibungen verwendet habe, die sich widersprechen oder von der Wortbedeutung her nicht passen, oder wie man Geschmack noch besser beschreiben kann, bin ich für jeden Hinweis dankbar.
Den Bericht zu den Italian Blend Bohnen verfasse ich in den nächsten Tagen. Ich werde mich dieses Jahr vermutlich durch alles was Castel zu bieten hat durchprobieren und euch Stück für Stück auf dem Laufenden halten.
Viele Grüße
octa
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