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  1. #1
    neon ist offline Benutzer
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    Standard Starbucks, Jacobs und Co.

    Hallo,

    ich hab hieri m Forum schon des öfteren gelesen, dass es leicht Abneigungen gegen Bohnen aus Massenfertigung gibt. Oftmals wird dies mit schlechter Qualität begründet, aber ich verstehe das nicht so ganz.

    Man sieht doch oft, dass die Unternehmen viel Forschung in ihre Produkte stecken. Ich kann es mir daher nicht vorstellen, dass Starbucks, Jacobs und Co die Bohnen falsch rösten. Die haben doch grad die Mittel dazu neue sachen auszuprobieren und die perfekte Röstung zu erlangen.

    Liegt es vielleicht an schlechten Bohnen, oder an der frische? Das wären die einzigen Gründe die mir einfallen.

    Gut, ich beziehe meine Bohnen auch von Privatrösterein. Jedoch würde ich gern mein verhalten mit guten Argumenten stützen Wenn mich jemand fragt, wieso ich so teuren Kaffee kaufe, möchte ich ihm auch gern eine vernünftige Antwort liefern.

    Meine Freundin hat mir beispielweiße zu Weihnachten eine Spezialmischung von Starbucks gekauft. Ich hab die heute probiert und bin eigentlich sehr zufrieden. Im Gegensatz zum örtlichen Röster sind die Bohnen dunkler geröstet und öliger. Ich würde auch glatt behaupten, dass der Starbucks besser schmeckt. Ich werde es persöhnlich besser vergleichen können, wenn ich paar Bohnen von Fausto erhalte. Aber schlecht fand ich es bis jetzt nicht.

    Wieso werden also Massenbohnen verteufelt? Keine Liebe sondern Massenfertigung/Kommerz?

    Gruß,
    neon

  2. #2
    manne ist offline Neuer Benutzer
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    Standard AW: Starbucks, Jacobs und Co.

    Oft wird nicht nach einem besseren Geschmack "geforscht" sondern nach "wie möglichst viel Geschmack mit möglichst niedrigen Kosten rausholen".

    Manchmal klappt das auch ganz gut, manchmal weniger. Ein kleiner Röster allerdings (die meißten zumindest) versucht immer das beste aus der Bohne rauszuholen, auch wenn die "Röstkosten" dann deutlich höher sind. Es steckt eben meißt Liebe und Idealismus im Eergebniss.

    Ich würde es so zusammen fassen: Starbucks, Jacobs und co. überleben durch annehmbare Qualität zu annehmbaren Preis (wobei das bei Starbucks nochmal etwas anderst ist) meißt für den Massenmarkt. Kleine Röster wie Fausto, Hagen oder Pauli Michels (um mal einen meiner Favorieten zu nennen) leben von Spitzenqualität zu etwas höherem Preis.

    Dazu kommen noch Idealistische Gründe wie fairere Preise und Bedingungen für die Anbauer die vielen kleineren Röstereien sehr wichtig sind (und das mir jetzt keiner mit Starbucks angeblichen fairen Preisen kommt).

  3. #3
    Der Hering ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Starbucks, Jacobs und Co.

    Hallo Ihr zwei,

    würde gerne noch etwas hinzufügen: Es ist wie immer bei einem Großanbieter und einem Spezialanbieter: Der eine produziert für den Massengeschmack, der andere für den etwas differenzierteren Geschmack.

    Als ich mit meiner Gaggia CC angefangen habe, fand ich den Lavazza Rosso für ein paar Tage auch besser als den Kaffee vom hiesigen Kleinröster. Dann habe ich beide im Wechsel eine Weile getrunken und festgestellt, dass es bei dem Lavazza nichts zu entdecken gab. Schmeckte halt wie ein guter Espresso an der Lavazza-Station einer Autobahnraststätte. Aber beim Kleinröster schmeckte ich Unterschiede je nach Zubereitung, Mahlgrad, etc. Plötzlich kamen so Dinge wie "nussig, dunkle Schokolade, etc." durch. Die einfache Vorstellung davon wie ein Espresso zu schmecken hat verschwand und der Genuss begann. Dann erst beginnt die Entdeckungsreise, denke ich.

    Gute Reise und guten Rutsch.

    Grüße
    Tobias.

  4. #4
    Sanug ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Starbucks, Jacobs und Co.

    Ich habe hier gelesen, dass Industriekaffee vielfach bei 400°C in nur zwei Minuten geröstet wird, weil das billiger ist als eine klassische 10-Minuten-Röstung bei 200°C. Bei Kaffee herrscht ja ein gnadenloser Preiswettbewerb. Folge: Weniger Aroma und schlechtere Bekömmlichkeit.

    Einige wenige Supermarktkaffee-Hersteller werben deshalb sogar mit "traditioneller langsamer Trommelröstung" , das habe ich gesehen bei Poccino und Cellini.
    Bezzera BZ02 + Graef CM80 + Behmor 1600

  5. #5
    ComKaff ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Starbucks, Jacobs und Co.

    ich stimme manne zu.

    Denn es ist ein Unterschied, ob 70 Cent oder 3,50 für ein Kilo Rohkaffee bezahlt werden, ob Dollar oder Euro lasse ich mal dahingestellt.

    Die Art der Röstung spielt auch eine Rolle. Kurzröstung mit erheblich höheren Temperaturen.

    Wie schon gesagt, ein günstiger Preis für den Mainstream. Das ist die Devise in diesem Markt.

    Starbucks hat vermutlich das Problem, daß der Kaffee teurer ist als bei McC aber nicht wirklich mit den Spezialitätenröstern mithalten kann - eben ein Massenprodukt für den Massenmarkt.

    P/S zu diesem Thema läßt sich bestimmt einiges in diesem Forum finden.

    Ich mache gerne folgende Rechnung auf: 500 gr. Beste weiss ich nicht für 3,50 EUR x 2 ergibt einen Kilopreis von 7 EUR. Gewichtsverlust beim Rösten: 20%, 2,19 EUR Röststeuer ab, 7% Mwst. (incl. Röststeurer) ab.

    7 Euro ./. 1,2 = 5,34 EUR abz. 2,19 EUR = 3,15 EUR abz. 7% von 5,34 EUR = 2,80 EUR abzüglich Rohkaffeepreis, Lieferkosten, Marge und was sonst noch so an Investitionen abgehen.

    Was bekommen eigentlich noch die Kaffeepflanzer? Vietnam und Brasilien können kostendeckend produzieren, weil hohe Maschinisierung aber was ist mit dem Kirsche für Kirsche gepfückten Hochlandkaffees an steilen Hängen?

    Grüsse, Stefan
    in der Mühle: Berliner Bohne Hauptstadtespresso Medium Roast
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    zuh.:
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    zuhause: Mahlkönig W401
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  6. #6
    Tantris ist offline Benutzer
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    Standard AW: Starbucks, Jacobs und Co.

    Für mich ists die Herkunft der Bohnen, was damit im Vorfeld gemacht wird
    (CoffeeGeek - So You Say There's a Coffee Crisis) und dass ich Fast-Monopole irgendwie uncool finde
    Das meiste aus dem Artikel wird wohl nur für Pad-Ware gültig sein (Flavors um wieder irgendeinen Geschmack reinzubringen), aber ich frage mich gerade, ob es bei (ganzen) Bohnen nicht auch möglich wäre (und ob man es dann als Zutat angeben müsste - evtl. gibts ja nen Coffee-Flavor? )

  7. #7
    moviemaniac ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Starbucks, Jacobs und Co.

    Ich würde Großrösterei versus Kleinbetrieb mal mit ein paar Fragen charakterisieren:

    1.) Massenplantage mit höchstem Ertrag oder auf Geschmack abgestimmte Spitzensorten von Kleinbauern?
    2.) Wird alles in den Röster geworfen, was ich bekommen kann um den Preis niedrig zu halten oder röste ich nur 1a Bohnen?
    3.) Schnellste industrielle Röstung oder Kleinröstrei mit viel Wissen und Hingabe?
    4.) Bohnenmischung für den Massengeschmack oder harmonische Blends oder gar Reinsorten mit all ihren geschmacklichen Eigenheiten?
    5.) Ausbeutung der Arbeitskräfte auf den Plantagen bis zum Hungertod oder sozial und ökologisch verträglicher Bohneneinkauf?
    6.) Ausbeutung der Arbeitskräfte in der Rösterei mit Dumpinglöhnen oder besser verdienendes, über Wissen und Hinhabe verfügendes Spezialpersonal?
    7.) Profitgier und Steigerung des Betriebsergebnisses für die Aktionäre versus Hingabe zum Produkt?
    8.) Grässlich bis akzeptabel schmeckendes Konsumprodukt aus Gewohnheit oder Hochgenuss?
    Grüße aus OberÖsterreich, Klaus

    Maschinen: Ibrik, FP, Handfilter, Krups Novo 2100 (derzeit stillgelegt), Miss Silvia
    Mühlen: Zassenhaus Santiago, Iberital Challenge
    Derzeit in den Mühlen: Walter - Monsooned Malabar

  8. #8
    Ernie ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Starbucks, Jacobs und Co.

    Zitat Zitat von neon Beitrag anzeigen
    Man sieht doch oft, dass die Unternehmen viel Forschung in ihre Produkte stecken. Ich kann es mir daher nicht vorstellen, dass Starbucks, Jacobs und Co die Bohnen falsch rösten. Die haben doch grad die Mittel dazu neue sachen auszuprobieren und die perfekte Röstung zu erlangen.
    Ah ja? Wo siehst du das denn mit der Forschung? Schon mal von PR und Werbung gehört? Zum Beispiel stehen das tolle Siegel von der "Rainforest Alliance" oder auch das "Fairtrade"-Siegel nicht zwangsläufig für gute Bohnenqualität und fair gehandelten Kaffee, schon gar nicht für handwerklich gut geröstete Bohnen.
    Wie ComKaff schon ganz richtig vorgerechnet hat, kaufen Tchibo und Co billigst ein. Da ist es mit der Qualität nicht weit her. Die Forschung geht wie manne schon geschrieben hat, wahrscheinlich eher dahin, aus dem Mist noch was rauszuholen, was man trinken kann.

    Zitat Zitat von neon Beitrag anzeigen
    Im Gegensatz zum örtlichen Röster sind die Bohnen dunkler geröstet und öliger. Ich würde auch glatt behaupten, dass der Starbucks besser schmeckt.
    Übrigens: Es muss ja nicht unbedingt sein, dass dein "örtlicher Röster" beste Qualität produziert. Auch mit tollem Equipment und tollem Rohmaterial (falls es denn so ist) kann man nicht so leckere Sachen hinkriegen.

    Zitat Zitat von Sanug Beitrag anzeigen
    Ich habe hier gelesen, dass Industriekaffee vielfach bei 400°C in nur zwei Minuten geröstet wird, weil das billiger ist als eine klassische 10-Minuten-Röstung bei 200°C.
    Auf jeden Fall. Und so eine handwerkliche Röstung dauert meist mehr als 20 Minuten. Wie teuer DAS erst ist . Es lohnt sich aber, da durch solches Rösten Schadstoffe abgebaut werden und das Aroma sich perfekt entwickeln kann. Ich kenne viele Leute, die gemeint haben, sie würden keinen Kaffee vertragen ("Nicht mal 'die feine Milde' von Jacobs...") und dann mit Qualitätskaffee plötzlich kein Problem mehr hatten...("..und besser schmecken tut er auch!").

    Zitat Zitat von ComKaff Beitrag anzeigen
    Vietnam und Brasilien können kostendeckend produzieren
    Und noch nicht einmal die schaffen es immer - das ist ein schmaler Grat. Wenn der Preis gerade unten ist oder sich deren Währung im Verhältnis zum Dollar ungünstiger entwickelt als die anderer kaffeeproduzierender Länder...Für Tchibo und Co ist es häufig egal, wo der Kaffee herkommt, der Wettbewerb ist global. Mit entsprechenden Wasserbedampfungsverfahren etc wird der Kaffee so behandelt, dass er seinen Charakter völlig verliert. Vielfach ist es für Bauern so uninteressant, besonders viel Mühe in ihr Produkt zu investieren.

    Der einzige Weg da raus ist mE der Spezialitätenkaffee, wie zB von Walter, aus der Speicherstadt Rösterei, von Langen etc pp.
    grimac mia; la pavoni stradivari europiccola (LMWDP #181); mazzer super jolly; mazzer mini; eureka mci; zassenhaus santiago; gene cbr 101

  9. #9
    AnniCookie Gast

    Standard AW: Starbucks, Jacobs und Co.

    Hallo,

    neben den anderen Gründen, die hier genannt wurden, ist es meines Wissens auch so, dass die Großröstereien die Bohnen nicht ganz durchrösten. Denn Kaffee wird ja nach Gewicht verkauft, und wenn noch Feuchtigkeit in den Bohnen ist, sind sie schwerer. Weniger Bohnen, mehr Gewinn.

    Gruß, Annika

  10. #10
    ComKaff ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Starbucks, Jacobs und Co.

    ich will mal klugsch..en: ohne den Prozess genau zu kennen, glaube ich jedoch nicht, daß die Bohnen nicht "durchgeröstet" sind. Bei über 400 Grad Celsius dürfte das meiste des Wassers raus sein.

    Jedoch wird das Röstgut zum Abkühlen mit Wasser besprüht. Dabei wird dem Röstkaffee zusätzlich Gewicht hinzugegeben.
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