liebe gemeinde,
ich hätte diesen thread auch völlig anders nennen können:
- was kann ich von espresso eigentlich für aromen erwarten?
- machen die röster überhaupt einen so großen unterschied?
- ist arabica wirklich die krönung der röstung?
- die perfekte bohne: never change a winning bean!
was ich sagen will: ich probier mich fröhlich hier durch die gegend. so wie ich es auch bei anderen produkten mache, vom wein übers bier, brot, käse, nudeln, eier, geflügel, zwiebeln, knofi, dosentomaten, alles.
einige produkte scheinen eine optimale qualität zu haben und sich ab einem gewissen niveau nicht mehr so zu unterscheiden. käse gibt reichlich gelegenheit zum experimentieren, bei eiern wirds irgendwann schwierig.
so will ich nun zu dem thema kommen, das mich hier umtreibt:
was kann ich eigentlich noch erwarten, oder andersrum: erwarte ich nicht zuviel?
bei den espressi scheinen mir gewisse grundeigenschaften immer wieder zu erscheinen: säure, schokolade, karamell, nuss (schon weniger).
wenn das alles sauber in einer tasse ist, dann ist für mich das maximum erreicht.
wie ich im thread "ich trinke gerade...." über den fausto peru schrieb: es ist für mich der erste, der aus der reihe, der mir bekannten heraussticht. ich meine nicht besser. zunächst anders, mit einer eindeutig anderen charakteristik. (bizarrerweise beschreibt ihn h. faust als mild, ich dachte er wär kräftig...)
die idee, dass ein sorte typische eigenschaften hat, die in einem land anders ausfallen als in einem anderen, schien mir hier erstmals berechtigt.
ich räume ein: vielleicht sind meine erfahrungen in der zubereitung erst jetzt soweit, dass ich auf meinem maschinenpark das maximum heraushole. vielleicht muss ich alle sorten nochmal neu ordern und für mich einordnen.
aber mich beschleicht immer mehr der verdacht: eigentlich sollte ich einfach eine sorte, die mir gut scheint immer wieder kaufen und gut ist. sprich, ich behandel das thema espresso eher wie das thema bier, statt wie das thema wein.
das wäre nicht schlimm, aber doch eine etwas andere entwicklung als ich erwartet hätte. die unterschiede scheinen doch eher nuancen statt charakteristika zu sein. nochmal disclaimer: kann sein, dass ich noch nicht alles raushole, aber die parameter stimmen. schmecken tuts auch, also ist es unwahrscheinlich, dass da noch so viel mehr kommt. (ein pid mal ausgenommen.)
wo will ich eigentlich hin mit diesem beitrag?
vielleicht: erwarte ich zuviel vom espresso und er ist dann doch nicht so variantenreich, wie gedacht? vielleicht eröffnet sich die aromenvielfalt auch erst, wenn ich ausschließlich ungezuckert trinke? mach ich derzeit nur ab und zu.
es gibt hier sicher viele unter euch, die auch erst nach einiger zeit an den punkt kamen, wo sie sich fragten, was sie eigentlich kaufen sollen.
ich mach mal schluss und merke, dass immer mehr schreiben auch nicht hilft, das "problem" (das nicht wirklich eines ist) auf den punkt zu bringen.
gruß t.


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