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05.01.2010, 18:53
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AW: Biokaffee - Ausbeutung der Pflanzer?
Hab da einen Artikel gefunden, der ganz brauchbare Angaben enthält, die gesuchte Antwort, ob Bio gleich bedeutend mit Ausbeutung ist, aber auch schuldig bleibt:
sterreichischer Kaffee- und Tee- Verband
Eine Frage ist auch, wie hoch der Arbeitsaufwand pro kg Kaffee ist. Angenommen, der Ertrag/ha wäre geringer (wobei der zitierte Artikel sogar das Gegenteil annimmt) und der Arbeitsaufwand proportional oder sogar überproportional geringer, würde die Rechnung ja wieder passen.
Ich versuche jedenfalls wenn irgendwie möglich nicht nur Bio- sondern auch Fair Trade-Sorten einzukaufen. Problem ist aktuell nur, das ich grad einen guten Kaffee entdeckt habe, der konventionell angebaut und vertrieben wird
Grüße,
Michael
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BFC Ela, Iberital Challenge Timer, Bialetti Brikka Duo, Röstbiene
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05.01.2010, 19:45
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AW: Biokaffee - Ausbeutung der Pflanzer?
wenn einem das soziale wohlergehen der kaffeebauern am herzen liegt, sollte man weniger nach bio sondern nach fair-trade schauen (wobei in der schweiz >60% davon auch bio sind). der vergleich zwischen dem erlös von konventionell und fair gehandeltem kaffee ist sicher wichtig, greift aber zu kurz. für eine nachhaltige entwicklung sind u.a. auch folgende punkte wichtig:
- langfristigkeit: der weltmarkt unterliegt starken schwankungen, so dass durch überproduktion die existenz gerade kleiner marktteilnehmer schnell gefährdet ist. langfristige abnahmeverträge bieten eine gewisse (investitions-)sicherheit, auch wenn sie nicht alle ökonomischen rückschläge abfedern können.
- soziale sicherheit: diese muss auch für die plantagenarbeiter und nicht nur die besitzer gewährleistet sein. auch wenn vorrangig mit kleinbauern und/oder kooperativen gehandelt wird, ist dies nicht in jedem fall möglich oder sinnvoll.
- zugang zu bildung: ist für nachhaltigkeit selbstredend.
gute hintergrundinformationen zu entwicklungspolitischen fragen bietet für interessierte die erklärung von bern.
gruss vilu (der grad einen fair-bio mandheling geniesst)
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bezzera bz09, demoka 207
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05.01.2010, 23:44
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Registriert seit: 08.10.2007
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AW: Biokaffee - Ausbeutung der Pflanzer?
Es ist müßig darüber zu diskutieren, wieviel Cent ein Bio-Anbauer mehr oder weniger verdient und ob wir ihn ausbeuten oder nicht. Entscheidend für die Zukunft jeglichen Anbaus wird sein, dass er nachhaltig erfolgt und somit die Anbauflächen für die Zukunft erhält. Die Biologische Landwirtschaft verfolgt dieses Ziel und nimmt Minderertrag in Kauf. Für die Mehrzahl der Landwirte, vor allem in den Industriestaaten, gilt die Ertragsmaximierung, die zur Verschlechterung und letztlich Zerstörung der Anbauflächen führt. Das gilt für den Getreideanbau genauso wie für den Kaffee.
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06.01.2010, 11:48
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Registriert seit: 18.03.2008
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AW: Biokaffee - Ausbeutung der Pflanzer?
Zitat:
Zitat von vilu
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Die Sorte war bis vor kurzem auch mein Favorit. Gibt es in Wien bei der Kaffeerösterei Alt Wien (neben einigen anderen Bio- u. Fair Trade-Kaffees).
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BFC Ela, Iberital Challenge Timer, Bialetti Brikka Duo, Röstbiene
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06.01.2010, 13:29
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AW: Biokaffee - Ausbeutung der Pflanzer?
Nur mal so, wir sprechen hier hauptsächlich über Anbaugebiete in der 3. Welt. Da gibt es eigentlich keine Zertifikate, die nicht zu kaufen wären. Solange der Röster den Kaffeebauern nicht kennt glaube ich da erst mal keinem. Bestechung gehört da zum Alltag. Es gibt natürlich Ausnahmen, aber die Meisten investieren um Geld zu machen.
Persönlich zahle ich gern etwas mehr um Mutter Natur nicht unnötig zu zerstören.
Gruß,
Jochen.
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06.01.2010, 19:08
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AW: Biokaffee - Ausbeutung der Pflanzer?
die letzten Beiträge spiegeln es ja schon: Bio ist ein Schritt, Fair Trade ist ein Schritt, der nächste ist Direct Trade. Fair Trade ist ja immer wieder sehr in der Kritik, IMHO zu recht, war aber definitiv Wegbereiter für die Entwicklungen und Gedanken die sich in diesem Thread zeigen. Da möchte ich auf Röstereien wie The Coffee Collective hinweisen. Die nehmen ihre Verantwortung ernst.
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06.01.2010, 21:33
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Registriert seit: 25.09.2009
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AW: Biokaffee - Ausbeutung der Pflanzer?
Zitat:
Zitat von paraglider
Die Sorte war bis vor kurzem auch mein Favorit. Gibt es in Wien bei der Kaffeerösterei Alt Wien (neben einigen anderen Bio- u. Fair Trade-Kaffees).
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dann könnte dich der yirga cheffe fair-bio ebenfalls interessieren. er wirkt etwas würziger und hat eine dezente säure.
gruss vilu
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bezzera bz09, demoka 207
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08.01.2010, 11:37
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AW: Biokaffee - Ausbeutung der Pflanzer?
Zitat:
Zitat von miweb
... Warum eigentlich Bio-Kaffee? Nicht wegen der Endverbraucher, sondern für die Pflanzer und die Umwelt! Baut man Kaffee konventionell an, gibt es erhebliche Gesundheitsgefährdungen durch Pestizide (direkt auf Haut und Schleimhäute und indirekt über eine Verunreinigung des Grundwassers) und es gibt Raubbau an der Natur: Die Böden verkargen, die Vielfalt der Pflanzen- und Tierwelt geht verloren.
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Leider bin ich kein Agrarwissenschaftler, aber gefühlsmäßig führt eine Monokultur hier Kaffee immer dazu, dass der Boden ausgelaugt wird. Deshalb ist eine Düngung notwendig, sei es mit Biodünger oder anders. Die mir bekannten Ertragszahlen scheinen aber zu belegen, dass es mit Biodünger offensichtlich nicht in dem gleichen Maß gelingt, dem Boden die für die Pflanze notwendigen Nährstoffe zuzufügen.
Zitat:
Zitat von miweb
Was also ist die schlimmere Ausbeutung? Zumal Ausbeutung nur bedingt stimmt, da der erzielte Preis bei fairem Handel höher ist. Der Ertrag kommt nicht mit, das stimmt, aber dennoch kann ich hier keine Ausbeutung als solche erkennen.
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Fair Trade ist eine andere Schiene, die zunächst nichts mit Bio und damit Ertragseinbrüchen zu tun hat. Bei Bio/Fair Trade ist die Ertragsseite sicher etwas besser als nur Bio, aber 10 bis 15 Cent mehr machen den Ertragsverlust trotzdem nicht wett.
Zitat:
Zitat von Arni
Es ist müßig darüber zu diskutieren, wieviel Cent ein Bio-Anbauer mehr oder weniger verdient und ob wir ihn ausbeuten oder nicht. Entscheidend für die Zukunft jeglichen Anbaus wird sein, dass er nachhaltig erfolgt und somit die Anbauflächen für die Zukunft erhält. Die Biologische Landwirtschaft verfolgt dieses Ziel und nimmt Minderertrag in Kauf. Für die Mehrzahl der Landwirte, vor allem in den Industriestaaten, gilt die Ertragsmaximierung, die zur Verschlechterung und letztlich Zerstörung der Anbauflächen führt. Das gilt für den Getreideanbau genauso wie für den Kaffee.
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Für mich drängt sich die Frage auf. „Was ist nachhaltig?“ ist es wirklich nachhaltig, wenn ein Kaffeebauer mit wenigen Hektar auf die Hälfte seines Einkommens, das ja nun nicht wirklich hoch ist, verzichten soll. Dieser Pflanzer wird nicht einfach mehr Fläche mit Kaffee anbauen können, um seinen Verlust auszugleichen. Das kann vielleicht der Pflanzer in Brasilien, der rodet dann ein bisschen Regenwald, als nachhaltig würde ich das aber auch nicht bezeichnen.
Zitat:
Zitat von edzard
die letzten Beiträge spiegeln es ja schon: Bio ist ein Schritt, Fair Trade ist ein Schritt, der nächste ist Direct Trade. Fair Trade ist ja immer wieder sehr in der Kritik, IMHO zu recht, war aber definitiv Wegbereiter für die Entwicklungen und Gedanken die sich in diesem Thread zeigen. Da möchte ich auf Röstereien wie The Coffee Collective hinweisen. Die nehmen ihre Verantwortung ernst.
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Direct Trade ist keine Zertifizierung also auch nicht an Fair Trade oder Bio Regularien gebunden. Es ist ein Ansatz, der den Wunsch des Rösters zum Ausdruck bringt, zu wissen wo sein Kaffee herkommt und wie er „hergestellt“ wird. Das beinhaltet so etwas wie fairen Handel und sicher auch gutes Farmmanagement, was ausschließt, dass sich die Arbeiter (häufig Familienangehörige) selbst vergiften. Ein Beispiel hierfür ist auch Tierra Madre ( Tres Cabezas Pura Vida No.1), der zudem Bio zertifiziert ist. Auch unser Virmax Relation Ship Coffees fallen unter diese Gruppe, wenn auch nicht Bio. Meist jedoch wird bei diesen Kaffees primär auf die Qualität geachtet und eine Preisprämie bezahlt, die deutlich über dem Bio/Fair Trade Level liegt, so dass die Pflanzer hier wirklich profitieren, zum einen bricht ihr Ertrag nicht ein, zum anderen bekommen sie eine hohe Qualitätsprämie.
Karlheinz
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11.01.2010, 17:26
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AW: Biokaffee - Ausbeutung der Pflanzer?
Zitat:
Zitat von Roger-aus-der-Schweiz
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Hallo Roger,
zwar ist das etwas o.T. aber es geht in die richtige Richtung: Direct Trade, Relation Ship und Cup of Excellence.
Höchste Qualität für den Konsumenten zu höchsten Preisen für die Pflanzer und eine Verpflichtung der Röster zu einer langfristigen (nachhaltigen) Zusammenarbeit mit den Pflanzern. Mehr darüber hat Michaele Weissman (von der auch der erste von Dir genannte Artikel ist) in God in a Cup, The Obsessive Quest for the Perfect Coffee dargestellt.
In Deutschland sind wir m.E. erst am Anfang dieser Entwicklung. Konsequenterweise hat mich Geoff Watts in Cali/Columbien auf Virmax und das Relations Ship Konzept aufmerksam gemacht, und die ersten Perdura Packs von Virmax habe ich 2008 bei Stumptown in Portland gesehen.
Gruß Karlheinz
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