Stell dir vor, es gäbe den optimalen Espresso (nachprüfbar, eindeutig messbar), wie viele Menschen wären total unzufrieden ja unglücklich.
Zum Glück hat es die Natur (oder der Liebe Gott) so angelegt, dass Geschmacksempfinden relativ ist, sich verändert, anpasst, von den eigenen Erwartungen stark beeinflusst wird und vor allem von Mensch zu Mensch sich unterscheidet.
Darum finde ich es manchmal amüsant, wenn einem Anfrager erklärt wird, der mit seinem Espresso eigentlich zufrieden ist, dass das gar nicht sein könne, weil er die falschen Bohnen, die falsche Mühle oder... benutzt.
nunja....
sicher kann ich schlecht beurteilen, ob ich den "perfekten" Espresso machen kann......
ich weiß aber, das ich mit meiner günstigen Maschine, und mit meinem vorgemahlenen Espresso, solange ich ihn frisch vom Röster habe und er nicht schon ewig hier liegt (nimmt man die Tüte ein zweites mal, kann man auch nur 130g kaufen, und davon lass ich mir dann nur die hälfte vormahlen) geschmacklich besseren Espresso hinbekomme (für meinen Gaumen und den meiner Freunde) als in jedem Lokal und bei jedem Italiener hier in dieser Stadt, was mir bekannt ist. Und auch hier gibts Lokale die ne Gastro-Siebträgermaschine haben (also keinen Vollautomaten) und die Bohnen jedesmal frisch mahlen. In so einem lokal habe ich aber gerade erst einen recht enttäuschenden Espresso getrunken.
Ich denke aber auch, das auch der Geschmack des "perfekten" Espressos irgendwo nur Geschmackssache ist. Außerdem wäre ich sicherlich noch mehr begeistert, wenn ich ne eigene Luxuxmühle und ne eigene 500eur Maschine hätte. Aber auf diese Ausgaben muss ich noch warten, erstmal ist neue Wohnung dran, und ich muss noch ein paar (teure) Leichen aus dem Keller schaffen. Dann werde ich mir warscheinlich, wenn dies erledigt ist, eine bessere Ausrüstung zulegen.
lg![]()
Ich glaube, ihm gings nicht nur darum, dem Anfänger was zu erklären, sondern er sah eher die Glaubwürdigkeit der Institution Kaffee-Netz in Frage gestellt.
Hab auch ne Frage zum Mischverhältnis: Können die erfahrenen Baristi hier denn bestätigen, dass der Robusta-Anteil einen großen Anteil zum Crema-Verhalten beiträgt?
Das ist vor allem für mich als Anfänger wichtig. Denn als Profi kann man denk ich aus jeder Mischung was Gutes zaubern, aber bei meinen ersten Versuchen möchte ich auch irgendwann was schaffen, und nicht ein Kilogramm einer verdammt guten Bohne durchmahlen, die ich aber nicht beherschen kann.
Oder hat dieses Verhalten rein garnichts mit dem Robusta-Arabica-Verhältnis zu tun, sondern nur mit der konkreten Sorte?
PS: Ja, ich werd die Bohnen beim Röster in der Nähe kaufen und mir sie vorher vorstellen lassen, aber man darf sich ja mal Gedanken machen![]()
Hallo kekstier,
also ich habe absolut den Eindruck, dass es so ist: Arabica: wenig Crema, Robusta: viel Crema.
Sicher gibt's auch Ausnahmen, die diese Regel bestätigen
Habe gerade zum ersten Mal den Moxxa Espresso in der Mühle und sofort ein einwandfreies Ergebnis mit toller Crema gezaubert. Der hat 25 Prozent Robusta. Der Espresso Roma von Klingler, den ich davor in der Mühle hatte (100 Prozent Arabica) war da eher zickig.
Gruß
Bohnenheld
Darf man keine Fragen zu den Unterschieden zwischen Bohnensorten stellen, bloß weil man für sein gesamtes Equipment weniger ausgegeben hat, als andere für Ihren Tamper?
Darf man sich nicht freuen, wenn man im Rahmen seiner Möglichkeiten eine deutliche Steigerung im Geschmackserlebnis erfahren hat?
Bei dem was delonghi ausgeben kann und will, hat er für sich doch eine sehr gute Lösung gefunden.
Dazu kann man ihm Ratschläge und Tips geben und seine Fragen beantworten. Das ist für mich der Sinn des KN.
Belehrungen darüber, was alles mit anderer Ausstattung möglich wäre oder deshalb seine Geschmackserlebnisse abzuqualifiziern, ist völlig unangebracht.
Und was wer in Google zu diesem Thema findet, geht mir grad ganz knapp am Popo vorbei.
In diesem Sinne wünsche ich allen Teilnehmern des KN viele leckere Espressi.
Rocket Giotto Evolutione & Vario
Hallo Rolf,
Ein Anfänger mit einfachen Ansprüchen kann, aus meiner Sicht, durchaus mit einfachen Mitteln die von ihm subjektiv empfundene Geschacksqualität seines Kaffeegetränks verbessern. Ich finde man sollte nicht immer alles mit dem eigenen Anspruch messen.Mir geht es einerseits darum, das andere (Anfänger) die zu einem späterem Zeitpunkt auf diesen Thread stoßen das Statement wie einfach es geht für bare Münze nehmen und mit diesen Fehlinformationen ins Leere laufen.
OK, nahe an einem perfekten Espresso ist ein wenig übermütig
Ja, vorgemahlener Kaffee wird nur direkt nach dem Einkauf ein solch beeindruckendes Ergebnis erzielen![]()
Da kann man ja auch drauf hinweisen. Du bist halt sehr grade raus, für einen Anfänger im Taumel seiner Freude ist diese Direktheit aber ein wenig wie auf eine heiße Herplatte fassen
dem stimme ich zu„If you can’t say something nice … don’t say nothing at all!“
Es gibt halt unterschiedliche Kategorien von Leuten mit weniger Ahnung und Leuten mit mehr Ahnung. Die Kategorien müsste man nach dem Anspruch an das Ergebnis differenzieren. Jemandem mit geringen Ansprüchen kann auch schon jemand mit geringer Erfahrung mit ebenfalls nicht so hohen Ansprüchen weiterhelfen. Jemandem mit hohen Ansprüchen nur jemand mit viel Erfahrung und ebenfalls hohen Ansprüchen.Und um die Reputation, dass das Kaffeenetz ein Ort ist, wo User mit mehr Ahnung Usern mit weniger Ahnung mit guten Ratschlägen bei der Lösung Ihrer Probleme bei der Kaffeezubereitung helfen.
Und wenn man das so (wie ich) sieht, kann man dieses Statement so eben nicht unwidersprochen stehen lassen.
Das in einem Forum Hilfeleistungen und Statements aus beiden Kategorien parallel existieren halte ich für völlig normal und vor allem auch für richtig.
Einem User der nur ein wenig an seiner Kaffeequalität schrauben möchte wäre schließlich nicht damit geholfen wenn er ausschließlich die Hinweise derjenigen mit deutlich höheren Ansprüchen lesen müsste.
Wer sich im Internet auf die Suche nach Informationen begibt muß sich aus meiner Sicht ohnehin durch Vergleich verschiedener Quellen der Wahrheit annähern. Wer das nicht tut ist aus meiner Sicht selbst dafür verantwortlich wenn er deshalb mit falschen Informationen umgehen muß.
Den Anspruch in einem Forum nur absolut richtige Informationen zu verbreiten kann man aus meiner Sicht nicht durchhalten.
Grüße
Robin
Ich habe nichts dagegen, das „delonghi“ sein Kaffee so wie er war „superlecker“ schmeckt.
Das ist seine persönliche Meinung/Geschmack. Und fertig. Nicht notwendig das zu werten.
Wenn aber jemand erklärt :
ist das inho nicht nur sachlich falsch (das die Maschine keine 1T€ kosten muss ist schon richtig, aber nicht das ein guter Espresso nahe an der Perfektion vorgemahlen sein kann) sondern auch ein wenig verdecktes auskeilen incl. Belehrung in die Richtung derer die sich in einem völlig anderen Umfang der Kaffeequalität verschreiben.
Damit erklärt er (mag sein, vielleicht unabsichtlich oder unbedacht) eine Menge Kaffeenetzler incl. mich zu Spinnern.
Nur für den Fall, das du mich meintest. Man kann mit einer Aeropress für ein paar Euro und einem Wasserkocher absolut herausragenden Kaffee zubereiten.
Aber zwischen dem gerade beschriebenen und Ausrüstung im 2stelligen T€ Bereich ist hier alles dabei.
Da gibt es also große, nicht zu verleugnende Unterschiede in der Ausstattung.
Trotzdem habe ich nirgendwo auch nur angedeutet oder gar behauptet, das man dicke Maschinen oder gerade speziell tolle Tamper braucht um guten Kaffee zu machen.
Zumindest schreibe ich z. B #27 das genau Gegenteil davon.
Aber 3 Dinge braucht man absolut zweifelsfrei für gute Ergebnisse.
Know How. Und guten, frischen Kaffee.
Und frisch heißt imho frisch gemahlen! Da getrunken wo die Mühle steht.
Es gibt doch neben Handmühlen z. B. auch günstige gebrauchte Mühlen.
Und der gute Kaffee muss ja auch nicht gleich Kopi, Kona oder Blue heißen und XX€ oder XXX€ das Kilo kosten.
Wobei sich mir nebenbei die Frage stellt, wo der Konsens hin ist das es ohne Mühle nicht mal ansatzweise auch nur halbwegs vernünftig geht und jeder Shot der nicht verunglückt hauptsächlich Genosse Zufall zuzuschreiben ist.
Oder habe ich etwa ein neues Verfahren zur Konservierung von Kaffeearomen in vorgemahlenem Pulver verpasst?
Das mache ich nicht.
Ja ich weiß. Ich bin manch Mal zu direkt.
Aber kuschelt man sich da nicht nur um eine klare Aussage herum wenn man sowas so stehen lässt.
Gruß
Rolf
Geändert von EleMac (08.08.2010 um 23:59 Uhr) Grund: Absätze und Leerzeichen entfernt
LM GS3 MP; Elektra Mini (Bj.93), Elektra Maxi (Bj. 89), TamperBell; Macap MD4; Mahlkönig Vario; Gene CBR-101
Damit bringst du es auf den Punkt.Ich weiß nicht wie vielen anderen es so geht. Aber bei mir zumindest unterliegt der Geschmack auch einem Wandel![]()
Im Prinzip fand ich die Aussage in Verbindung mit dem vorgemahlenem Kaffee auch etwas verwegenDer Kaffee war also auch bei mir superlecker und denke ich sehr nah am "perfekten" Espresso dran.
Man braucht also für nen guten Espresso nicht immer ne 1000eur Espressomaschine, man braucht guten Kaffee und man muss ihn mit Liebe zubereiten. Ich habe das gemahlene Pulver nun im Kühlschrank stehen
Wie war doch gleich das Thema?
Grüße Robin
Wenn man die Überschrift liest: Thema verfehlt.
Wenn man die Beiträge vom TE liest: passt scho.
Will sagen: Wenn sich nach bereits 2 Beiträgen herausstellt, dass vorgemahlener Lavazza/Penny-Espresso ("nahezu Perfekt") als Basis für die Überlegungen des TE dienen, muss er sich kritische Anmerkungen hierzu gefallen lassen. Das hat nix, wie manche vermuten und wie EleMac korrekt ausgeführt hat, mit verfügbarem Budget zu tun.
Auf welche Art und Weise das zu geschehen hat, steht auf einem anderen Blatt.
Zum Thema: Arabica/Robusta- Mischungen sind cremalastiger, kantiger und bieten für meinen Geschmack oft ein vielfältigeres Geschmackserlebnis als reine Arabicas.
Grüße,
Sabine
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