Hallo,
...und herzlich willkommen im Board!
Zur Saeco Aroma kann ich immerhin sagen, dass ich sie mir auch mal u.a. wegen des StiWa-Testergebnisses gekauft habe (und weil sie ganz solide aussah & erschwinglich war).
Hatte dann noch ca. 50 Euro für Zubehör ausgegeben und ca. 150 für eine Mühle (dazu gleich mehr), und ein Vierteljahr später stand alles bei ebay zum Verkauf. Vielleicht bist Du ja nicht so wahnsinnig wie ich, aber meines Erachtens wächst man zu schnell aus der Maschine raus. Sie hat ein paar Eigenschaften, die einfach umso mehr nerven, je mehr man sich mit Espresso beschäftigt.
1) Der Gran-Crema-Siebträger: klingt wie ein Vorteil, und es ist gut möglich, dass das gute Geschmacksergebnis im Test diesem Bauteil geschuldet war. Der Siebträger besitzt ein Ventil, dass einen bestimmten Brühdruck erzwingt, ungeachtet des Mahl-, Füll- und Andruckgrades des Kaffees. Gleichzeitig wird der Kaffee beim Durchströmen des Ventils so verwirbelt, dass sich eine Art Schaum bildet, die der Optimist als Crema bezeichnet.
Das ganze führt aber in die falsche Richtung: Nur frischer (!), korrekt gemahlener Kaffee erzeugt echte Crema – und auch echten Geschmack. Das Ventil ist dann eher hinderlich, weil es das Auffinden des korrekten Mahl- und Füllgrads erschwert und die richtige Crema, so sie denn entsteht, völlig verquirlt.
1.2) Mich hat auch gestört, dass der GranCrema-ST aus Plastik ist, kaum zerlegbar und praktisch unmöglich zu reinigen. Zudem hat er mit 53mm relativ kleinkalibrige Siebe.
2) Mangelnde Temperaturstabilität: Der Kessel der Aroma ist mit 140ml relativ winzig – während des Bezugs eines doppelten Espresso hat man ihn zur Hälfte geleert, oder besser gesagt zur Hälfte mit kaltem Wasser vollgepumpt. Die resultierende Abkühlung kann die Maschine auch durch Nachheizen während des Bezugs nicht ganz abfangen.
3) Wichtig v.a. für Cappu- und Latte-Macchiato-Produzenten: das Dampfrohr ist recht kümmerlich dimensioniert, hat einen idiotischen (sorry, aber anders kann ich's nicht nennen) "Panarello"-Aufsatz, der es seiner letzten Funktionalität beraubt, ist nicht sehr beweglich und das Dampfventil nicht sonderlich langlebig.
Mit etwas Tricksen und einer gutem Mühle kann man aber guten Espresso damit machen. Womit wir bei der Mühle wären:
Du brauchst eine Mühle
Sie ist wichtiger als die Maschine. Plane mindestens (!!) den Preis einer Demoka 203 oder Nuova Simonelli Grinta mit ein. Oder eine gebrauchte Gastromühle (riesig, aber sehr gut, extrem langlebig und z.T. immer noch günstig zu haben.
Statt der Saeco würde ich dem Espresso-Puristen eher zu einer Gaggia Classic raten: 58mm-Siebträger in klassischer Bauweise, etwas größerer Kessel, zigtausendfach bewährt. Eine Stufe besser, massiver, temperaturstabiler: Rancilio Silvia.
Wenn Du auch mal größere Mengen Milchmischgetränke machen willst (z.B. oft viele Studentinnen zu Besuch hast), würde ich Dir einen lässigen Zweikreiser empfehlen: Bezzera BZ99, Simonelli Oscar heißen typische Einstiegsmaschinen in der Dauerdampf-Klasse.
Sorry, wenn das zu romanartig geworden ist
Gruß,
Bernhard
verdammt guter Kaffee! (Kyle McLachlan, Twin Peaks)
Simonelli Personal mit Simonelli MDE
Simonelli Oscar mit Mazzer Kony (Doser)
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