Nach längerem Suchen im Web und in unserem Forum und einem Italien Urlaub (Hauptauslöser) habe ich mir eine neue Mühle und Maschine gekauft.
Wer möchte kann nun einen(etwas längeren) Bericht über Fragen, Probleme, Entscheidungsschwierigkeiten und Erfahrungen beim Kauf einer Espressomaschine mit passender Mühle lesen. Am Ende bin ich knapp unter 400 EUR geblieben und habe das Gefühl einen supersuper Kompromiss gefunden zu haben.
Alles hat damit angefangen, dass ich meiner Freundin einen besseren Espresso zum Geburtstag schenken wollte. Ich selber arbeite im Saturn. Also informierte ich mich und dank Stiftung Warentest und einstimmiger Zustimmung meiner Saturn Verkäufer bin ich im August bei einer Krupps Novo Plus gelandet.
Nachdem ich schon einige Stunden wegen der Zubereitung im Internet verbracht hatte brachte das Maschinchen mit zwei unterschiedlichen Espressi immer noch keine anständige Crema zustande. Darauf hin kaufte ich eine Mühle. Ende August fuhr ich in die Toskana, bestellte ich den ersten Espresso in einer Bar, der erste Schluck... ein überwältigendes Erlebnis, diese Fülle, diese Komplexität!
Ich war sofort süchtig und konnte ab diesem Moment an keiner Bar mehr vorbei gehen ohne zu überlegen, ob ich noch einen trinke.
Umso mehr freute ich mich nun, dass ich meiner Freundin eine Maschine und Mühle gekauft hatte, denn bei Ciao.de hatte ich mich durch Bewertungen abgesichert die Krupps produziere einen Espresso, wie beim Italiener.
Zurück in Deutschland stürzte ich mich mit neuem Enthusiasmus auf die Krupps nach dem ersten Espresso waren Wasser, Plörre meine ersten Assoziationen und ich fiel in ein tiefes Loch. Es folgten weitere Versuche mit Mahlgrad und nach Anleitungen im Netz, (http://kaffeewiki.de/index.php/Espresso) ich bestellte einen Tamper aus Nussholz, es wurde nicht besser.
Als mir ein anderer Krupps User den schwarzen Lavazza empfahl, Kaufte ich Ihn und es wurde auch nicht besser im Gegenteil, er hatte zwar eine nette(dünne Crema)war aber relativ sauer. Frische Bohnen von Mondo del Cafe in Trier hatten einen deutlich besseren Geschmack, waren aber noch ein gutes Stück weg von meinen Italien impressionen.
Ein perfekter Espresso von einer ECM Mechanica III für schlappe 1600 EUR im Saturn schickte mich nochmal für ein paar Minuten nach Italien, Cremig, kompex,füllig, tief... hmmm.
Meine Krupps war nicht mehr akzeptabel, 1600 EUR für eine ECM leider auch nicht.
Also Beschloss ich Sie zu verkaufen, und mich auf die Suche nach ner neuen zu machen.
Nach ausführlicher Maschinenkunde und dem bewaffnet mit dem Wissen um Boilergröße, Temperatustabilität, Cremamembran(bitte nicht!) Aufheizzeit, Einkreis und Zweikreismaschinen, nahm ich die Rancilio Silvia und die Nemox Fenice und die Gaggia Classic Coffee unter die Lupe.
Die Silvia hat vieles was eine gute Maschine braucht. Vor allem ist intern alles aus Messing, auch das Sieb und Sie hat einen Gastrosiebträger ( 58mm). Der Boiler ist ein guter Kompromiss aus Temperaturstabilität und schnellem aufheizen. Sie war nur leider mit 500 EUR eigentlich von Anfang an zu teuer.
Die Gaggia fiel raus wegen des kleinen Beulers (120ml) der außerdem aus als gesundheitsschädlich verdächtigten (Alzheimer auslösend) Alu ist.
Die Nemox Fenice war vom Preis her direkt interessant. 279 EUR bei Ebay, alles Interne und der Siebträger aus Messing und Boiler mit etwas über 220 ml. Sie stellt somi die günstigste Maschine, bei der alles Interne aus Messing ist und die ein schönes glänzendes Edelstahlgehäuse hat.
Aufgrund der sehr dünnen Datenlage zu Nemox in deutschen Foren durchforstete ich das Web weltweit nach Meinungen und trieb mich in Kaffeeforen wie dem Cremamagazin.com.au , Coffeegeeks.com rum. Die Nemox/Quaha ist vor allem in Australien sehr beliebt und wir dort vor allem von Allen Frew vertrieben. Er hat auch ausführliche Vergleiche über die verarbeiteten Komponenten geschrieben von Ein- und Aufstiegsmaschinen geschrieben. Zu lesen unter:
http://www.coffeeco.com.au/articles/july2002.html
Die Nemox Technik wird unter vielen Marken vertrieben bei folgenden Modellen hat man die gleichen Boiler, Pumpe, und den gleichen Siebträger aus Messing mit 57mm. Somit eine identische interne Technik.
Diese wird verwendet bei den neueren illy /Francisfrancis! Modellen X1,X3,X5,X6, Innova Arc, Nemox Fenice, Lelit pl041 und pl046.
Mit integriertem Mahlwerk unter Nemox dell Opera, Imat Mokita, Quaha Napolitana, la pavoni Dumus Bar, Lelit pl042. Zu diesen Maschinen werdet Ihr die meisten Infos bekommen und ich hätte mir auch fast die Lelit pl042 gekauft.
Das integrierte Mahlwerk hat den Nachteil, dass sich der Kaffee in der Mühle immer aromaschädigend mit erhitzt.
Das interessante ist, dass die genannten Modelle zwischen 219,- EUR ohne Mühle und bis zu 700,- EUR mit Mühle (!) über den Tisch gehen. Und alle produzieren den gleichen Espresso!
Also habe ich mir als armer espressoverückter Student die Lelit pl046 bei einem netten Händler bei Ebay gekauft. Der Shop heißt il-Mondo-Italiano, hat eine Wertung von 100% und hat mir freundlich und ausgiebig Auskünfte per Telefon(!) erteilt.
Sie ist sehr schön verarbeitet. Außer dem hat Sie eine konventionelle Milchaufschäumdüse, mit der man auch cremigen Latteart Milchschaum hinbekommt. Kleiner Nachteil ist, dass Sie kein Überdruckventil hat, so dass man etwas warten muss, bis man den Siebträger nach dem Brühen abnehmen kann. Das beeinträchtigt den hervorragenden Geschmack natürlich nicht.
Meine Solis 166 Mühle, deren feinster Mahlgrad bei der Krupps schon zu Verstopfungen führte, reichte nun nicht mehr aus. Die Durchlaufzeit war zu kurz.
Feiner und somit aromareicher mahlt nun die oft empfohlene Minimoka Demoka 203 bestellt bei der Kaffeezentrale.de . Zusammen mit der Lelit habe ich nun ein nett anzuschauendes aromatisches Pärchen inklusive Versandt nur 379,- EUR und bin somit mit Mühle unter 500,- EUR geblieben.
Fehlt nur noch der Kaffee, Frisch muss er sein! Hier empfehle ich von herzen aus der kleinen Rösterei Mondodelcaffee.de in Trier die Bio Kaffees Sidamo und Wild Forest, herrlich!


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