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  1. #1
    schnick.schnack ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard handhebelmaschinen: warum schmeckt es besser?

    hallo allerseits!

    aus neugier habe ich mir eine conti prestina in die küche gestellt. das ist eine ca. 30 jahre alte einkreisige gastrohandhebelmaschine (ich stell demnächst mal ein paar bilder rein).

    zwei dinge sind mir aufgefallen:

    1. es ist ungleich schwieriger einen "perfekten" espresso zu pressen, da eine solche maschine völlig anders reagiert. zb hat die feder einen variablen, am ende des federwegs sanft nachlassenden druck, was es recht schwer macht den richtigen mahlgrad zu finden. auch hat man (ob man will oder nicht) volle kontrolle über preinfusion und wenig kontrolle über die wassermenge (klar irgendwann ist der kolben voll, aber es gibt recht viele stufen dazwischen). das hört sich jetzt dramatischer an als es ist, denn

    2. es schmeckt eigentlich jeder espresso wesentlich besser als aus meiner E61. mit "besser" meine ich diferenzierter, denn irgendwie fächert sich das geschmacksspektrum in der breite und tiefe besser auf. der ganze geschmack liegt ausgebreitet auf der zunge. es ist wirklich beeindruckend!

    die frage ist nur, warum das eigentlich so ist? bzw. ob andere handhebelbesitzer dies auch so empfinden? ich habe viel gelesen, bin aber immer nur auf recht vage mutmaßungen gestossen, die aber das, in meinen augen grundlegend andere resultat nicht plausibel erklären können.
    also, an was liegt das denn nun? der kolben? der variable druck? und überhaupt?

    lg,
    schnick

  2. #2
    floi ist offline Erfahrener Benutzer
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    Hallo Schnick!

    Ich gratuliere zur neuen Maschine! Du weißt, ich gehe davon aus dass Handhebel der richtige Weg ist... Warum, kann ich allerdings nicht beantworten, ist aber auch egal, viel Spaß Euch beiden!

    Beste Grüße, Florian

  3. #3
    Kaffeesack ist offline Erfahrener Benutzer
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    Hallo schnick.

    Schöne Maschine, wo hast du denn die aufgetrieben? ich dacht bisher, die wär zweikreisig mit Festwasser?

    Noch kann ich nichts zu beitragen, nächste Woche sollte meine Bezzi da sein..

    Bilder von der Conti wären schön, sabber

    Wie sieht denn die Ersatzteilsituation aus?

    ralph
    * 2x Carimali Alfa ER + 2x LSM SM 95A
    * Gaggia CC + Demoka 205 + Poccino Precisa Mill
    * Gene Cafe CBR-101

    *** Rosa Lappen..Häh..?!

  4. #4
    koffeinschock ist offline Erfahrener Benutzer
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    zweikreisige maschinen sind bei handhebel eher die ausnahme. beim handhebel war damals einfach kein hx vorhanden, das kesselwasser wird über den brühkopf runtergekühlt
    Optimismus ist nur ein Mangel an Information.
    Conti 'Monaco PM', Anfim Super Caimano On Demand Titanium

    neues zuhause gesucht (als kombi!): vfa-expres Office Plus; ECM Casa Manuale;

  5. #5
    schnick.schnack ist offline Erfahrener Benutzer
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    Hallo!

    @floi
    danke, ist wirklich ein schönes teil!

    @kaffeesack
    ich hab die mal bei ebay geschossen, stand dann lange bei mir in einzelteilen rum, da ich ich sie von grund auf neu aufgearbeitet habe. und wie das so ist, wartet man immer auf irgendwas oder man hat schlichtweg keine zeit oder lust. hat lange gedauert und leider dazu geführt das die frau hinter den heimischen siebträgern diese maschine mittlerweile regelrecht hasst sie stand immer irgendwie im weg rum...

    es ist definitv ein einkreiser mit 5l kesselvolumen. sie hat einen festwasseranschluss. allerdings verfügt sie über keinen ablauf, dafür aber über eine abtropfschale - theoretisch zumindest: bei meiner hat diese schale leider gefehlt habe ich aber einfach eine plastikschale reingestellt. ausser ein paar tropfen kann bei diesen maschinen ja auch nichts daneben gehn.

    die maschine ist bestechend einfach aufgebaut. was zur angenehmen folge hat, dass man bei fast keinem teil auf original teile angewiesen ist. und dort wo es nötig ist (zb die kolbendichtungen der gruppe) gibt es keine probleme, da conti die gruppe an ihren classicas noch verbaut. selbst wenn zb die heizsppirale den geist aufgibt, könnte man recht problemlos eine neue eigene anbringen (sie ist wird durch löcher der kesselwand ohne speziellen flansch geführt). ich sehe da eigentlich keine probleme. die maschine ist wirklich frei von jeglichem kokolores. sie hat zb nicht mal einen schalter um sie einzuschalten stecker rein und los!
    interessant finde ich auch den füllmechanismus des kessels, man hat zwar festwasser, muss aber dennoch selbst befüllen. geregelt wird das über einen zulaufhahn, der gleichzeitig das komplizierteste bauteil der maschine ist: im prinzip ist das nichts anderes als ein kugelhahn der mittels eines hebels geöffnet und geschlossen werden kann.
    ersatzteilsorgen braucht man bei der maschine wirklich nicht zu haben!

    was ich problematischer finde, ist optisch und gleichzeitig sensorisch einwandfreien espresso zu pressen. ich habe noch keinen shot gezogen, der entweder von der farbe und dicke der crema bei gleichzeitiger "normaler" durchlaufzeit irgendwie optimal ist. ich habe das gefühl, dass das irgendwie gegenläufige parameter sind, die man schlecht homogenisieren kann. also entweder ist die crema zu hell und zu dünn oder der shot hatte eine durchlaufzeit von einer minute und mehr.

    ich habe auch das gefühl, dass zumindest die conti gerne dunkle röstungen im sieb hat. ob das generell so ist, kann ich aber nicht beurteilen. bei mir jedoch gibt es einen deutlichen zusammenhang zwischen dem kohlefaktor und dem ergebnis. je dunkler die bohne, desto netter das ergebnis.

    die maschine reagiert auch extrem auf tampen, ich habe fast denn eindruck, dass weniger tampen zu besseren ergebnissen führt. also eher glattstreichen als verdichten. ebenso reagiert sie nicht besonders gütlich auf das überfüllen der siebe. das kaffeemehl quillt wesentlich stärker auf und braucht einfach auch mehr platz. der puck ist dafür wie aus dem bilderbuch: knarztrocken und löst sich leicht in einem stück. es bleiben praktisch keine reste zurück. allerdings führt schon leichtes unterbefüllen zu viel zu schnellem durchfluss und matschigem puck.
    --> man muss recht genau arbeiten.

    ich habe gehört, dass sich so eine maschine am anfang erst mal "einlaufen" muss. 50-100 espressi sollen das mindestens sein. mal sehen, ob ich es noch lerne die maschine in den griff zu bekommen!

    lg,
    schnick

  6. #6
    unclewoo ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard

    Hast du schonmal versucht, blind einen Kaffee aus deiner E61 mit einem aus der Handhebelmaschine zu vergleichen? Ich vermute, dass nämlich auch noch ein psychologischer Effekt dazukommt.

  7. #7
    schnick.schnack ist offline Erfahrener Benutzer
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    das habe ich noch nicht gemacht, aber die unterschiede im geschmack sind einfach zu deutlich. die selbe sorte schmeckt völlig anders. natürlich nicht grundlegend, aber eben differenzierter. es kann natürlich auch an der systematischen fehlbedienung liegen und ich rede mir das ergebnis schön

    edit:
    was natürlich auch sein kann, über das denke ich jetzt das erstemal nach, ist dass das ein völlig normaler "brühgruppenunterschied" sein könnte. vielleicht schmeckt die gleiche sorte aus verschiedenen brühgruppen einfach sehr unterschiedlich. hat jemand solche erfahrungen gemacht?

    lg,
    schnick

  8. #8
    haemmi ist offline Erfahrener Benutzer
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    Zitat Zitat von schnick.schnack
    das habe ich noch nicht gemacht, aber die unterschiede im geschmack sind einfach zu deutlich. die selbe sorte schmeckt völlig anders. natürlich nicht grundlegend, aber eben differenzierter. es kann natürlich auch an der systematischen fehlbedienung liegen und ich rede mir das ergebnis schön

    edit:
    was natürlich auch sein kann, über das denke ich jetzt das erstemal nach, ist dass das ein völlig normaler "brühgruppenunterschied" sein könnte. vielleicht schmeckt die gleiche sorte aus verschiedenen brühgruppen einfach sehr unterschiedlich. hat jemand solche erfahrungen gemacht?

    lg,
    schnick
    Hallo Schnick,

    ich habe eigentlich auch erst einige sporadische Versuche mit einer Handhebel (allerdings mit Wärmetauscher) hinter mir und auch die gleichen Schwierigkeiten wie Du registriert (insb. die Sensibilität in Bezug auf Mahlgrad und Füllmenge). Deine Geschmackseindrücke entsprechen dabei auch meinen.

    Ich glaube nicht, daß das ein Geschmacksunterschied ist, wie er auch zwischen verschiedenen Pumpenmaschinen zu beobachten ist. Nein, das wird spezifisch Handhebel sein!

    Gruß, Andreas

  9. #9
    graceland ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard Re: handhebelmaschinen: warum schmeckt es besser?

    Zitat Zitat von schnick.schnack
    1. es ist ungleich schwieriger einen "perfekten" espresso zu pressen, da eine solche maschine völlig anders reagiert. zb hat die feder einen variablen, am ende des federwegs sanft nachlassenden druck, was es recht schwer macht den richtigen mahlgrad zu finden.
    Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass die Federkraft mit der Zeit nachlässt bzw. die Feder irgendwann auch durch Materialermüdung brechen kann. Also vielleicht mal in eine neue Feder investieren?

    Gruß
    Ulli

  10. #10
    schnick.schnack ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard

    die feder hat zumindest optisch einen einwandfreien eindruck gemacht, sah wirklich aus wie neu. ist aber wahrscheinlich kein besonders verlässlicher indikator, nehm ich mal an.

    müsste man mittels eines siebträgermanometers eigentlich überprüfen können, oder?

    lg,
    schnick

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