Quick Mill 3004 - Und der Bericht einer Zufallsbegegnung
Hallo zusammen,
bei einem Besuch im "Espressoladen" Stuttgart schlug der Zufall gnadenlos zu: Im Rahmen einer Händlertour durch Deutschland war dort gerade der General Manager von Quick Mill, Herr M. Chinaglia, anwesend, sodass ich Gelegenheit zu einem sehr netten und ausführlichen Gespräch hatte. Ein paar Highlights der Inhalte hier mal in Kürze. Die Unterhaltung führte ich auf Italienisch, Deutsch und Englisch war nix
, leider ist mein Italienisch nicht so gut, dass ich sehr komplizierte Sachverhalte hätte diskutieren können. Aber immerhin.
Zur Firmenphilosophie: "QM will Maschinen für die Familie bauen, die leicht zu bedienen und morgens sehr schnell einsatzfähig sind, ohne Abstriche an der (Kaffee)-Qualität zu machen." Wenngleich QM auch, der Markt will's, E61-Derivate im Programm hat, so hält er doch die Thermoblock-Technik für die modernere und effizientere. Jedenfalls für den Hausgebrauch. Die leichten Siebträger sind zusammen mit dem Thermoblock klar entworfen, um auf schnelle Aufheizzeit zu kommen. Langlebigkeit sei ihm wichtig, auch dass man nach 15 Jahren noch Teile bekäme. Der (von mir kritisierte) anmontierte Tamper sei im Durchmesser deswegen kleiner 58 mm, sodass er auch mit dem 1er-Sieb problemlos funktioniere. (Stimmt für mich nicht ganz so: ich stoße mit meinem 58er nur an, wenn ich wirklich sehr wenig Pulver in den 1er-Träger mahle.)
Zu meiner Kritik zu geringer Temperatur für dunkle Röstungen: Die Maschinen können nicht regulär in der Temperatur eingestellt werden, der Thermostat am Block ist nicht elektronisch regelbar. Er beschrieb mir allerdings einen Trick zur Modifikation des Thermostaten. Ist allerdings nicht schnell zu ändern, sondern nur mit Deckel auf und leichtem Schrauben. Dabei würde dann die Temperatur um ca. 5°C erhöht. Ich werd's wohl nicht machen, da das wahrscheinlich für die meisten Sorten zu viel würde. Wer mehr wissen will, bitte PN.
Zum zweiten Thermoblock: Ist laut QM für Kunden, die sehr viel Kaffee / Cappu machen und hohen Durchsatz haben. Außerdem will's der Markt... Der Nutzen ist nicht sehr groß, da die QM sowieso schon schnell ist und die ganzen Temperatur-Surfing-Eigenheiten der Boiler-Einkreiser eh' schon entfallen. Ähnliches gilt für das Manometer: Als ich hinterfragte, wozu man das denn bräuchte (ich stell' nicht den Druck ein, sondern optimiere auf Durchlaufzeit und Menge), meinte er: "Stimmt, aber ich sei eben schon ein "apassionato" [Freak, nerd, Verrü...] aber der Normalkunde stehe darauf und wolle das wegen der Optik und weil er sich an den 8..9 bar fest halten kann." Die QM3004 wird es nicht in einer Variante mit Mühle geben, da der Platz wegen des zweiten Thermoblockes hierfür nicht ausreicht.
Zur Firma: QM wurde 1954 gegründet, anfangs stellten sie Mühlen her. Eigentlich sind es zwei Betriebe, sein Sohn ist für die "Carozzerie", sprich für die Edelstahlgehäuse der Maschinen zuständig. Verkauf in ganz Europa, weniger in Italien selbst (Bar-Kultur). Amerika im Kommen.
Und das Neueste: Sig. Chinaglia holte dann noch aus dem Auto eine Dual-Thermoblockmaschine und stellte das neue Design der Schalter vor: Runde Druckknöpfe mit Toggle-Funktion im edlen Chromlook, imho sehr schön zum Edelstahl-Design passend. (Sind kreisrund; sehen nur auf dem Foto elliptisch aus.) Und, die sollen jetzt auch für die bestehenden Edelstahl-Serien eingeführt werden, wie z.B. die 3035 und die schwarzen Plastikwippen ersetzen. Rückseitig sind übrigens noch zwei Schalter. Mit dem einen wird die ganze Maschine ein- und ausgeschaltet, mit dem 2. der Thermoblock zum Stromsparen bei reinem Espressobezug.
Damit ihr das schon mal ansehen könnt, ein Bild:

Grüße aus Schnee-Schwabenland, Wolfgang
Quick Mill 0835 - ja wirklich, die mit eingebauter Mühle
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