Hallo,
das ist mein erster Post hier im Forum (gelesen habe ich seit ein paar Wochen schon). Ich wollte mal eure geschätze Meinung zu meinem nächsten Upgrade einholen.
Wir haben vor ca. 6 Jahren eine Saeco Royal Professional angeschafft. Mit geeigneten Bohnen kann man mit der Saeco schon was Espresso-ähnliches "brauen" und wir waren einige Jahre auch ganz zufrieden damit. Die Wartungskosten bei so einer Maschine sind aber schon erheblich - in 6 Jahren habe ich fast EUR 400.- für Kundendienst und Reparaturen bezahlt, das ist mehr wie der halbe(!) Anschaffungspreis. Und das scheint mir kein kein Saeco spezifisches Problem zu sein - die Jura Maschine eines Freundes ist in den Unterhaltskosten sogar noch teurer...
Ich bin jedenfalls mit dem Kompromiss Vollautomat nicht mehr zufrieden und möchte es beim nächsten Kauf besser zu machen. Ich bin bereit bei der neuen Maschine Abstriche im Komfort zu machen. Allerdings müssen die neuen Gerätschaften auch für nicht tausendfach geübte Baristi Ergebnisse produzieren können, die deutlich über Vollautomaten-Nivau liegen...
Der Preis spielt erst mal eine untergeordnete Rolle, wichtiger scheinen mir diese Rahmenbedingungen:
1. Platzbedarf:
Wegen zu wenig Platz in der Küche, sollte die Kombination Siebträger + Mühle nicht viel mehr Platz (Breite) einnehmen als die Saeco Royal Prof. (max. 50cm)
2. Geringe Aufheizzeit:
Freunde kommen mal schnell zu Besuch und ich will einen Cappuccino anbieten - das sollte in maximal 15 Minuten möglich sein. Ich will doch kein 1300W-Gerät den ganzen Tag auf Verdacht laufen lassen. Oder brauchen die "Chrombomber", wenn sie mal heiss sind, kaum noch Strom?
3. Hohe Qualität - geringe Wartungskosten & Pflege
Auch die Saeco musste einmal die Woche gesäubert werden. Entkalken müssen wir nur ganz selten, da wir einen Ionentauscher haben, der unser hartes Wasser auf 5dH runter bringt. Ein Entkalken der Maschine nach ca. 2 Jahren würde ich gerne selber machen bzw. sollte preiswert beim Händler durchgeführt werden können. Je nach Ausführung der Boiler und Heizung scheinen manche Geräte anfälliger für Verkalkung zu sein als andere. Die Maschine muss ansonsten mechanisch & elektrisch ausgereift sein - das heisst kaum fehleranfällig (was man von der Saeco nicht behaupten konnte). Zudem würde ich immer einen namhaften Hersteller, der bereits länger am Markt ist und wo die Ersatzteilversorgung 100% gewährleistet ist, bevorzugen. Die Verarbeitungsqualität ist mir wichtig, aber bitte nicht nur äußerlich sondern auch innen.
4. Praxistauglichkeit (zu Hause) + Komfort
Damit meine Frau die Neue (Maschine) akzeptiert, muss das ganze so komfortabel/praktisch wie möglich sein. Ich habe ja 100% Verständnis, wenn viele hier sich als "Hobby"-Baristi betätigen und viel Zeit für ihre Machina investieren - die habe ich leider nur begrenzt und meine Frau hat wenig Geduld sich mit komplizierten Gerätschaften auseinander zu setzen. Mein Anspruch wäre: Kaffeemehl kommt aus der Mühle ohne Sauerei für ein oder zwei Tassen dosiert in den Siebträger. Danach kurz tampern und in die Maschine gedreht. Für das ausklopfen des Kaffeemehls danach am besten eine Schublade unter der Mühle? Das scheint mir immer ein Problem zu sein: Wie kriegt man das Kaffeemehl ohne Sauerei und "verbrannte" Finger aus dem Siebträger um dann schnell den nächsten Espresso zu machen? Mit meiner allerersten Gaggia CC war das immer ein Nightmare (da fiel oftmals das heisse Sieb aus dem Siebträger)... Klappt das bei der E61 Gruppe besser?
In diesem Zusammenhang überlege ich auch, ob nicht ein Festwasseranschluss, den Komfort erhöhen würde (leise Rotationspumpe + nie mehr Wasser nachfüllen/ausschütten). Die Maschine steht ca. 1 Meter seitlich von unserer Spüle. Für die Zuleitung müsste ich halt durch die Küchenplatte ein Loch bohren.
Wir machen pro Tag ca. 4 Cappuccinos - am Wochende und in den Ferien auch deutlich mehr. Ich glaube, wenn der Espresso deutlich besser wird, werden sich diese Zahlen erhöhen... Das sind also bei weitem keine Mengen, für die man eine Profi-Maschine bräuchte. Ich habe deshalb zwischendrinn tatsächlich schon mit einem Nespresso-System geliebäugelt. Der Espresso (z.B. Arpeggio) schmeckt schon deutlich besser wie aus meiner Saeco. Was mich aber daran stört: Die eingeschränkte Auswahl an Espresso-Sorten, kaum Geräte mit gutem Dampf, die Preise für die Kapseln... und letztendlich ist der Espresso aus einem guten Siebträger doch noch schmeckbar besser...
Ups, das ist jetzt doch ganz schön lang geworden. Mal sehen wer jetzt noch Lust hat erste Empfehlungen abzugeben...![]()
Bernhard


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