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  1. #1
    wolfrat ist offline Neuer Benutzer
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    Standard Die Microcimbali als Grundlage Nespresso zu toppen.

    Ein weiterer Anfänger...

    Vor etwa zwei Monaten hatte ich nach einem Jahr Instantkaffee die Nase voll und wollte einen anständigen Espresso.

    Das Ende der Königin!

    Während dieses einen Jahres stand meine König Nespresso Maschine umzugshalber auf dem Estrich eines Kollegen. Vor 2 Monaten habe ich sie mir geholt, ausgepackt und hingestellt. Eine erste Reinigung sollte sie für die bereits bestellten Kapseln startklar machen. Also Zitronensäure und Wasser eingefüllt, eingeschaltet und .... das gute Stück klang nicht wie gewohnt, sondern eher verstopft. Nicht mit gutem Willen, Geduld und Ausdauer sowie aggresivem Entkalker liess sie sich zur Arbeit ermutigen. Also wieder eingepackt und zum Händler damit.
    Die Reparatur wurde dann auf präzise 188CHF veranschlagt und zu diesem Preis gäbe es bereits eine neue. Während etwa 3 Wochen konnte ich mich nicht entscheiden was zu tun sei. Erst nach mehrmaligem Mahnen des Händlers micht zu entscheiden, liess ich das gute Stück stehen und trottete von dannen, überzeugt davon mir eine neue Königin zu kaufen. Die gekauften Kapseln liegen noch immer ungenutzt in der Küche.

    Espresso aus dem Mokkakrug?

    Es vergingen weitere Wochen und noch immer hatte ich keinen wirklich schönen Espresso getrunken. Des Instantkaffees zunehmend überdrüssig, sollte der Wunsch nun Wirklichkeit werden.
    Das einzige verfügbare Mittel dazu war der Mokkakrug für die Herdplatte, der seit Jahren ungebraucht im Schrank lag. Einige Nachforschungen ergaben spannende Erkenntnisse über guten Espresso.
    Gemäss irgendeinem italienischen Espresso Institut ergeben auf 92° Celsius erhitzte 25ml Wasser, die während einer Extraktionszeit von 25 Sekunden mit einem Druck von 9,23 bar durch 6,95 Gramm fein gemahlene Kaffeebohnen Rustica und Arabica im Mischverhältnis von 2:3 und in feinster Espressoröstung gedrückt wird den perfekten Espresso.
    Wir versuchten diese Angaben soweit als irgendwie möglich auf die gegebenen Umstände anzupassen und ermittelten mit längeren Versuchsreihen die Parameter für geniessbaren Kaffee aus dem Krüglein. Ziel war es für 2 Personen Mokka zu produzieren.
    Die Espressoparameter förderten eher enttäuschende Ergebnisse zu Tage. Folgende Parameter waren da schon weitaus besser.
    150 ml Ilanzer Leitungswasser wurden in den unteren Teil des Krugs gefüllt. Befüllt mit 14 Gramm 'Caffé Caruso Gusto classico Espresso', gemahlen in der Kunden Kaffeemühle der Schweizer Lebensmittelkette Migros auf Stufe 3, wurde der Krug zusammengeschraubt und auf Stufe 12 der Schnellkochplatte zum Sieden gebracht. Wasser siedet hier bei uns auf ca. 720 m.ü.M. bei 97,6 °C. Wenn der Krug sofort nach dem Durchlauf von der Platte genommen wird, der Inhalt in Tassen gekippt und mit Milch aufgewertet wird, ist das Resultat durchaus geniessbar.
    Die Herstellung wurde fotografisch dokumentiert und wird morgen nachgereicht.

    Das war vor 2 Wochen!

    Da war doch was..... eine Handhebelmaschine

    Auf einschlägigen Webseiten las ich immer wieder von Handhebelmaschinen. Plötzlich kam mir in den Sinn, dass ein guter Freund mit so einem Teil nicht zuwege kam und sich (unter anderem von mir) ein Nespresso Maschinchen schenken liess. (Seit da gibt es auch bei ihm anständigen Kaffee anstelle von missratenem Espresso oder Intsantlösung). Nun stand da also so ein Ding bei ihm im Keller. Ein Anruf genügte um mir dieses Maschinchen zu sichern und seit 30 Stunden steht sie in unserer Küche. Die Dame heisst eigentlich Microcimbali, wird aber mittlerweile von mir bereits Diva genannt. Wie ich heute hier las, ist diese Namensvergabe gebräuchlich.

    Auf in den Kampf!!

    Sie war sehr schmutzig und musste erstmal gereinigt werden. Also befüllte ich sie mit verdünntem Zitronenkonzentrat, steckte sie ein und fing an zu heizen. Die Flüssigkeit die aus der Dusche und dem Heisswasserhahn entwichen liessen mich schon fast das erste Mal entmutigt das Handtuch werfen. Der Griff zum Werkzeugkoffer war unvermeidlich und gleichzeitig beschlich mich das Gefühl, dass diese Maschine bestimmt eine billige Fehlkonstruktion sein muss. Wenn für die Reinigung eines Stücks Maschinenbau ordinäres Werkzeug zum Zuge kommt, kann nicht von ingeniöser Arbeit die Rede sein, folglich kann das Ding ja auch nicht viel wert sein.
    Die Lektüre in diesem Forum belehrte mich eines besseren und heute machte ich mich auf Kaffeemaschinentaugliche Entkalker zu kaufen und machte mich an die systematische Entkalkung des Boilers. Hierzu wurden die Schrauben unterhalb des Hebels gelöst und der Kolben mitsamt des Federmechanismus entfernt. Auch den Brühkopf, der den Siebträger aufnimmt schraubte ich heraus und befreite ihn vom Kalk. Dem Kalk im Boiler rückte ich zusätzlich mit einer alten Zahnbürste zu Leibe.
    Nach mehrmaligem Ausspühlen machte ich mich an den Zusammenbau, welcher auf Anhieb fast gelang.

    Voller Vorfreude auf einen ersten Espresso befüllte ich das Sieb mit exakt 7 Gramm des oben erwähnten Kaffeemehls, hakte den Siebträger feste ein und zog zum ersten Male ernsthaft am Hebel. Den ganzen langen Weg bis fast zuunterst passierte nichts. Doch dann, unten angekommen passierte mehr als erwartet. Wie ein kotzendes Baby spuckte die Dame den Inhalt des Siebes aus und verteilte ihn über den ganzen Tisch. Grund war die nicht korrekt sitzende Dichtung, welche zwischen Brühkopf und Siebträger sitzt. Nocheinmal nahm ich den Brühkopf ab, setzte die Dichtung richtig ein, fixierte sie mit dem Siebträger und schob den Brühkopf erneut über die Dusche. Und siehe, nun klappte es mit der Druckverteilung beim Espressobezug.

    Die Brühe

    Espressobezug? Du meine Güte! Was ich da erhielt war nicht im mindesten was ich erwartete. Meine Kumpels schütteten den Inhalt der Espressotässchen trotz Kaschierens mit viel Milch und Zucker lieber in den Ausguss.

    Die Fragen ??

    Nun habe ich erst mal drei Fragen zu meiner Diva, eine, hoffe ich, ist rhetorischer Natur.

    Mit der Microcimbali lässt sich doch guter Espresso brauen?

    Wenn ja, weiss jemand wie ich für den Anfang die Parameter wählen soll?
    (Kaffee gemahlen als Probierset von wem und welches Probierset? Wie lange, wie schnell usw. hebeln?)

    An der Zugstange sitzt oberhalb des Hebels eine verchromte Mutter mit Teller und eine Kontermutter. Stellt man damit etwas ein? (Kaffeemenge o.ä.)


    Ich hoffe sehr auf Eure Hilfe, und ich wünsche mir tatsächlich Espresso in Nespresso Qualität daraus heraus zu pressen.

    Vielen Dank erstmal und liebe Grüsse aus den Bündner Bergen.
    Geändert von wolfrat (14.08.2007 um 01:24 Uhr)

  2. #2
    meister eder ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Die Microcimbali als Grundlage Nespresso zu toppen.

    hallo wolfrat, willkommen im forum!
    ein schönes stück hast du dir da ausgesucht. eins gleich vornweg: das kann so nix werden! der espresso, den du verwendest, ist viel zu grob gemahlen, da brauchst du eine eigene mühle wie zb eine demoka m203 oder eine ascaso i-mini. alles darunter ist vergebens...
    bis du die hast, kannst du schonmal im kaffeewiki lesen, den link gibt's in meiner signatur. ganz unten in dem artikel ist der abschnitt über handhebelmaschinen.
    ich hab jetzt nur keine ahnung, ob die "diva" eine direkte oder eine federbetriebene ist. die direkten, zb la pavoni erzeugen den druck auf das mehl direkt über den hebel, die federmaschinen werden erst mit dem hebel gespannt, das wasser kommt aber erst, wenn man den hebel wieder loslässt. bei den direkten kannst du selber den druck bestimmen, bei den anderen müsstest du dafür schon die feder tauschen oder mit der hand am hebel nachhelfen.
    grundsätzlich gilt aber: solche maschinen können einen vorzüglichen espresso machen, wenn man mit ihnen umzugehen versteht.
    benutz mal ein wenig die suchfunktion zum thema handhebel.
    gruß, max
    KaffeeWiki.de: Einsteigerartikel Abkürzungen
    astoria jun1, sm90, rocky d, eureka giotto "s.d.", rancilio md50, mahlkönig brasilia, krups t8, aeropress, karlsbader, alfredo 9016 (v1.0), delonghi ick 5000
    z.Zt. i.d.M.: quijote oh, harvey! espresso, quijote zamora filter

  3. #3
    wolfrat ist offline Neuer Benutzer
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    Standard AW: Die Microcimbali als Grundlage Nespresso zu toppen.

    Hallo Max

    Vielen Dank für Deine schnelle Antwort. Das mit der Mühle und dem frischen Kaffee habe ich geschluckt. Noch ist es jedoch nicht soweit, dass ich mir eine kaufen kann.
    Darum fragte ich ja auch nach den Probiersetz von Kaffeeröstern. Gibt es da eines, das sich für die Microcimbali besonders eignet? Ich will ja jetzt nicht warten bis ich mir eine Mühle leisten kann, sondern vorher schon weiter probieren.

    Vielen Dank für weitere Tipps.
    Nicht mehr absoluter Anfänger..

    Microcimbali, Zassenhaus Mokka

  4. #4
    heyhan ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Die Microcimbali als Grundlage Nespresso zu toppen.

    Die Kaffeerösterei Mirella bietet für Siebträger vorgemahlenen Espresso an. Wenn Du dann noch das 2er Sieb verwendest und mit Mahlgut-Menge und Anpressdruck variierst, könnte es sein, dass etwas Brauchbares herauskommt.
    Du solltest versuchen auf die 25 - 30s Durchlaufzeit kommen. Aber, ehrlich gesagt, bin ich da skeptisch...

    Max hat schon Recht, wenn er sagt, dass es ohne Mühle nix wird. Egal, ob Du jetzt schon rumprobieren willst, oder nicht. Der benötigte Mahlgrad variiert von Maschine zu Maschine, von Sieb zu Sieb, von Kaffeesorte zu Kaffeesorte, usw. Vielleicht solltest Du einfach warten, bis Du Dir die Mühle leisten kannst! Steigert die Vorfreude ungemein

    Ein großer Fehler, den Du machen kannst, ist, dass Du die Maschine aus der Hand gibst, ohne es je mit der Mühle versucht zu haben.

    Viele Grüße,
    Hannes

    P.S. Ne Zassenhaus Handmühle wäre vielleicht noch eine billigere Alternative...

    Viele Grüße,
    Hannes

  5. #5
    langbein ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Die Microcimbali als Grundlage Nespresso zu toppen.

    Ich würde - wenn es denn schon gemahlener Kaffee sein muss - auf absolute Frische und damit kleine Verpackungseinheiten setzen. Damit sind die meisten Versender (mit Mindestbestellmengen) eigentlich schon aus, vielleicht findest Du einen lokalen Röster (lieber einen mittelmäßigen Kleinröster, der frische Ware bietet, als wochenalten Premium-Kaffee. Der Mahlgrad sollte sehr fein sein...

    Aber Du solltest Dich trotzdem auf eher frustrierende Erlebnisse und nicht optimalen Geschmack einstellen, da man wirklich nur mit einer eigenen Mühle auf die individuellen Eigenschaften des Kaffees und der sonstigen Rahmenbedingungen (Maschine, Wetter...) reagieren kann. Die Durchflussraten können mit vorgemahlenem Kaffee nur durch Zufall optimal werden, der Geschmack verschlechtert sich nach kurzer Zeit rapide.
    Carimali Uno E und Quamar M80E

  6. #6
    ML1
    ML1 ist offline Benutzerkonto gesperrt (E-Mail ungültig)
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    Standard AW: Die Microcimbali als Grundlage Nespresso zu toppen.

    Glückwunsch zu der schönen Maschine!

    Hier kannst du dir die komplette Prozedur mal als Video anschauen:

    Gaggia Achille lever shot from start to finish

    Gruss, M.

  7. #7
    wolfrat ist offline Neuer Benutzer
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    Standard AW: Die Microcimbali als Grundlage Nespresso zu toppen.

    Mir als günstige Alternative eine Zassenhausen Espressomühle zu suchen habe ich mir auch schon überlegt. Wie ich jedoch gelesen habe sei die Firma letztes Jahr pleite gegangen?

    Ob wohl jemand von Euch lieben Espressisti eine über hat?

    Ich halte Euch auf dem Laufenden

    Liebe Grüsse Ralph
    Nicht mehr absoluter Anfänger..

    Microcimbali, Zassenhaus Mokka

  8. #8
    wolfrat ist offline Neuer Benutzer
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    Standard Die Fotostrecke für den Mokka (Teil 1)

    Anbei wie versprochen die Bilder zur Erstellung des Kaffees aus der Mokka Kanne.







    Liebe Grüsse, Ralph
    Nicht mehr absoluter Anfänger..

    Microcimbali, Zassenhaus Mokka

  9. #9
    wolfrat ist offline Neuer Benutzer
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    Standard Die Fotostrecke für den Mokka (Teil 2)









    Es bleibt die Hoffnung auf bessere Zeiten.

    Erstmal muss ordentliches Kaffeemehl her. Das ist die Mission des Tages.
    Nicht mehr absoluter Anfänger..

    Microcimbali, Zassenhaus Mokka

  10. #10
    Eisbär ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Die Microcimbali als Grundlage Nespresso zu toppen.

    Zitat Zitat von ML1 Beitrag anzeigen
    Hier kannst du dir die komplette Prozedur mal als Video anschauen:
    Gaggia Achille lever shot from start to finish
    Mit dem Hinweis, dass die Gaggia im Video keine Feder hat, die Microcimbali aber schon. Das bedeutet, dass bei der Microcimbali nicht so wild am Hebel gezerrt werden muss. Mit moderatem Krafteinsatz und langsamem Runterdrücken kann ich meine Elektra (hat auch ne Feder) (fast ) einarmig bedienen, ohne dass sie umkippt. Evtl ist das bei der Microcimbali genauso.
    (PS: Das soll jetzt bitte nicht als "Ich kann das aber superdupertoll und ihr nicht" verstanden werden, sondern soll lediglich den Unterschied zu federlosen Heblern unterstreichen).

    @Wolfrat: Kauf dir schnellstmöglich eine Mühle und mahle selbst fein genug. Bis du den richtigen Mahlgrad gefunden hast (Anleitung im Kaffeewiki), werden natürlich eingie 100g Kaffee "verschwendet" werden. Aber das anfangs gehört dazu. Mehr Verschwendung fände ich es, wenn du noch lange fertig gemahlenen Kaffee kaufst, der dann aber nicht passt.
    Gruss, Frank
    Poccino Opus One, Elektra micro casa a leva S1CO, Mazzer Mini

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