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Thema: Oscar-Mod

  1. #1
    DierdreDipstick ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard Oscar-Mod

    Nach längerer Abstinenz hier im Forum (u.a. Urlaub), habe ich festgestellt, daß es hier einige Threads zu Modifikationen an der Oscar gegeben hat. Teilweise sind die durchgeführten Eingriffe jedoch recht extrem und ich denke auch nicht unbedingt angemessen, da sie die Maschine schließlich nicht wirklich verbessern. Das Expansionsventil im Kaltwasserbereich macht sie m.M.n. sogar schlechter,

    Ich habe unterdessen selber zwei kleinere "Mods" an der Maschine durchgeführt. Die erste ist ein Loch:



    Und "in Aktion":


    Ein kleines Loch, das es mir erlaubt, die Temperatur umzustellen, ohne die Maschine zu öffnen. Empfehlenswert, zumal man das Loch sowieso nicht sieht, wenn die Tassen auf der Wärmfläche stehen.
    Hier spielt die Oscar natürlich ihre Vorteile voll aus, oder möchte jemand eine Cimbali seitlich anbohren?

    Die zweite Mod im Original:


    Das ist nicht Oscar von innen, sondern eine Kraftstoff-Dosierpumpe und die treibt auch nicht Kaffeemaschinen, sondern Standheizungen an. Um die Pumpe geht es bei der Mod auch nicht, sondern um die EPDM-Schelle, die sie umgibt. Da ich für den Hersteller dieser Pumpe arbeite (ich simuliere sie), hatten wir von diesen EPDM-Ringen noch ein paar übrig, die ich kleingeschnitten und unter die Füße von Oscar und meiner Mühle platziert habe. Oscar steht jetzt äußerst rutschfest und ich muss die Maschine endlich beim Siebträgereinspannen nicht mehr festhalten. Und die Mühle überträgt ihre Vibrationen nicht mehr an die Arbeitsplatte und ist demzufolge wesentlich leiser geworden.

    Kleine Mods - aber wirkungsvoll.

    Gruß,
    Andreas
    Geändert von DierdreDipstick (16.08.2007 um 22:46 Uhr)
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  2. #2
    heyhan ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Oscar-Mod

    Zitat Zitat von DierdreDipstick Beitrag anzeigen
    Das Expansionsventil im Kaltwasserbereich macht sie m.M.n. sogar schlechter,
    Hallo Andreas,

    könntest Du mir das bitte genauer erklären? Warum ändert sich die Wassertemperatur durch diese Modifikation?

    Dann nochwas: Wenn Du ein komplett geschlossenes Siebträgermanometer an Deine Oscar anschliesst, auf welchen Druck kommst Du da? Bei waren das 15 Bar. Nach meinem Verständnis hätte doch das originale Expansionsventil da schon längst öffnen müssen!? Reinhold meinte aber, dass das so in Ordnung ist - da ich ja keinen Kaffee und Bezug habe.

    Diese Umstände haben mich zu dem Kaltwasser-Mod. bewogen, der übrigens komplett rückbaubar ist.

    Deine Modifikation zur Temperaturänderung finde ich gut, allerdings schrecke ich davor zurück den Deckel anzubohren...

    Viele Grüße,
    Hannes

  3. #3
    DierdreDipstick ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Oscar-Mod

    Zitat Zitat von heyhan Beitrag anzeigen
    könntest Du mir das bitte genauer erklären? Warum ändert sich die Wassertemperatur durch diese Modifikation?
    Die Pumpe fördert bei einem Druck von 9 bar deutlich mehr als die 50ml/min, die etwa für einen einfachen Espresso benötigt werden. Den Rest führt das Expansionsventil ab. Führt man dieses Wasser vor dem Wärmetauscher ab, hat man einen sehr geringen Durchfluss im Wärmetauscher. Man müsste also die Kesseltemperatur herunterdrehen, um noch dieselbe Brühtemperatur zu erhalten. Ausgelegt ist die Maschine darauf, auch das über das Expansionsventil abzuführende Wasser aufzuheizen. Das hat im Übrigen einen handfesten Vorteil: Egal ob man mit Einer- oder Zweiersieb arbeitet, die Temperatur des Wassers, das den Wärmetauscher verlässt, ist immer gleich.


    Zitat Zitat von heyhan Beitrag anzeigen
    Dann nochwas: Wenn Du ein komplett geschlossenes Siebträgermanometer an Deine Oscar anschliesst, auf welchen Druck kommst Du da? Bei waren das 15 Bar. Nach meinem Verständnis hätte doch das originale Expansionsventil da schon längst öffnen müssen!? Reinhold meinte aber, dass das so in Ordnung ist - da ich ja keinen Kaffee und Bezug habe.
    Diese Umstände haben mich zu dem Kaltwasser-Mod. bewogen, der übrigens komplett rückbaubar ist.
    Ja, so war das bei mir auch im Auslieferungszustand. Man kann das Expansionsventil meiner Oscar recht leicht verstellen, ich habe es allerdings mit Teflonband zusätzlich abgedichtet. Es ist zwar jetzt nicht über eine Kontermutter oder ähnliches arretiert, aber verstellen tut es sich auch so nicht.

    Zitat Zitat von heyhan Beitrag anzeigen
    Deine Modifikation zur Temperaturänderung finde ich gut, allerdings schrecke ich davor zurück den Deckel anzubohren...
    Das Loch sieht man sowieso normalerweise nicht. Für mich ist es jedenfalls sehr wichtig, auch mal schnell Veränderungen an der Kesseltemperatur vornehmen zu können. Meist ist es doch so, daß selbst wenn man den Mahlgrad auf perfekte 25 sec. eingestellt hat, immer noch leichte Verbesserungen am Geschmack möglich sind. Die holt man dann über Temperaturveränderung. Dafür nicht mehr den Deckel abschrauben zu müssen, finde ich sehr gut.

    Gruß, Andreas
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  4. #4
    haemmi ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Oscar-Mod

    Zitat Zitat von DierdreDipstick Beitrag anzeigen
    Ausgelegt ist die Maschine darauf, auch das über das Expansionsventil abzuführende Wasser aufzuheizen.
    Worauf stützt Du Deine Annahme? Der Wärmetauscher der Oscar müßte ja dann anders als bei fast allen übrigen Maschinen einschließlich der Barmaschinen für Bezug Schlag auf Schlag eine deutlich höhere Aufheizleistung haben. Wie unterscheidet sich denn hier speziell der Wärmetauscher der Oscar.

    Angesichts der Bauweise des Ventils und des Umstands, daß im Auslieferungszustand der Oscar nach dem, was ich so gelesen habe, nichts aus dem Expansionsventil während des Bezugs abfließt (also keine Begrenzung des Pumpendruckes stattfindet), habe ich auch meine Zweifel, ob da in dieser Richtung groß was ausgelegt ist. Anscheinend sind doch nur die paar Tropfen einkalkuliert, die durch die Expansion des Wassers im Ruhezustand abfließen.

    Ich habe den ganz starken Verdacht, daß der Grund für das Expansionsventil im Heißwasserbereich nicht bei den Ingenieuren liegt, sondern diese Lösung von den Kaufleuten aufdiktiert wurde.

    Gruß, Andreas

  5. #5
    Stefan ist offline Moderator
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    Standard AW: Oscar-Mod

    Zitat Zitat von haemmi Beitrag anzeigen
    Angesichts der Bauweise des Ventils und des Umstands, daß im Auslieferungszustand der Oscar nach dem, was ich so gelesen habe, nichts aus dem Expansionsventil während des Bezugs abfließt (also keine Begrenzung des Pumpendruckes stattfindet)
    Diese Annahme ist falsch, bei korrekt ausgeführtem Ventil wird selbstverständlich während des Bezugs/bei Erreichen des korrekten Öffnungsdrucks (9-10bar) Wasser abfliessen.

    Ich habe den ganz starken Verdacht, daß der Grund für das Expansionsventil im Heißwasserbereich nicht bei den Ingenieuren liegt, sondern diese Lösung von den Kaufleuten aufdiktiert wurde.
    Auch diese Annahme entbehrt jeder technischen Grundlage.
    Es ist vollkommen egal, auf welcher Seite das Expansionsventil sitzt, denn bei korrektem Druck - auf den sich der Thermosyphon ja letztlich in seiner Auslegung bezieht - ist im Bereich des Thermosyphons auch immer die korrekte Durchflussrate gegeben. Genau deswegen ist auch diese Bastelei mit dem Ventil im Kaltwasserteil völliger Kokolores.

    Gruss
    Stefan

  6. #6
    heyhan ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Oscar-Mod

    Zitat Zitat von DierdreDipstick Beitrag anzeigen
    Die Pumpe fördert bei einem Druck von 9 bar deutlich mehr als die 50ml/min, die etwa für einen einfachen Espresso benötigt werden. Den Rest führt das Expansionsventil ab. Führt man dieses Wasser vor dem Wärmetauscher ab, hat man einen sehr geringen Durchfluss im Wärmetauscher.
    Hallo Andreas,
    erstmal Danke für Deine Antwort! Eines verstehe ich aber trotzdem noch nicht:

    Das "große Ziel" ist es doch eigtl. beim Tampern das Kaffeemehl so zu verdichten, dass es das ankommende Wasser bei einem Druck von 9 Bar mit ca. 1ml/s (Single-Shot) durchfliessen lässt. Nach meinem Verständnis sollte in dieser Situation überhaupt kein Expansionsventil öffnen! Deiner Argumentation folgend, wäre auch in diesem Fall die Flussrate durch den Wärmetauscher zu niedrig und das Wasser zu heiß. Oder nicht?

    Ausserdem fliesst durch mein Expansionsventil selbst bei 15 Bar (nahezu?) kein Wasser - wie soll es da bei niedrigerem Druck Wasser abführen? Ich müsste wohl zumindest an dem Original Expansionsventil etwas verstellen.

    Bisher ist meine Erfahrung jedenfalls, dass der Espresso nicht verbrannt schmeckt. Ob er messtechnisch heisser ist, kann ich nicht sagen.

    Die Kesseltemperatur zu verändern traue ich mich erst, wenn ich ne geeignete Messgarnitur habe Ich will meine Maschine immer in den Ausgangszustand zurücksetzen können...

    Viele Grüße,
    Hannes

    P.S. Danke für Deine Videos, die haben mir schon vor längerer Zeit sehr weitergeholfen.

  7. #7
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    Standard AW: Oscar-Mod

    Zitat Zitat von heyhan Beitrag anzeigen
    Das "große Ziel" ist es doch eigtl. beim Tampern das Kaffeemehl so zu verdichten, dass es das ankommende Wasser bei einem Druck von 9 Bar mit ca. 1ml/s (Single-Shot) durchfliessen lässt. Nach meinem Verständnis sollte in dieser Situation überhaupt kein Expansionsventil öffnen! Deiner Argumentation folgend, wäre auch in diesem Fall die Flussrate durch den Wärmetauscher zu niedrig und das Wasser zu heiß. Oder nicht?
    Wieviel Wasser bei 9 bar fließt entscheidet niemand anderes als die Pumpe. In der Pumpenkennlinie kann man ablesen, was dann fließt. Und das sind deutlich mehr als 1ml/s. Der Rest muss über ein Ventil abgeführt werden.

    Gruß,
    Andreas
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  8. #8
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    Zitat Zitat von haemmi Beitrag anzeigen
    Worauf stützt Du Deine Annahme? Der Wärmetauscher der Oscar müßte ja dann anders als bei fast allen übrigen Maschinen einschließlich der Barmaschinen für Bezug Schlag auf Schlag eine deutlich höhere Aufheizleistung haben. Wie unterscheidet sich denn hier speziell der Wärmetauscher der Oscar.

    Angesichts der Bauweise des Ventils und des Umstands, daß im Auslieferungszustand der Oscar nach dem, was ich so gelesen habe, nichts aus dem Expansionsventil während des Bezugs abfließt (also keine Begrenzung des Pumpendruckes stattfindet), habe ich auch meine Zweifel, ob da in dieser Richtung groß was ausgelegt ist. Anscheinend sind doch nur die paar Tropfen einkalkuliert, die durch die Expansion des Wassers im Ruhezustand abfließen.

    Ich habe den ganz starken Verdacht, daß der Grund für das Expansionsventil im Heißwasserbereich nicht bei den Ingenieuren liegt, sondern diese Lösung von den Kaufleuten aufdiktiert wurde.

    Gruß, Andreas
    Es hat vor etwa einem Jahr eine Serienumstellung bei der Oscar stattgefunden, die, zumindest bei meiner Maschine, auch das Expansionsventil betraf. Das Expansionsventil besteht, wie vorher aus einer aus einem Messingsechskant gearbeiteten Ventilhülse, in die ein Federhalter eingeschraubt wird, der auf der Rückseite eine Schlauchtülle hat. Bei den älteren Ventilen war es so, daß an dem Federhalter ein Sechskant angearbeitet war, mit dem der Federhalter fest gegen einen Anschlag eingeschraubt wurde. Bei den meisten Ventilen war es dann so, daß der Druck auf etwa 10 bar fest eingestellt war. Bei dem in meiner Maschine eingebauten Ventil sieht es mir ein bißchen so aus, als hätte man Einstellbarkeit mal geplant, dann aber doch sein lassen. Der Sechskant am Federhalter fehlt nämlich völlig und damit auch der begrenzende Anschlag beim Einschrauben. Es sieht so aus, als wäre eine Kontermutterlösung à la Bezzera Exp.-Ventil geplant gewesen, es ist aber keine Kontermutter vorhanden. Bei meiner Maschine wurde der Federhalter bis auf Anschlag (außen am Dichtkörper) reingeschraubt, so daß das Ventil in der Tat auch bei Blindsieb nicht mehr öffnete. Ich habe den Federhalter herausgeschraubt, Teflonband aufs Gewinde gewickelt und ihn wieder reingeschraubt, bis das Siebträgermanometer etwa 10,5 bar anzeigte. Dieser Druck verstellt sich bei meiner Maschine nicht, obwohl keine mechanische Fixierung des Einstellpunkts vorhanden ist.
    Das Setup der Maschine ist nun so, wie bei einer korrekten Oscar vorher.

    Gruß, Andreas

    P.S. Ich glaube (hoffe) nicht, daß bei den Kaffeemaschinenherstellern in Italien die Kaufleute den Ingenieuren allzuviele Vorschriften machen können, das ist schließlich kein Automotive. Zumal: Was soll dem Kaufmann an der Heißwasser-Lösung liegen? Ich finde, die hat eher technische Vorteile.
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  9. #9
    heyhan ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Oscar-Mod

    Zitat Zitat von DierdreDipstick Beitrag anzeigen
    Bei meiner Maschine wurde der Federhalter bis auf Anschlag (außen am Dichtkörper) reingeschraubt, so daß das Ventil in der Tat auch bei Blindsieb nicht mehr öffnete. Ich habe den Federhalter herausgeschraubt, Teflonband aufs Gewinde gewickelt und ihn wieder reingeschraubt, bis das Siebträgermanometer etwa 10,5 bar anzeigte. Dieser Druck verstellt sich bei meiner Maschine nicht, obwohl keine mechanische Fixierung des Einstellpunkts vorhanden ist.
    Das Setup der Maschine ist nun so, wie bei einer korrekten Oscar vorher.
    Sehr aufschlussreich! Ich werde in den nächsten Tagen gleich mal das Kaltwasser-Expansionsventil komplett schliessen und das Heisswasser-Expansionsventil öffnen.
    Du meinst schon 10,5 Bar, bei komplett geschlossenem Siebträgermanometer - oder verwendest Du eines mit Nadelventil?


    Grüße,
    Hannes

  10. #10
    nobbi-4711 ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Oscar-Mod

    Theoretisch müßte der Wärmetauscher deutlich schneller auskühlen, da mehr Wasser durchgepumpt wird, als wenn das Exp.ventil davor sitzt. Bei 9bar wären das immerhin 200 bis 250 ml/min, also etwa 100ml während des 25sec Brühvorgangs. Richtig ist, dass die durchgeführte Wassermenge bei einfachem und doppeltem Espresso gleich ist (im Unterschied zur Kaltwasserlösung). Die Frage ist, ob der WT diese Menge abkann, ohne dass die Temp am Kaffee deutlich abfällt. Ein direkt danach bezogener Kaff könnte ebenfalls sauer werden.

    Greetings \\//

    Marcus
    Seit Jahren die erste Dallacorte Mini EX4 -> also Vorsicht, subjektiv

    Gehabt und wieder los: Marzocco GS3, PID-Silvia, Carimali UNO E, Bezzera 99 (brühdruckgetunt), Hebelchen-Pavoni

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