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  1. #1
    allesneumachtdermai ist offline Neuer Benutzer
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    Standard "Großer Kaffee" mit Espressomaschine?

    Hallo,

    mein alter Saeco-Vollautomat hat den Geist aufgegeben und jetzt, nachdem ich viel überlegt habe, spiele ich mit dem Gedanken, mir eine richtige Espressomaschine zu kaufen. Sie soll nicht teuer sein, aber qualitativ gut. Favoriten: Rancilio Silva mit einer Demoka M-207 für 689,- zusammen.

    Was mich vom entscheidenden Klick abhält:
    • ich trinke auch mal eine große, eher "normale" Tasse Kaffee (=Cafe Creme?), insbesondere auch Besucher. Bekomme ich den damit hin? Einen großen Espresso mit heißem Wasser verdünnen? Oder einfach lange laufen lassen? Wie große Tassen passen unter den ST?
    • der Vollautomat war recht komfortabel, aber der Kaffee im Nachhinein eher mau. Werde ich mich an die zusätzlichen Handgriffe gewöhnen?
    • In der Summe (man braucht ja noch eine Schublade und einen Tamper?) finde ich den Preis schon heftig. Macht es Sinn, zu sparen und z.B. eine Gaggia Classic zu nehmen? Oder eine Baby? Ich bin kein Genussfetischist, werde das Kaffeekochen maximal einige Wochen "zelebrieren", danach muss das Ding zischen und funktionieren. Ohne Mucken. Nutzung ist eher mäßig - ca. 3-5 Tassen / Tag.
    • Was ist von den Padsmaschinen zu halten? Da sehe ich erhebliches Sparpotential, aber irgendwie ist mir das zu wenig ursprünglich, keine Kultur. Und es erinnert schon ein wenig an die Tintenpatronen-Abzockerei
    Ich freue mich auf jegliche Denk- und Entscheidungsanstöße!

    Viele Grüße
    Anmdm.

    Edit: Wie lange braucht die Maschine zum aufheizen? Ist die Maschine erst heiß, wenn ich morgens schon aus dem Haus bin? Könnte man eine Zeitschaltuhr verwenden, damit sie schon beim Aufstehen heiß ist?
    Geändert von allesneumachtdermai (24.09.2007 um 15:10 Uhr) Grund: Zusätzliche Frage

  2. #2
    bohnenschorsch ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: "Großer Kaffee" mit Espressomaschine?

    Hallo Anmdm,

    Schümli-Kaffee oder Kaffe Creme aus einer Siebträger-Maschine ist eigentlich kein Problem und kann, je nach Sorte, sogar ziemlich lecker sein – ich trinke selbst auch nicht nur Espresso. Allerdings schmecken normale Kaffeesorten (Jacobs Krönung etc.) im ST ziemlich widerlich. Man nimmt einfach dieselben Bohnen + Menge wie beim Espresso, mahlt aber in das 2er-Siebchen – dann kommt man für eine Tasse Kaffee auf ca. 25-30 sek. Durchlaufzeit. Zwei Tassen gleichzeitig funktioniert nicht so gut, weil sich dann die Durchlaufzeit verlängert (das tut dem Geschmack nicht so gut). Außerdem ist bei den meisten Einsteigermaschinen der Boiler zu klein – der Kaffee ist dann nur lauwarm. Speziell bei den kleinen Gaggias weiß ich, dass sie dieses Problem schon bei einer Tasse Kaffee haben. Hier sind Thermoblockmaschinen im Vorteil. Ob es wirklich so viel Mehraufwand ist, einen Siebträger zu benutzen? Meine Eltern haben eine Jura – die will andauernd gestreichelt werden… „bitte Reinigungsprogramm starten“ … „bitte Entkalkungsprogramm starten“ … „Bohnen nachfüllen“ usw. – immer dann wenn man gerade frühstücken will… grmpf!
    Zur Tassenhöhe: Normale Cappucinotassen sollten unter jede Maschine passen – und sind ja auch schön anzusehen. Meist sind wenigstens 6-7cm Luft.
    Bei Padmaschinen hast du weniger Sorten zur Auswahl, nie frisch gemahlene Bohnen und der Brühdruck ist mau – nix für Genießer.

    Gruß
    Georg

  3. #3
    meister eder ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: "Großer Kaffee" mit Espressomaschine?

    besser schmecken tut's, wenn man sich eine billige zweitmühle für schümli anschafft. da kommen dann weder espresso- noch filterbohnen rein, sondern schümli oder caffe creme, also irgendwas dazwischen. das verhindert, dass der kaffee allzu bitter wird.
    das problem bei den kleinen kesseln ist, dass der geschmack gegen ende des bezug ins saure abrutscht, weil der durchfluss zu hoch wird.
    ein thermoblock ist da auch nicht unbedingt die lösung, weil die teile so konstruiert sind, dass bei einer konstanten durchflussgeschwindigkeit die temperatur stimmt. jagst du jetzt einen schümli (120ml) durch, wird's auch kühler und dementsprechend sauer.
    ich würde eine einfache zweikreismaschine nehmen, die bietet ohne großes rumgemache alle möglichkeiten von espresso über cappu, latte macchiato und schümli. dazu eine mühle für espresso, die dann mindestens die qualität einer demoka haben sollte, und eine billigere wie zb die solis, kann auch was gebrauchtes sein, für schümli.
    wenn du keinen oder selten schaum brauchst, würde auch ein einkreiser mit größerem kessel gehen, die silvia ist da schon besser als die gaggia classic, noch besser wär' zb eine domobar.
    gruß, max
    KaffeeWiki.de: Einsteigerartikel Abkürzungen
    astoria jun1, sm90, rocky d, eureka giotto "s.d.", rancilio md50, mahlkönig brasilia, krups t8, aeropress, karlsbader, alfredo 9016 (v1.0), delonghi ick 5000
    z.Zt. i.d.M.: quijote oh, harvey! espresso, quijote zamora filter

  4. #4
    emc2 ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: "Großer Kaffee" mit Espressomaschine?

    Zitat Zitat von bohnenschorsch Beitrag anzeigen
    Einsteigermaschinen der Boiler zu klein – der Kaffee ist dann nur lauwarm. Speziell bei den kleinen Gaggias weiß ich, dass sie dieses Problem schon bei einer Tasse Kaffee haben
    Eine Gaggia Classic/Coffee/Evo wird beim Bezug einer Tasse sicher kein lauwarmes Wasser ausgeben - dafür ist die Heizung viel zu stark. Wenn doch, dann stimmt etwas mit der Maschine nicht oder sie wurde nicht angemessen aufgeheizt oder die Tassen sind zu kühl. Empfehlenswert ist u.U. das Umlegen des Dampfschalters beim Pumpen-Start, um die Heizung sofort einzuschalten - das einfache Regelsystem dieser Machinen ist träge (viel Raum für einen guten elektronischen Regler...).
    Geändert von emc2 (25.09.2007 um 19:20 Uhr)

  5. #5
    meister eder ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: "Großer Kaffee" mit Espressomaschine?

    als ich die classic noch hatte, hab ich aus den genannten gründen nur selten schümli damit gemacht. mit dem pid, was ich ihr dann verpasst habe, ist die temperatur am fühler (unterm dampfthermostat mit ordentlich leitpaste) auch beim leerbezug nur noch um etwa 1,5-1,8°C gefallen. ich schätze mal, das müsste eine deutliche verbesserung bringen.
    gruß, max
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  6. #6
    emc2 ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: "Großer Kaffee" mit Espressomaschine?

    Zitat Zitat von meister eder Beitrag anzeigen
    mit dem pid, was ich ihr dann verpasst habe
    Bei Gaggias ist ein Kauf-PID problematisch, weil der Boiler von aussen beheizt wird und so ganzflächig als Heizung wirkt:

    Bei einer Rancilio Silvia sitzt die Heizung im Wasser. Die Boilerwand wird vom Wasser erwärmt und die Wand und der daran befestigte Sensor reflektieren damit die Temperatur des Wassers (Wassertemperatur = Regelgrösse). Das ist die Situation, für die ein Kauf-PID ausgelegt ist.

    Bei der Gaggia sitzt die Heizung aber aussen an der Boilerwand. Die Sensor-Temperatur reflektiert die Temperatur des Stellgliedes, NICHT die Regelgrösse: Der PID sieht die "falsche" Temperatur.

    Zwischen Bezügen erledigt sich das Problem irgendwann von selbst, Wassertemperatur und Wandtemperatur nähern sich an: Indem man die Heizung auf eine bestimmte Temperatur bringt, was der PID-Regler erledigt, bringt man irgendwann auch das Wasser darin auf eine bestimmte Temperatur.

    Aber während eines Bezugs ist dieser nette Zusammenhang zwischen Stellgrösse ud Regelgrösse nicht mehr gegeben: Der Regler versucht weiterhin (nur), die Heizungstemperatur konstant zu halten, statt sich um das Wasser zu kümmern. Fehler: er müsste sofort und stark heizen und an der Wand ein erhebliches Überschreiten der Temperatur in Kauf nehmen, um die Temperatur des Wassers im Boiler zu stabilisieren.

    Lösen könnte man das Problem durch einen Sensor im Boiler. Oder durch einen PID mit angepasster Software (der beim Bezug eine andere Strategie fährt).

  7. #7
    meister eder ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: "Großer Kaffee" mit Espressomaschine?

    oh mann, oh mann, oh mann
    glaubst du, ich weiß nicht was ich tu'? kann sein, dass ich von elektronik nicht so die ahnung hab, aber ich werd mir schon noch denken können, was da wo misst und wie regelt. ich hab's auch nicht nachgemessen, aber rein empirisch gesehen funktioniert's. alles andere war in meinem fall haarspalterei. ein loch in den kessel bohren wollt ich nicht und besser als der alte thermostat ist's allemal.
    und denk doch mal nach: für einen einzelnen espresso ist die menge relativ klein, dh die ausgangstemperatur ist wichtiger als die reaktionszeit des reglers. und so schlecht kann die regelung nicht sein, wenn der regler die temperatur nach knapp 2grad fast dauerhaft aufgefangen hat. alu hat ja nun auch nicht die kleinste wärmeleitfähigkeit und so wahnsinnig stark ist der kessel auch wieder nicht.
    ich hab hier übrigens noch nen schaltplan für die sivia rumliegen, bei der die heizung beim bezug per relais automatisch mit anspringt. bleibt die frage, ob das nicht zuviel des guten ist und man für während des bezugs nicht lieber ein zweites pid einbauen sollte.
    aber irgendwann ist's auch mal genug, gell ?!
    nix für ungut
    max
    nochwas: wieso sollte es bei der gaggia eigentlich nicht funktionieren? wenn der regler die heizung anschmeißt, wird erst die heizung heiß, dann der kessel und mehr oder weniger gleichzeitig wasser und sensor, weil der etwas weiter von der heizung weg ist. bei der silvia ist auch zwischen heizung und sensor noch kessel und messingwand, dh uu kommt die erwärmung noch später beim sensor an. und beim bezug gibt's durch das messing höchstens noch einen größeren nachteil in der wärmeleitung.
    KaffeeWiki.de: Einsteigerartikel Abkürzungen
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  8. #8
    caffè olivier ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: "Großer Kaffee" mit Espressomaschine?

    Zitat Zitat von allesneumachtdermai Beitrag anzeigen
    Hallo,
    [*]der Vollautomat war recht komfortabel, aber der Kaffee im Nachhinein eher mau. .............................
    .............Ich bin kein Genussfetischist, werde das Kaffeekochen maximal einige Wochen "zelebrieren", danach muss das Ding zischen und funktionieren. Ohne Mucken. Nutzung ist eher mäßig - ca. 3-5 Tassen / Tag.
    [*]Was ist von den Padsmaschinen zu halten? Da sehe ich erhebliches Sparpotential, ...

    Viele Grüße
    Anmdm.
    ich werde jetzt wohl einen sturm der entrüstung auslösen, aber ich denke mit einem neuen vollautomaten bist du besser beraten...
    das "mau" problem bekommst du mit den richtigen einstellungen und einer guten bohne in den griff.

    gruß
    daniel

  9. #9
    _marcus_ ist offline Benutzer
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    Standard AW: "Großer Kaffee" mit Espressomaschine?

    Hallo zusammen.

    Ihr schreibt da oben dass sich ein Zweikreiser (Thermosyphon) für nen "großen Kaffee" besser eignet als ein Einkreiser mit ca 250 - 300 ml Boiler.
    Wieviel Wasser befindet sich denn in nem Thermosyphon von nem Zweikreiser? Bestimmt keine 300 ml... oder?
    Ist es dann nicht eher so dass sich der Einkreiser besser eignet, da ja die Nachgepumpte Wassermenge auf einen viel grösseres Wärmepotential trifft... nämlich heisses Wasser... als beim Zweikreiser. Denn der Thermosyphon ist ja für ca 50ml in 30 sec ausgelegt - und unter grossem Kaffee versteh ich mal eben 200ml. Also müsste der Syphon 4 X soviel Wasser erwärmen als wofür er gebaut wurde.
    Beim Einkreiser.. ich geh mal von der Silvia aus... werden gerade mal 2/3 des Boilerinhalts ausgetauscht...
    Wie sich das nach 3 oder 4 Tassen verhält ist eher nebensächlich da ich eigntlich allein trinke.

    Ich frage da nur so genau nach weil ich vor der selben Entscheidung stehe... deshalb meine Überlegungen.
    Hat von Euch nicht schon jmd Erfahrung sammeln können ob das so funtzt wie ich denke oder ist alles nur Schwachfug was ich da zusammenreime.

    Gruß
    Marcus

    Edit: Ein Siebträger soll her da ich mittlerweile auch ganz gern nen Espresso trinke... und der schmeckt eben nicht aus´m VA... aber 2 solche Kisten rumstehen haben...??

  10. #10
    bohnenschorsch ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: "Großer Kaffee" mit Espressomaschine?

    Hallo,

    sind ja schon wieder einige Fragen zusammengekommen. Will versuchen, meinen Teil zur Beantwortung beizutragen:

    - VA und ST erhitzen Wasser mittels der gleichen Technik (Boiler oder Durchlauferhitzer) – prinzipbedingte Nachteile gelten also hier wie da.
    - Durchlauferhitzer (egal ob als preiswerter Thermoblock oder als teurerer Thermosyphon) sind fehlertolerant bezüglich der Durchlaufmenge. Deshalb haben sie auch in der Gastronomie weite Verbreitung gefunden. Beim Schümli-Kaffee geht die Temperatur etwas runter, aber nicht dramatisch.
    - Mit kleinen Boilern im ST habe ich persönlich schlechte Erfahrungen bezüglich Schümli-Kaffee gemacht (hatte mehrere). Die Temperatur geht in den Keller – wenn der Gast dann noch einen Schuss Milch dazu kippt, kann von Genuß keine Rede sein. Schließe mich aber meinen Vorrednern darin an, dass man mit Mods bzw. Temperatursurfen noch was korrigieren kann – wußte ich bloß damals nicht.
    - Unabhängig von den vorgenannten Punkten gibt es Bohnen, die viel verzeihen. Der „Cristoforo Colombo“ von „New York“ ist so ein gutmütiger Kandidat. Die Auswahl ist halt beschränkt, und man sollte keine kalte Milch dazutun. Leckerer Kaffee sollte aber drin sein.
    - Der Teufel soll mich holen, wenn Silvia plus Demoka plus gute Bohnen keinen feinen Kaffee geben. Aber gleich 200ml? Kannst Du´s nicht auf 2 Tassen verteilen?
    - Möchte an dieser Stelle auch Daniel recht geben. Man kann auch mit einem VA glücklich werden. Die Bohnen machen sehr viel aus. Wenn ich die Wahl hätte zwischen guten Bohnen aus einer Bodum-Kanne und mittelmäßigen aus einer La-Marzocco…

    Gruß
    Georg

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