Hallo Leute,
ich habe nun die Kombi Lelit PL042LEN für 329€ aus Italien zu mir nach hause abgeschleppt und bin schon mal begeistert
Vorab die Daten :
- Schwarzes, pulverbeschichtetes Gehäuse mit leicht rauher Oberfläche, Tassenablage aus Inox
- Verchromter Messing Siebträger Innendurchmesser ohne Filter 58mm
mit aufgeschraubtem 12x17 (entspricht laut Baumarktverkäufer 3/8") Doppelauslauf- Messing Boiler 250/300ml (netto/brutto)
- Magnetventil (laut Forum fragwürdige Konstruktion, da langer Rückflussweg über dünnes Steigrohr im Boiler)
- Einstellbares Expansionsventil im Kaltwasserbereich mit Bypass-Rückführung in den Tank
- kein Rückschlagventil in der Brühgruppe : unter dem Duschsieb ist zwar ein eingeschraubter Bolzen mit vier Einspritzdüsen, der wiederum die Schraube des Duschsiebs aufnimmt, aber ohne Federventil darin
- Verbaute Thermostate (Typ: Klixon, Marke: ELTH mit M4 Schraube) : 95°C, 125°C und ein 165°C Sicherheitsthermostat
- Manometer (je nach Version/Farbe Manometer oder Thermometer)
- stufenlos einstellbare Mühle mit Kegelmahlwerk aus Stahl (eventuell Saeco Lux, ist aber unklar).
Mahlt extem fein, wenn man es möchte.- Dampfdüse mit einem Loch und abnehmbarer Aufschäumhilfe aus Inox
- Filtersiebe : 1er, 2er und Pods - Innendurchmesser 57mm mit glattem (nicht gebogenen) Rand.
Blindsieb MC002/C kann bei Lelit bestellt werden- Wassertank : 3 Liter (Kanister)
- Abmessungen : 30 x 34,5 x 25cm (BxHxT) Tiefe ohne Siebträgergriff
- Gewicht : 12,2 kg
- Maschine grossteils bzw. komplett baugleich mit :
La Pavoni Domus Bar, Nemox Dell'Opera, Imat Mokita, Quaha Napoletana
Gesamteindruck :
Hochwertige Verarbeitung und solider Anschein. Das pulverbeschichtete, schwarze Gehäuse unterstreicht dies meiner Meinung nach noch (Understatement, kein Chrombomber).
Die ersten Gehversuche :
Nach dem Befüllen mit Wasser, Entlüften, Durchspülen und Aufheizen (10 Min. reichen) wollte ich dann natürlich auch meinen ersten Kaffee zapfen...
Also welche von den aus Italien mitgebrachten Bohnen in den Behälter der Mühle und los ging es. Das Resultat übertraf spontan schon mal meine Erwartungen : wohlschmeckender, gut temperierter und in einem feinen Strahl durchlaufender Espresso mit einer schönen, ziemlich dicken, gleichmässigen, haselnussbraunen Crema. Nachdem ich dann noch den Mahlgrad und die Kaffeemenge etwas verändert hatte, wurde es noch besser. Die Ergebnisse sind sowohl mit dem 1er als auch mit dem 2er Sieb konstant. Weiterhin steht auch Dampf schnell und ausreichend zur Verfügung.
Fakten/Auffälligkeiten :
- Der Mahlgrad auf Werkseinstellung 3 erwies sich als guter Ausgangspunkt. Ich habe ihn dann später auf 2,5 korrigiert (alles darunter war zu fein). Die Mühle ist jedenfalls top!
- Der Auswurf der Mühle gibt das Kaffeemehl nicht ganz in der Mitte des Siebträgers aus, sondern leicht weiter vorne. Wenn man den Siebträgergriff während der Mahlprozedur schräg nach oben hält und dann etwas schief tampert, kann man das aber entsprechend kompensieren.
- Der Siebträgergriff muss circa auf 2/3 Position nach rechts gedreht werden, damit alles dicht ist und auch der richtig Druck entsteht (vielleicht kann man das durch eine dickere Brühgruppendichtung ausgleichen).
- Der Puck ist je nach Kaffeesorte etwas zu nass, mal sehen wie sich das weiter verhält...
Fragen:
- Der eingebaute Tamper ist vom Durchmesser zu klein. Ein 57er dürfte passen...habt Ihr andere Vorschläge, was man da anbauen könnte? (ich will keinen separaten Tamper).
- Der Dampfschalter hat 3 Positionen. Die mittlere Stellung hat keine Funktion.
Tuningmöglichkeiten :
- Brühdruck :
In den Explosionszeichnung von Lelit (MC097) und von La Pavoni (0MDC097 bzw. 61) kann man ein Überdruckventil erkennen. Wenn man von diesem Ventil den in den Tank führenden Rückführschlauch abzieht, hat man eine Stellschraube und kann den Brühdruck beliebig einstellen. Man muss jedoch vorsichtig sein, da der Schlitz dieser Schraube etwas empfindlich ist und man ihn dem Schraubenzieher sehr schnell vergurkt.- Temperatur :
Bubikopf meint hier, man solle die vorhandenen Thermostate (95°C und 125°C) gegen welche mit 104°C und 135°C austauschen. Den Grund dafür kann ich mir noch nicht ganz erklären...ob sie wirklich zu früh abschalten oder das eben konstruktionsbedingt gerade so erforderlich ist, da der Unterteil des Kessels gleichzeitig die Brühgruppe ist?! Diesem Beitrag nach soll die Maschine eine Temperatur von 93,9°C in der Tasse erzielen.
Edit : Nach nunmehr ausgiebigem Gebrauch, kann ich bestätigen, dass die Brühtemperatur bei vielen Kaffeesorten etwas höher sein müsste. Wenn man sich das Temperatursurfen ersparen will, sollte ein 104°C Thermostat in der Tat Abhilfe schaffen. Das werde ich wahrscheinlich demnächst mal machen.- Duschsieb :
Ein echtes Duschsieb statt der Lochplatte könnte man sicherlich einbauen. Zu beachten ist, dass die Brühgruppe extra eine kleine Einkerbung für die vorhandene Lochplatte/Siebscheibe hat (geht da so ein an den Rändern umgebogenes Duschsieb?). Was es bringt und wo es das gibt..???- Verteilerplatte :
Hier wird beschrieben, dass man durch eine Messingverteilerplatte unter dem Duschsieb eine noch bessere und homogenere Verteilung des Brühwassers erzielen kann. Wie nützlich es tatsächlich ist und wo man das passende Teil bekommt, weiss ich leider nicht.- Dampfrohr :
Man kann ein normales mit 3 Löchern einbauen. Ich habe sogar eins da, brauche aber nur selten Schaum (und ohne die Aufschäumhilfe wird der Schaum auch sehr fein).
Sooo, das war's erst mal....freue mich schon auf Eure Feedbacks
Weitere Ressourcen zu dieser Maschine :
Domestic Machine Repairs (unten)
The Pullman Tamper | Imat / Quaha Tech Tips
The Pullman Tamper | Imat / Quaha Tech Tips
The Pullman Tamper | Imat / Quaha Tips | Backflushing
The Pullman Tamper | Imat / Quaha Tips | Replacing the group gasket
The Pullman Tamper | Vanilla Tamper


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