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  1. #1
    the_deal_maker ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard Induktion als Ersatz für konventionelle Heinzung?

    Werte Gemeinde,

    jeder der sich neben seinem Espresso Hobby auch der guten Küche widmet kennt
    möglicherweise die Induktion als Ersatz für konventionelle Herdplatten. Ich arbeite
    selbst sehr gerne damit, extrem genau (keine Trägheit) und sehr schnell.

    Frage mich ob Induktionsheizungen irgendwann Einzug in Espressomaschinen finden könnten?
    Die Aufheizzeit dürfte sich damit radikal verkürzen und insbesondere für PID-gesteuerte
    Systeme, würde die punktgenaue Heizphase einen grossen Vorteil ggü. den derzeit doch
    recht trägen Heizelementen bedeuten.

    Was meint Ihr, ziehen einige Hersteller dies ggf. bereits in Betracht?

    Cheers,
    - Malte
    Macchina | KvdW Mirage Duette Idrocompresso (@home), LM GS3 Paddle (@work), DC mini (@2nd home)
    Grinder | Versalab M3, Brasilia RR55 OD, Mazzer SJ Eletronica, DRM
    Roaster | Coffee Tech Solar

  2. #2
    koffeinschock ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Induktion als Ersatz für konventionelle Heinzung?

    hallo malte,

    eigentlich klingt es ja verlockend, aber in der espressomaschine wird es wohl ein problem bei der beheizung nach sich ziehen: mit den zur zeit verbauten heizstäben wird das wasser 'direkt' erhitzt. bei der induktionsheizung brauchst du etwas, das du erst beheizt und welches dann seine hitze an das wasser abgibst. die konstruktion des kessels würde also wesentlich aufwändiger werden, die heizung müsste auch vom gehäuse abgeschirmt werden (sonst wird das gehäuse auch heiß!). der einzige, für mich direkt ersichtliche, vorteil wäre, daß die heizfläche grösser werden würde, gegenüber den stäben und eine geringe energieersparnis möglich wäre. das wird aber wohl eher durch effizentere steuerungen erfolgen.

    aber vielleicht hat einer der hersteller doch etwas in der hinterhand? elektra hat ja immerhin eine neue maschine im angebot, in der die komplette wasserenthärtung stattfindet und einstellbar ist.
    Optimismus ist nur ein Mangel an Information.
    Conti 'Monaco PM', Anfim Super Caimano On Demand Titanium

    neues zuhause gesucht (als kombi!): vfa-expres Office Plus; ECM Casa Manuale;

  3. #3
    Arni ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Induktion als Ersatz für konventionelle Heinzung?

    Der wichtigste Vorteil der Induktionsheizung ist beim Elektroherd, dass die Herdplatte nicht erst aufgeheizt werden muss und dann der Topf warm wird über die Wärmeleitung, sondern direkt der Topf und damit der Inhalt. Man spart Zeit und auch Energie, weil die Aufheizenergie für die Herdplatte wegfällt. Bei der Espressomaschine verhält es sich ählich wie beim Wasserkocher. Der Heizstab muss aufgeheizt werden und gibt seine Wärme direkt ans Wasser ab. Mit einer Induktionsspule könnte man den Kupferkessel ebenfalls aufheizen, was etwas schneller gehen würde, aber keinen Energiegewinn brächte. Zudem gäbe es Probleme mit den übrigen Kupfferrohren in der Maschine, d.h. man müsste die Induktionsspule aufwändig abschirmen, also insgesamt viel zu kompliziert und sicher kein zukünftiges Modell für Espressomaschinen mit Kessel. Die Thermoblocks funktionieren ja bereits nach einem ähnlichen Prinzip.
    Gruß
    Arni

  4. #4
    blu
    blu ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Induktion als Ersatz für konventionelle Heinzung?

    hallo,
    sorry, OT:

    nachdem ich im letzten urlaub in der bretagne einen niegelnagelneuen suendhaft teuren 5platten siemensinduktionsherd zur verfuegung hatte und heute an einem aktuellen neff modell stand wundere ich mich wieder einmal, was an dieser technik toll sein soll? ein freund, bei dem ich vorhin war, bestaetigte auch sofort, dass fuer ihn in zukunft nur ein gasherd in frage kaeme.

    wir haben zufaellig ein wenig pro und contra diskutiert, dabei ergab sich folgendes bild aus sicht des induktionsherdes im vergleich zum gasherd:

    - automatische abschaltung des ind.herdes, wenn wasser ueberkocht und ueber die platten laeuft . nach immerhin 3' ist der herd dann wieder benutzbar.
    - das verstellen der heizstufe der einzelnen platten dauert im ewig

    + platte wird nicht heiss, d.h. keine verbrennenden kinderhaende mehr
    + evtl. energiesparend?

    - (?) ein weiterer punkt war uns (beide physiker und neuer technik sicher nicht esoterisch gegenueberstehend) unklar: wie wird eigentlich das hochfrequente magnetfeld (ca. 10 - 50 kHz?) nach unten abgeschirmt?

    + (?) ich bin mir nicht sicher, ob gas tatsaechlich langsamer heizt, wie oft behauptet wird. ich weiss aber nicht, welche herdvariante die hoehere maximale leistung hat, was natuerlich eine erhebliche rolle spielen wird.
    vielleicht hat jemand beide herdvarianten zur verfuegung und probiert es mal mit einem identischen topf und 1 l kaltem wasser aus.

    ende OT

    die umsetzung in einer kaffeemaschine stelle ich mir aufgrund der verwendeten materialien (kupferkessel eignen sich nicht) schwierig vor: wie will man verhindern, dass an den falschen stellen induktionsstroeme (i.e. wirbelstroeme) fliessen?

    lg blu

    ps
    @malte: ich habe dir bezgl. deines neuen roesteres eine PN geschrieben. schaust du mal nach, ich habe die vermutung, dass sie untergegangen ist?
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  5. #5
    I-Iealey ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Induktion als Ersatz für konventionelle Heinzung?

    Zitat Zitat von blu Beitrag anzeigen
    vielleicht hat jemand beide herdvarianten zur verfuegung und probiert es mal mit einem identischen topf und 1 l kaltem wasser aus.
    Das habe ich mir in einem Küchenstudio mal vorführen lassen. Identische Menge Wasser in identischen Töpfen auf Ceranfeld, Gasherd, Induktionsplatte. Das Wasser kochte zuerst bei Induktion, etwas später bei Gas und weit abgeschlagen auf dem Ceranfeld.

    Die Beratung hinterher hatte ergeben, dass Induktionsherde weitgehend günstiger und einfacher als Gasherde sind, aber Gasherde im professionellen Einsatz mehr Vorteile haben, wie höhere Temperaturen und Zitat "Die absolut unübertroffene Möglichkeit, zu flambieren, ohne mit einem Streichholz rummachen zu müssen." ^^

    Es wird wohl irgendwann keine normalen Ceranfelder mehr geben, sondern nach und nach von Induktionsherden abgelöst. Gasherde werden parallel weiter genutzt. Es ist bei den Herden wohl wie bei den Espressomaschinen: Jeder wird das Passende für sich finden. :]
    Gaggia Tebe + Graef CM80

  6. #6
    Naseweis ist offline Benutzer
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    Standard AW: Induktion als Ersatz für konventionelle Heinzung?

    - automatische abschaltung des ind.herdes, wenn wasser ueberkocht und ueber die platten laeuft . nach immerhin 3' ist der herd dann wieder benutzbar.
    - das verstellen der heizstufe der einzelnen platten dauert im ewig

    + platte wird nicht heiss, d.h. keine verbrennenden kinderhaende mehr
    + evtl. energiesparend?

    - (?) ein weiterer punkt war uns (beide physiker und neuer technik sicher nicht esoterisch gegenueberstehend) unklar: wie wird eigentlich das hochfrequente magnetfeld (ca. 10 - 50 kHz?) nach unten abgeschirmt?

    + (?) ich bin mir nicht sicher, ob gas tatsaechlich langsamer heizt, wie oft behauptet wird. ich weiss aber nicht, welche herdvariante die hoehere maximale leistung hat, was natuerlich eine erhebliche rolle spielen wird.
    vielleicht hat jemand beide herdvarianten zur verfuegung und probiert es mal mit einem identischen topf und 1 l kaltem wasser aus.


    Weiter OT:

    Warum das Verstellen der Heizstufe ewig dauert verstehe ich nicht. Bei mir geht das sehr schnell und die schnelle Regelbarkeit der Leistung ist einer der Vorteile von Induktion. Energie wird insgesamt wohl auch gespart, auch wenn ich das selber nicht direkt vergleichen kann. Beim Vergleich des Einsatzes von Primärenergie schneidet Induktion nach meinem Wissen geringfügig besser ab. Das gilt aber sicher nur wenn der Strom mit halbwegs modernen Kraftwerken erzeugt wird. Beim Einsatz in der Profikueche kommt der Vorteil der wesentlich geringeren Wärmelast für die Küche dazu. Das verbessert das Klima oder spart zusätzlich Energie bei der Klimatisierung. Im privaten Bereich spielt das wohl ein geringere Rolle, da dort nicht viele Kochstellen stundenlang genutzt werden. Dafür sind die Induktionsfelder leichter sauber zu halten. Die erzielbare Leistung hängt wohl eher nicht von der Technik ab. Im Haushalt sind für das gesamte Feld wohl rund 7 kW üblich wegen der Absicherung, die typischen Gasfelder haben eine ähnliche Leistung. Für die normalen Topfgrößen reicht das sicher auch. Im professionellen Bereich ist sowohl bei Gas als auch bei Strom eine deutlich höhere Leistung normal.

    Bei der Espressomaschine hat Induktion aber wohl aufgrund der direkten Beheizung des Wassers im Kessel keinen Vorteil

  7. #7
    blu
    blu ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Induktion als Ersatz für konventionelle Heinzung?

    Warum das Verstellen der Heizstufe ewig dauert verstehe ich nicht.
    hallo,
    ich gebe zu, dass ich lediglich an diesen beiden herden erfahrung habe. allerdings sind beide alles andere als noname, speziell die siemenskiste wird ziemlich teuer gewesen sein.
    und hier der vorgang zum temperaturveraendern, beide herde haben eine art touchpad auf der oberflaeche:
    1) platte auswaehlen
    2) piep,piep,piep,piep, piep temperatur 5 stufen runter oder hoch gestellt

    wenn man das bei 3 toepfen haeufiger hintereinander macht kriegt man doch einen an der waffel (ich zumindest). bei einem gasherd entfaellt punkt 1) und punkt 2) ist in 1/10 s und nicht in 1 s- 2 s erledigt. vielleicht stoert es ja andere nicht - aber eine woche kochen auf dem siemensdingens haben mich von induktionsherdgedanken geheilt. das nervige gepiepse laesst sich ggf. irgendwo abstellen.

    ach ja: wenn man beim siemensherd den topf von der platte nahm gab es noch ein recht ekliges geraeusch, bevor sich die platte automatisch abschaltete (der neff hat das problem nicht, obwohl vermutlich einiges billiger). den topf zu 40% auf eine platte zu stellen ist logischerweise auch nicht moeglich (ws. auch nicht noetig, ist halt eine angewohnheit von mir).

    welchen effekt ein hochfrequentes wechselmagnetfeld auf herzschrittmacher, empflindliche sonstige elektronik hat weiss ich nicht.

    lg blu
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  8. #8
    blu
    blu ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Induktion als Ersatz für konventionelle Heinzung?

    Zitat Zitat von I-Iealey
    Identische Menge Wasser in identischen Töpfen auf Ceranfeld, Gasherd, Induktionsplatte. Das Wasser kochte zuerst bei Induktion, etwas später bei Gas und weit abgeschlagen auf dem Ceranfeld.
    hallo,
    und vielen dank fuer die info! ich haette eigentlich damit gerechnet, dass die leistung einer gaskochstelle deutlich ueber der einer induktionskochstelle liegt und sie somit das energieverschleudern wett macht. wieder schlauer geworden.
    dank + lg blu
    LM Linea, Gaggia Mini & Mazzer Robur & Gene cafe cbr 101
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  9. #9
    I-Iealey ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Induktion als Ersatz für konventionelle Heinzung?

    Zitat Zitat von blu Beitrag anzeigen
    hallo,
    und vielen dank fuer die info! ich haette eigentlich damit gerechnet, dass die leistung einer gaskochstelle deutlich ueber der einer induktionskochstelle liegt und sie somit das energieverschleudern wett macht. wieder schlauer geworden.
    dank + lg blu
    Dazu möchte ich noch sagen, dass der zeitliche Unterschied zwischen Induktion und Gas nur wenige Sekunden ausmachte - kaum der Rede wert, vor allem im privaten Bereich.

    Also in diesem Vergleich waren es halt alles Herde für den Heimgebrauch. Im Gastro-Bereich gibt es bestimmt leistungsfähigeres.
    Gaggia Tebe + Graef CM80

  10. #10
    Naseweis ist offline Benutzer
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    Standard AW: Induktion als Ersatz für konventionelle Heinzung?

    "...welchen effekt ein hochfrequentes wechselmagnetfeld auf herzschrittmacher, empflindliche sonstige elektronik hat weiss ich nicht. ...."

    Das weiß ich auch nicht, aber bezüglich der Herzschrittmacher war ein Warnhinweis auf meinem Induktionskochfeld von Miele.

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