Hallo zusammen,
da ich einen etwas ungewöhnlichen Einstieg in das Forum gefunden habe (über den lustigen Schimmel Threat) wollte ich nun auch etwas produktives beisteuern. Ich habe natürlich versucht den Text möglichst objektiv zu schreiben, allerdings ist das aufgrund der fehlenden Vergleichsmöglichkeiten nur eingeschränkt möglich.
Vor rund 3 Monaten habe ich mir eine Gastroback Espresso Pro (auch bekannt als Breville Ikon), und dazu eine Nivona CafeGrano 120 Mühle angeschafft. Da ich im Nachhinein hier die eine oder andere Frage aber wenig Antworten zu dem Siebträger gefunden habe, dachte ich mir, ich schreibe mal meine Erfahrungen dazu auf.
Sicher hätte ich für das gleiche Geld auch einen anderen ST und vor allem eine andere Mühle bekommen, aber ich bin grundsätzlich zufrieden und bereue meine Entscheidung nach ein paar kleinen Updates an der Maschine bislang nicht im Geringsten.
Design:
Die Gastroback Design Espresso Pro ist baugleich mit der Breville Ikon, hat eine Edelstahlverkleidung und wird mit einem Edelstahl Aufschäumkännchen, einem Plastiktamper, drei 51mm innendurchmessenden Sieben (doppel, 1er und Pads) und ein wenig Werkzeug geliefert. Die Verarbeitung ist recht hochwertig in meinen Augen, es gibt keine scharfen Kanten oder deutliche Lücken im Gehäuse. Der Wassertank ist nach vorn über das Ablaufblech der Tropfschale (ebenfalls Edelstahl) rauszunehmen sobald der Siebträger entfernt ist. Dabei klappt das Rohr welches das Wasser in die Maschine fördert automatisch hoch in die Waagerechte. Wenn man den 2l Wassertank wieder einsetzt, klappt das Rohr automatisch wieder in die Senkrechte in den Vorratsbehälter. Die eigentliche Brühgruppe ist mit einem grau lackierten Material (sieht aus wie Gusseisen) gekapselt, was die Wärme sehr gut hält. Die Milchaufschäumdüse kommt mit einer abnehmbaren Edelstahlhülse daher, die ich zum Aufschäumen jedoch nicht nutze. Die Düse an sich hat 2 Löcher und ist zum Reinigen abnehmbar. Als Hilfe dient hier eins der Werkzeuge (als Schraubenschlüssel), bzw. ist kombiniert mit einer Nadel, falls man sich mal die Düse zugegnatzt hat mit Milch. Unter dem Wassertank findet sich ein Staufach für das Werkzeug und die Siebe.
Bedienung:
Die Bedienung ist denkbar einfach und erfolgt über ein Tasterfeld (An/Aus, Espresso-/Heißwasserbezug und Dampfbezug). Nach Anschalten der Maschine dauert es ca. 3 Minuten bis die Maschine Bereitschaft anzeigt. Allerdings schmeckt der Espresso dann noch recht ekelig. Nach ca. 15 Minuten ist die Brühgruppe und das Metall drumherum richtig durchgeheizt und der Espresso schmeckt so wie er schmecken sollte. Nach 45 Minuten Bereitschaft ohne Bezug schaltet die Maschine in einen Energiesparmodus, nach 2 Stunden schaltet sie automatisch ab.
Da die Maschine kein Rücklaufventil hat, ist es ratsam erst einen Moment zu warten, bis der Druck nach dem Bezug abgebaut ist, wenn man den in dem Stadium nassen Puck nicht durch die Gegend spritzen will beim Entfernen des Siebträgers. Eine kurze Wartezeit hat weiterhin den Vorteil, dass der Puck trocknet und dann nicht mehr matschig und „schlagfest“ aus dem Siebträger zu entfernen ist.
Siebträger und Cremamembran:
Der Siebträger hat einen 3-Punkt Bajonettverschluß, den ich so noch bei keiner anderen Maschine gesehen habe. Der Siebträger ist innen beschichtet. Die Siebe an sich werden über einen Federdraht fest im Träger gehalten. Damit die Siebe leicht wieder entfernt werden können, gibt es an der Unterseite am Auslauf einen Druckknopf, der das Sieb zum Entfernen anhebt. Die mitgelieferten Siebe an sich haben 2 Böden. Der innere Boden ist wie man es von „normalen“ Sieben her kennt auf der gesamten Fläche gelocht, der „äußere Boden“ hat lediglich eine ca. 1,5cm durchmessende Lochfläche. Bei den Sieben handelt es sich um „Crema“verstärker. Das bereits angesprochene Werkzeug zur Entfernung der Dampfdüse hat auch noch eine Nadel, welche dazu dienen soll durch Espressopulver verstopfte Löcher wieder frei zu stechen. Die Nadel ist bereits nach kurzem Gebrauch abgebrochen und de facto unbrauchbar. Die Anfangs öfter auftretenden Verstopfungen des Siebs (habe bislang lediglich das 2er im Einsatz) hat sich allerdings nach einem vernünftigen Einspiel zwischen Mühle, Mahlgrad und Espresso gelegt und tritt nun eigentlich nicht mehr auf, vor allem wenn man das Sieb nach dem Bezug direkt ausspült und noch einen kurzen Leerbezug macht. Beim Bezug wird der Espresso dreimalig kurz mit Wasser benetzt, bevor der eigentliche Bezug startet (Pre-Infusion).
Der Espresso wird lecker, ist heiß und bildet je nach Espressosorte auch eine lang anhaltende Crema in für mich ausreichender Menge mit angenehmer Farbe und Konsistenz.
Milchaufschäumen:
Das Milch Aufschäumen geht gut, wenn auch recht langsam von statten. Für 300ml Milch braucht man ein Weilchen, was allerdings in meinen Augen dem unbedarften Cappuccinohersteller entgegen kommt, da es so sehr leicht ist einen anständigen Mikroschaum zu erzeugen. Die Heizung für den Dampfbezug schaltet nach 3 Minuten automatisch ab.
Innere Werte:
Nach einigen Recherchen im Netz bin ich zusätzlich auf folgende Informationen gestoßen:
Die baugleiche Breville Ikon Maschine wird in Australien und Neuseeland vertrieben und gilt dort als brauchbare Einsteigermaschine im Niedrigpreissegment.
Die Maschine wurde für den Australischen Design Preis (Breville BES400 ikon® Espresso Machine - Australian International Design Awards) vorgeschlagen und auf der entsprechenden Internetseite findet man etwas mehr Angaben über die inneren Werte der Ikon, als da wären: die Maschine besitzt einen (angeblich) 200ml fassenden Edelstahlboiler mit innenliegendem Thermosensor zur Temperaturregelung, die das Brühwasser auf 92°C halten soll.
Updates:
Nach erfolgreicher Internetrecherche bin ich auf das coffeesnobs.com.au Forum gestoßen, wo lebhaft über die Ikon diskutiert wird. Dort findet man unter anderem die Aussage, dass es Krups-Filter ohne Cremamembran gibt, die sich in der Ikon verwenden lassen. Diese habe ich mir bei abc-wagner.de (Teilenummer MS-0907163 für das Doppelsieb, trinke eh keinen einfachen Espresso) bestellt.
Erste Versuche brauchbaren Espresso mit dem Krups Sieb zu brühen sind fehlgeschlagen (zu kurze Durchlaufzeit, keine oder nur wenig helle Crema). Grund hierfür war wahrscheinlich heterogen gemahlenes Mahlgut aus der o.g. Mühle welches zu ungleicher Extraktion geführt hat.
Nach einem weiteren Update der Mühle auf eine Demoka M203 bin ich inzwischen in der Lage sehr leckeren Espresso zuzubereiten, der den geforderten Parametern an Durchlaufzeit, Cremamenge und –farbe, …. Entspricht. Das Mahlbild der Demoka ist wesentlich homogener als bei der Nivona und deutlich feiner abzustufen.


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