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  1. #1
    milchkaffeesucht ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard Bialetti Brikka oder Mukka?

    Hallo,
    aus meinem bialetti Weihnachtswunsch ist leider nichts geworden - nun muss das Weihnachtsgeld herhalten - hab mich zu sehr auf die bialetti gefreut

    Jetzt stehe ich vor der Wahl: Bialetti Brikka oder Mukka?

    Ich trinke schon häufiger Milchkaffee/Cappucino als Mokka pur (Espresso auch schon mal pur).

    Der Mokka aus der Brikka soll ja wegen etwas höherem Druck noch etwas besser (weniger Säure, Magenschonender) als aus anderen Herdkannen schmecken.
    Wie ist das mit der Mukka? Da gibt es ja auch ein Ventil, das den Mokka direkt zum Milch aufschäumen nutzt. Man kann aber auch einfach nur Mokka damit kochen. Schmeckt der Mokka aus der Mukka genausogut wie der aus der Brikka?

    Dieses Ventil der Mukka ist wohl aus Plastik. Ist die Technik zuverlässig, oder sollte man da gleich Ersatzventile dazukaufen? Die Brikka funktioniert dagegen glaube ich mit nur einem Zusatzdeckel über dem Auslass, also mit einfacherer Technik.

    Ich habe auch noch so einen kleinen Elektroquirl, mit dem ich bisher schon mal geschäumt habe. Mit der Brikka würde ich daher in einer Tasse die Milch vorschäumen und dann den Brikka Mokka zugeben.

    Zuletzt noch die Größe: Bisher benutze ich eine normale alte Aluherdkanne. Da kommt etwa 200ml Mokka heraus (meist eher etwas sauer). Da ich eher an etwas größere Portionen in Form von Milchkaffee gewöhnt bin, würde ich bei der Brikka eher zu 4 Tassen Variante greifen - sind etwa 80 bis 100ml, die dabei herauskommen. Kommt man mit der Mukka auf eine ähnliche Menge?

    Was würdet ihr empfehlen?

  2. #2
    S.Bresseau ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Bialetti Brikka oder Mukka?

    Hallo Milchkaffeesucht,

    erst mal ein gutes neues Jahr!

    Zitat Zitat von milchkaffeesucht Beitrag anzeigen
    Jetzt stehe ich vor der Wahl: Bialetti Brikka oder Mukka?
    Gute Herdkannen gibt es übrigens auch von anderen Herstellern. Ich koche meinen Kaffee seit ca. 5 Jahren mit einer Cilio Kontessa:



    Sie hat gegenüber der Mukka mehrere Vorteile:


    • sie ist aus Edelstahl, es gibt keine Probleme mit unappetitlicher Alu-Korrosion, die ja im Verdacht steht gesundheitsschädigend zu sein.
    • der Boden ist deutlich verbreitert, dadurch steht die Kanne bombenfest. Vor allem aber wird meine kleinste Herdplatte vollständig ausgenutzt
    • sie soll auch für Induktionsherde geeignet sein
    • mir gefällt sie subjektiv viel besser als die Bialettis. Meine ist noch ein älteres Modell, das mir etwas besser gefällt als die aktuelle Version. Es gibt außerdem eine "exclusiv"-Version mit Edelstahlgriff


    Bislang war ich immer geschmacklich ganz zufrieden - bis ich mir eine ST-Maschine gekauft habe. Seitdem nutze ich die Herdkanne trotzdem noch gerne, sie ist deutlich praktischer als jede ST-Maschine.

    Zitat Zitat von milchkaffeesucht Beitrag anzeigen
    Schmeckt der Mokka aus der Mukka genausogut wie der aus der Brikka?
    [...]
    Der Mokka aus der Brikka soll ja wegen etwas höherem Druck noch etwas besser (weniger Säure, Magenschonender) als aus anderen Herdkannen schmecken.
    ich greif die Fragen mal auf, ich kann sie auch nicht beantworten bzw. habe ich eine ähnliche Frage.

    Der Unterschied zwischen Herdkanne und ST liegt sowohl in der Wassertemperatur (kochend, also zu heiß) als auch im Druck ("nur" Überdruck aus Kessel, also meist zu niedrig).

    Nach meinem Verständnis ist die Pumpe der ST-Maschinen dazu da, das heiße Wasser mit viel zusätzlicher Kraft durch die Mehlpartikel von oben nach unten "durchzudrücken" und dadurch die Aromen besser zu extrahieren. Der Druck wird zwar durch die Pumpe erzeugt, entsteht aber letztendlich erst durch den Gegendruck des verdichteten Kaffeemehls.

    Bei der Brikka wird das Wasser von unten nach oben durchgedrückt. Der hohe Druck wird durch ein Ventil aufgebaut, das erst deutlich "hinter", in diesem Fall über, dem Kaffeemehl liegt und ab einem gewissen Überdruck öffnet.

    Meine Frage bzw. meine Vermutung: Wenn man nur den Abfluss zumacht und damit im gesamten Pulverraum Druck aufbaut, wirkt der erhöhte Druck doch von allen Seiten auf das Pulver, und kann nichts zusätzlich extrahieren - oder sehe ich das falsch?

    Theorie hin oder her: Würde mich auch sehr interessieren, ob es tatsächlich geschmackliche Unterschiede zwischen Brikka-Mokka und Mukka-Mokka gibt.

    Viele Grüße

    Stefan

  3. #3
    Caruso ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Bialetti Brikka oder Mukka?

    Nur bei entsprechend feiner Mahlung und dichter Packung der Partikel können beim kontrollierten Durchströmtwerden mit ca. 92° - bei manchen Kaffees kann es auch weniger, aber auch einmal 96° sein - heissem Wasser und bei dem dadurch entstehenden Druck von ca. 9 - 10 bar in den üblichen 25 s auch die schlecht wasserlöslichen, aber sehr aromatischen Stoffe aus den Trümmern der gerösteten Kaffeebohnen herausgelöst werden, ohne dass zu viele der unangenehm bitteren und unerwünschten Stoffe gelöst werden.

    Dass kochendes Wasser schlecht für den Kaffee ist, war schon im 18. Jh. den Connaisseurs bekannt, trotzdem wird bis heute dem Kaffee damit zu Leibe gerückt. Der Unterschied zwischen druckloser Extraktion wie in der French Press und Extraktion mit geringem Druck wie in einer normalen Bialetti, einer Brikka oder Mukka ist nicht so groß wie der Unterschied zu kontrollierter Extraktion unter hohem Druck mit ca. 9 - 10 bar in ca. 25 s.

    Wenn ich einen langen Kaffee will, dann schmeckt er mir aus der French Press am besten. Da genügen ein einfacher Wasserkocher - die gradgenaue Regelung von Auber wäre schon toll - und frisch geröstete und mit einer halbwegs passablen Mühle frisch gemahlene, gute Bohnen, um den vollen Genuss zu haben. Es kann nichts überkochen oder anbrennen, es gibt keine Ventile und Dichtungen, und die Reinigung ist sehr einfach.

    Und wenn ich einen Espresso will, dann gibt es nur den ST.

    Seit dem Beginn des 19. Jh. wurden zahlreiche Versuche mit unterschiedlichsten Methoden und Maschinen zur Zubereitung von Getränken aus gerösteten und gemahlenen Kaffeebohnen ausprobiert, aber nur die Espressomaschine mit Siebträger und Hebel oder Pumpe ist in der Lage, eine derartige Geschmacksexplosion auszulösen.
    Sommer: Quick Mill 3000 Orione + Ascaso i•mini
    Winter: Quick Mill 0820 (ex 0810) brühdruckreduziert + Ascaso i•mini

  4. #4
    S.Bresseau ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Bialetti Brikka oder Mukka?

    Hallo Caruso,

    in Bezug auf Druck und Mahlgrad sollte die Herdkanne ja näher am Siebtäger-Prinzip sein, die Temperatur ist bei der French Press niedriger. Worin siehst du die geschmacklichen Unterschiede zwischen Herdkanne und French Press? Und worauf achtest Du bei der Wahl der Bohnen und des Mahlgrads für French Press?

    Ich hatte jahrelang mehrere Pressstempelkannen, die mir aber immer wieder mal zersprungen sind. Irgend wann habe ich meine Herdkanne geschenkt bekommen, und sie vor allem aus praktischen Gründen sehr schätzen und lieben gelernt:

    - der Puck kann sehr einfach ausgeklopft werden
    - man erhitzt nur genau so viel Wasser wie benötigt
    - der Kaffee zieht nicht nach
    - die Kanne ist praktisch unkaputtbar
    - man muss auf keine Brühzeiten achten

    Durch dieses Forum wurde ich erstmals für gute, frische Bohnen und frisches Mahlen sensibilisiert, das bringt den größten Qualitätssprung. Ich wollte schon lange mal wieder eine Pressstempelkanne ausprobieren - vielleicht sind meine Geschmacksnevern schon so anspruchsvoll geworden, dass ich die Nachteile für den eventuell besseren Geschmack wieder in Kauf nehme.

    Viele Grüße

    Stefan

  5. #5
    Sirrah ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Bialetti Brikka oder Mukka?

    Hi,
    über die Mukka liest man bei Chefkoch und Amazon sehr viele schlechte Erfahrungsberichte.

    Die Brikka funktioniert und es gibt - abgesehen von angebrannten Kaffeeresten unter dem Gewicht und dem Plastikdeckel - bei meiner 2er bisher keine Probleme.

    Der Mokka kann auch aus der Brikka ausgesprochen eklig schmecken. Ich habe von bitter bis sauer schon alle möglichen Überraschungen in den Ausguß gekippt.

    Seit ich die Brikka mit Mahlgut aus der auf die Classic eingestellten Compak bestücke, ist das Gebräu besser geworden - wie bei den anderen Herdkochern auch.
    LG
    Sirrah

    BZ02 (brühdruckreduziert dank Isomac OPV), Gaggia Classic (brühdruckreduziert, Silvia Dampflanze), Compak K3 Touch, Zassenhaus Santiago, De Longhi EC 330 S (für E.S.E.)
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    Ex: Ascaso i-mini
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  6. #6
    Caruso ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Bialetti Brikka oder Mukka?

    @S.Bresseau:

    Ich habe zwei Bodum Kannen, eine kleine für 2-3 Tassen und eine große, offiziell für 10 Tassen, für 4 oder mehr Personen, die gleichzeitig Kaffee trinken wollen. Beide haben feine Metallnetze als Siebe, und sie sind sehr leicht zu putzen. Ich habe sie schon einige Jahre, nehme die kleine immer auf Reisen mit, und die ist noch immer ganz. Der elektrische Wasserkocher, auch mein kleiner, feiner Reisewasserkocher von kenwood, ist sehr viel effizienter als eine Bialetti auf einer zu großen Herdplatte, und die Menge kenne ich in der Zwischenzeit auch ziemlich gut. Nachziehen kann der Kaffee praktisch nicht, da ich sofort nach dem Runterdrücken den Kaffee in die Tassen gieße, um ihn heiss zu trinken. Und wenn ich mehr Kaffee will, dann mache ich ihn wieder frisch, da er beim Stehen sehr rasch sehr viel vom Aroma verliert.

    Mit der French Press schmecken mir "Universalröstungen" wie der Caruso von Alt Wien (eine Mischung von Sandalj aus Triest, die in Wien in der Schleifmühlgasse geröstet wird) wie auch reine Espressoröstungen, z.B. Portioli Top, gleich gut. Eklig schmeckt er aus der French Press - bei mir - nie.

    Der Unterschied zwischen 0 und 2 bar ist - auch wenn das viele Brikka-Benutzer nicht gerne hören - nicht sehr groß. Erst bei einem Druck (weit) jenseits der 5 bar, die Handhebelmaschinen mit zu schwacher Feder schaffen, beginnt die Sache wirklich interessant zu werden. Im Laufe der Entwicklung der Espressomaschinen mit Pumpen hat man zahlreiche Versuche angestellt, um den "optimalen" Brühdruck zu bestimmen. Man hat z.B. solche Extraktionskammern gebaut, um den Extraktionsprozess möglichst genau studieren zu können:



    Mit Rotationspumpen kann man, im Gegensatz zur Handhebelmaschine mit Feder, beliebig hohe Drücke erreichen. Resultat aller dieser Versuche war der bis heute hier überwiegend empfohlene Druck von ca. 9 bar, bei dem die für die meisten Testteilnehmer sensorisch besten Ergebnisse erzielt wurden.

    Wenn dich das interessiert, dann versuch doch, dir "Espresso Coffee" von Illy/Viani zu besorgen. Ich hab mein Exemplar günstig in den USA über Eurobuch.com, eine Metasuchmaschine für antiquarische Bücher (ausser ZVAB), gefunden. Bisher noch immer das beste Buch über Kaffee.

    Sehr gut ist auch "The Professional Barista's Handbook" von Scott Rao.
    Sommer: Quick Mill 3000 Orione + Ascaso i•mini
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  7. #7
    S.Bresseau ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Bialetti Brikka oder Mukka?

    Hallo Caruso,

    wow, vielen Dank für die detaillierte und sehr fundierte Antwort! Deine Literaturempfehlung hab ich gerade gefunden, das Buch gibt es ab ca. 60 Euro. Nicht billig, aber sicherlich eine Anschaffung wert, wenn man sein Können und Wissen perfektionieren möchte.

    Ich weiß, wo ich mir eine Stempelkanne leihen kann, nächste Woche mache ich einfach mal einen Vergleich.

    Nochmal Danke und viele Grüße

    Stefan

    PS: Die Energieeffizienz der Herdkannen ist miserabel bei zu großen Herdplatten, das ist völlig richtig. Deshalb mein Hinweis auf den breiten Boden der Cilio, die passt bei mir perfekt.

  8. #8
    milchkaffeesucht ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Bialetti Brikka oder Mukka?

    Nun ja, die Energieeffiziens eines im Privathaushalt laufenden großen Siebträgers mit 30 min Aufwärmzeit und dann noch der restlichen Laufzeit am Tag im Vergleich zu einer 4 mal am Tag für 5min auf dem Herd stehenden bialetti dürfte dann noch deutlich schlechter aussehen... Da kann ich mit einer bialetti ganz gut leben

    Bei einem Mehrpersonenhaushalt mit mehreren Intensivtrinkern mag sich das ja dann ab irgendeinem höheren Verbrauch ändern.

    Meine Frage stand hier ja schon etwa eine Woche, in der Zwischenzeit hatte ich eine 2er Brikka aus dem Forum angeboten bekommen und freue mich nun auf das Kännchen Eine Mühle kommt nun auch noch dazu; das wird erst mal eine einfache günstige gebrauchte Gaggia mm nur für die Bialetti, also eher grob gemahlene Böhnchen. Bin schon sehr auf das Ergebnis mit frischen caffe Fausto Bohnen gespannt.

    Über die Mukka hatte ich auch noch eher gemischte Rezensionen gefunden und hab die Idee fallen gelassen.

  9. #9
    Sirrah ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Bialetti Brikka oder Mukka?

    Hi,
    die Herdkocher gehören entweder auf Gas oder eine Reisekochplatte. Meine hat gigantische 500 Watt. Da die Milch vor dem Kaffee auf der Platte erhitzt wird, geht letzlich nicht viel Energie verloren.

    Gestern abend gabs einen Bericht über Kaffee im TV. Gezeigt wurde auch die Bialetti-Produktion. Gefragt wieso die Dinger aus Alu sind, sagte die Dame von Bialetti, daß das Alu porös ist und im Laufe der Zeit den Geschmack des Kaffees annimmt. Ausspülen deswegen immer nur mit klarem Wasser.

    @Caruso,
    die Brikka schafft mehr als 2 bar. Der Unterschied zur Gaggia Classic ist aber deutlich schmeckbar. Als Low-Cost-Einstieg finde ich die Herdkocher - vor allem im Vergleich zum neumodischen Kapselkram - eine echte Alternative.

    @Milchkaffeesucht
    bei der Brikka immer vor dem Befüllen das kleine Sicherheitsventil bewegen und kontrollieren, daß das Gewicht nicht hängt. Die Ventile bei den neuen Bialettis sind beweglich, damit sie nicht mehr so leicht verkalken können.

    Nach dem Abkühlen das Gewicht hochziehen. Das lässt den Überdruck ab und Du kannst die Kanne problemlos auseinanderschrauben.

    Letztlich gehts um den Geschmack. Zu Hause kann man eigentlich nicht so viel Kaffee trinken, daß sich ein 2000 EUR Dualboiler plus Luxus-Mühle mit dem ganzen Geschiss für High-End-Espresso wirklich rechnet. Aber nach dem ersten Godshot und passendem Spielgeld denkt man darüber nicht mehr wirklich nach.
    LG
    Sirrah

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