Nichtsahnend und optimistisch streife ich gen Küche, den Geruch des Kaffees von heute Morgen in der Nase, eine Erinnerung an den Geschmack. Motiviert mahle ich eine der letzten Portionen des verbleibenden Langen Tatico, stochere mit dem Zahnstocher im Siebträger herum, presse nur leicht gegen den Aufsatz an der Mühle, wie ich es mir in den letzten Wochen mit so viel Freude angewöhnt habe - fein mahlen, wenig tampern für's Einersieb, stark tampern für's Zweiersieb, dann funktioniert's auch mit gleichem Mahlgrad!
Ich spanne ein, ziehe den Hebel nach oben... auf einmal kein Widerstand mehr. Das kann nicht gut sein. Nichtkoffeinbedingtes Adrenalin schüttet sich aus, bringt mich dazu, geistesgegenwärtig die Maschine auszuschalten und ungeistesgegenwärtig den Siebträger auszuspannen. Ich gehe ein paar Meter zurück.
Ein böser, dumpfer Knall gefolgt von wütendem Fauchen, das langsam in langanhaltendes, drohendes Zischen übergeht.. das herausgesprengte Duschsieb, oder der Kolben - man weiß es nicht - haben das Shotglas gefordert, die Küche in kochendes Wasser und Kaffeereste getaucht und zwingen mich jetzt zur erneuten Bestellung von Ersatzteilen.
Illustrationen:
Die Bilder lassen ahnen: Die obere Dichtung war verdreht, daher der wochenlange seltsame Widerstand beim Hochziehen des Hebels. Ich dachte, das läge einfach an den neuen, ungefetteten Dichtungen und würde sich mit der Zeit ergeben.
Woher nehm ich die nächsten Tage nur meinen Kaffee...


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