Liebe Forumsmitglieder,
ich stehe vor dem Kauf einer neuen Espressomaschine (ja ich weiß, so fangen ganz viele an), da ich in meine defekte Vibiemme Domobar nicht mehr investieren möchte. Es wird entweder ein HXer (dann wahrscheinlich hauptsächlich der Optik wegen die Tea) oder die neue Vibiemme Junior Dualboiler (eine Domobar Super DB PID scheidet wegen der Größe und die Brewtus DB wegen der Optik aus). Mir käme die Junior sehr entgegen, da sie sehr kleine Abmessungen hat (nicht größer als die Domobar!), die Boiler getrennt schaltbar sind (also je nach Bedarf) und mir die Maschine optisch sehr gut gefällt.
Die Vibiemme Junior hat einen in 2° C Schritten einstellbaren Thermostaten (würde mir persönlich ausreichen), dieser soll jedoch eine Hysterese von etwa 4-5° C haben. Der Brühkessel (ohne Wärmetauscher) hat ein Volumen von 500 ml und der Dampfkessel von 750 ml (reicht ein so kleiner Dampfkessel aus, um sehr guten Milchschaum für ca. 2-3 Cappus zu produzieren?)
Hat etwa noch kein Boardie diese Maschine (bei dem guten Durchsatz von Herrn Systermann eigentlich unwahrscheinlich) und könnte mal von seinen Erfahrungen berichten? Bis auf ein PDF von Vibiemme und ein relativ kleines und wenig übersichtliches Bild vom Inneren der Maschine in einem (dänischen?) Forum, habe ich noch nichts im web gefunden.
Bis dahin bleibt mir nur das ungeduldige Abwarten (der Alltag ohne einen herrlichen Espresso/Cappu ist trotz Sonne heute einfach nur fad) und Theoretisieren:
Der Vorteil eines DB Systems liegt ja u. a. gerade in der Temperaturgenauigkeit und -stabilität.
Die Junior hat nun allerdings einen noch kleineren und damit temperaturinstabileren Brühkessel (ich schätze daher, dass der kleine Brühkessel relativ oft heizt) als die Domobar und keine elektronische Temperatursteuerung oder gar eine PID-Steuerung. Die Hysterese soll ca. 4-5° C betragen, womit ich dann wieder das Problem von eventuell zu kalten Bezügen hätte, wenn ich nicht direkt nach dem Ausschalten der Heizung (oder kurze Zeit später, also in der Phase des Temperaruranstiegs) meinen Bezug starte. Warte ich länger, weiß ich nicht, ob ich mich schon wieder in dem vielleicht 4-5° zu kaltem Temperaturbereich befinde. Die E61 Brühgruppe kann zwar aufgrund Ihrer Masse etwas zu hohe Temperaturen abpuffern, aber um 4-5° C zu niedrige Brühwassertemperaturen nicht wieder ausgleichen (ich denke da an die Ausführungen von Marcus zur BZ07 'Der Kopf macht die Temperatur'; Bezzera BZ07: ein kleiner Eindruck) . Sind meine Überlegungen hierzu richtig??
Bei einem HX-System muss ich nach längerem Stillstand einen Leerbezug machen, um überhitztes Wasser aus dem Wärmetauscher, das auch die Gruppe nicht mehr genügend kühlen kann, abzulassen. Danach muss ich eine kurze Zeit wieder warten, um das Wasser im Wärmetauscher wieder auf Temperatur zu bringen. Das Problem hierbei ist, dass ich erstens nicht weiß, wie heiß das Wasser im Wärmetauscher inzwischen geworden ist, zweitens wie lange lasse ich daher Wasser durch den Leerbezug ab und drittens wie lange warte ich dann bis zum Bezug. Angeblich läßt sich aber nach einiger Eingewöhnung die Bezugstemperatur auf 1-2° (mal mehr oder weniger) genau treffen!?
Habe ich also nur die Wahl zwischen diesen beiden (für mich eigentlich unbefriedigenden) Alternativen (da ich weder große Lust habe, mit dem Timer neben der Maschine zu stehen, weder um einen bestimmten Punkt im Heizkreislauf zu treffen, noch um einen Leerbezug zu timen, dessen Volumen zu messen, oder den Wasserschwall genau zu beobachten), oder würdet Ihr eines dieser beiden Systeme im Vorteil hinsichtlich Temperaturstabiltät und somit einfacherer Handhabung sehen??
Würde mich über Erfahrungsberichte und Rückmeldungen sehr freuen, damit die Zeit ohne Espresso endlich ein Ende hat!
Danke
Viele Grüße
Jörg
(ex: ECM Technika + Mazzer Mini; Eureka MCF; Rancilio Silvia + Demoka 203; Quickmill 0820; Poccino Linea Uno + Domita la Molino)


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