Hallo,
ich bin grad mal wieder genervt mit meiner Diva. Neuer Kaffee (Langen Tatico) und einfach das Rumgezicke, das wohl jeder von uns kennt. Wenn man alles im Griff hat, die Abläufe und Parameter sitzen, macht die Pfauendame einen tollen Kaffee und eine Menge Spaß. Die kompakte Bauweise, schöne Optik und schnelle Aufheizzeit sind außerdem unübertroffen.
Allerdings kann's einen manchmal auch echt frusten. Ich hab grad einen Kaffee gemacht mit dem Mahlgrad, der vom Langen Kuba noch eingestellt war. Der Hebel bewegt sich keinen Millimeter, der Puck macht absolut dicht. Alles klar, gleich mal großzügig gröber gestellt und wie ein Bombenentschärfer der zischenden Zora langsam den Siebträger entlockt. Bedrohlich faucht sie vor sich hin..
Aber gut. Nächster Versuch, und wer hätt's gedacht, der nächste Kaffee rauscht ganz einfach durch... nach 4-5 Stück, die mir dann alle verbrannt sind, weil die gute Frau sich nach so viel Arbeit beginnt, aufzuregen, bin ich beinah wieder bei dem Mahlgrad angekommen, der vorher eingestellt war und einen Bezug unmöglich gemacht hat. Sie spielt mit mir, erlaubt sich einen Spaß. Jetzt stimmt die Durchlaufzeit, aber natürlich ist der Kaffee kochend heiß und ungenießbar verbrannt.
Jetzt lass ich sie stehen, das hat sie verdient. Soll sich mal abkühlen, die Gute und nicht so ein Theater machen. Dann probieren wir's nochmal. Und bis es läuft, sind noch 20g vom Tatico übrig. Ich seh's kommen. Immerhin drei Tassen leckerer Espresso.
Ich dachte mir, das muss alles nicht sein und wir, die wir doch einige hier sind, die sich von der zierlichen Schönheit unterjochen lassen, könnten uns verbünden. Tricks und Erfahrungen austauschen, wie man sie gebändigt kriegt, ihr Gemüt besänftigt und eine glückliche Beziehung führt und letzten Endes auch sie ein glücklicheres Dasein fristen lässt.
Meine Erfahrungen und Kniffe nach knapp drei Monaten Pavoni:
- Siebträger unterbefüllen. Sobald das Kaffeemehl das Duschsieb auch nur ahnt, keift sie bittere Säure.
- Fein mahlen, weniger tampern führt zu gleichmäßigerem Widerstand auf dem Hebel und insg. ausgewogenerem Kaffee. Grob mahlen und mit Gewalt tampern lässt den Widerstand erst später kommen, verbrennt öfter den Kaffee und provoziert Channeling.
- Das Zweiersieb ist bei mir bisher nutzlos. Gibt einige, die das genau andersrum sehen. Ich denke, es ist eine Frage dessen, womit man in der Regel "übt". Mir ist noch niemand über den Weg gelaufen, bei dem beides auswechselbar klappt.
- Siebträger bei hochgezogenem Hebel einspannen: wenn man den Hebel bei eingespanntem Siebträger hochzieht, saugt der Kolben am Puck.. entweder hebt er ihn dann an und das Wasser läuft an der Seite vorbei oder er bricht ihn und das Wasser rauscht durch. Ich heb den Hebel bis genau zu dem Punkt, wo's zischt und spann dann den ST ein.
- Dichtungen wechseln: das hat bei mir so viel gebracht, dass ich kaum glauben kann, dass vorher der ein oder andere genießbare Kaffee rauskam. Da die Pfauendame abhängig vom Druck auf dem Kessel heizt und nicht etwas abhängig von der Temperatur des Wassers ist sie ungleich heißer, wenn irgendwo Druck entweicht.
- "falschen Druck" ablassen. Absolut essenziell. Maschine aufheizen, sobald sie 1bar anzeigt, Dampfhahn aufmachen. Da meine nagelneue Dichtungen hat, fällt der Zeiger innerhalb einer Sekunde auf null. Vorher fiel er um so 0,4-0,7bar ab. Sobald dann Dampf kommt, wieder zumachen. Jetzt bauen wir Dampfdruck auf und keinen dämlichen Luftdruck.
- Hinteres Loch an der Dampfdüse zumachen: die Milch wirbelt beim Schäumen viel besser und es gibt gleichmäßigeren, feinporigeren Schaum.
- Cappuccinatore wegschmeißen.
- Plastiktamper wegschmeißen.
- Schüssel unterstellen.. mir ist's zu blöd, 2x täglich die Abtropfschale sauberzumachen, deswegen steht da permanent eine kleine Schüssel drauf.
- Ausschalten.. ich hab sie nicht im Dauerbetrieb laufen. Ich trink so 3-6 Kaffee am Tag und sie hält Wärme gut... in der Regel ist sie in wenigen Minuten wieder heiß. Wenn ich sie durchlaufen lass, verbrennt jeder Kaffee.
- Vor dem Kaffeemachen den Hebel halb hochziehen. Schiebt das kalte Wasser, das auf dem Kolben liegt, zurück in den Kessel. Dann steigt heißes auf und die Brühgruppe wird vorgeheizt. Wie man sieht, reduziert sich die ganze Problematik auf die Temperatur... mal zu heiß, mal zu kalt. Grr.
Mehr fällt mir momentan nicht mehr ein... Vielleicht ist ja der ein oder andere Kniff dabei, den manch einer noch nicht kannte. Und vielleicht habt ihr ja ein paar Tipps für mich, wie ich konstantere Ergebnisse bekomme (außer "bei einer Kaffeesorte bleiben" - dafür bin ich noch nicht festgelegt genug).
Im Übrigen hab ich eine Pavoni Professional aus dem Jahre '96, die den Kessel nach Pressostat auf 1,0bar heizt... hier und da zischt sie aber schon gut aus der Brühgruppe. Ist das normal, dass sie nach 2-3 Kaffee sooo heiß ist, dass da mehr Dampf als Wasser rauskommt? Ist mein Presso hinüber? Das Überdruckventil hält still..


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