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  1. #1
    Buddenbrokk ist offline Erfahrener Benutzer
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    Unglücklich Entscheidungshilfe eher psychologisch gefragt

    Liebe Espressofreunde, ihr alle habt mir schon so viel geholfen und ich habe schon so viele tolle Bilder und Berichte von schönen Chrommaschinen gesehen und gelesen, dass ich einfach nicht 100prozentig glücklich mit meiner wackeren und eigentlich völlig problemlosen Solis Crema SL 70 werde. Eigentlich bin ich so weit und habe so viele Informationen gesammelt, dass ich euch schon höre: Das ist nun deine persönliche Entscheidung. Weiss ich eigentlich, aber vielleicht hat doch noch jemand Erbarmen und steht mir bei. Zur Sache: ich schwanke zwischen einer Quickmill 3000 und einer Vibiemme Domobar. Hier die Argumente, die ich zusammengetragen habe: Ich will keinen Zweikreiser (wirklich nicht, auch wenn ich ca. 4 Cappus pro Woche produziere!). Dieses Mal soll es eine schöne Maschine sein. Das sind in meinen Augen beide, wenn auch ganz anders. Es soll ein spürbares Upgrade zu Solis sein, nicht nur optisch.
    Vorteile Quickmill:
    schnell aufgeheizt, wartungsarm, robust und etwas günstiger. Nachteil: habe sie noch nie in echt gesehen, weil der nächste Händler 2 Autostunden entfernt ist.
    Vorteile Vibiemme: Eine Legende, die mich neugierig macht, wie sie sich im Gebrauch anfühlt (das Argument, das sich im Moment an stärksten anfühlt), Brühdruck und Temperatur veränderbar, daher eine Maschine, an der man Fortschritte machen kann und etwas lernen, ESE-Siebträger erhältlich, noch etwas schöner und imposanter, ein echtes spürbares Upgrade gegenüber der Solis. Vertauenswürdiger Händler (Kaffee Total) in der Nähe. Nachteile: Relativ unpraktisch und wartungsintensiv im Vergleich zur Quickmill(Rückspülen habe ich schon bei der Gaggia gehasst, Wassertank unter dem Platz, auf den ich gerne Tassen stellen würde, Entlüften und Entkalken nötig), in Inox und mit ESE-Siebträger ca. 400 Fr. (ca. 260€) teurer als Quickmill. Hab ich was vergessen? Ein Argument zu stark gewichtet, das in der Praxis eher unwichtig ist? Ach ja, ich gehe davon aus, dass ich mit beiden Maschinen mindestens so guten Espresso machen kann wie mit der Solis ohne Crema-Siebe und auch Milch aufschäumen für einen bis zwei Capuccinos kein ernsthaftes Problem darstellt. Die kleine Wartezeit bis zur Dampftemperatur macht mir nix aus. Ganz besonders freuen würde ich mich über einen Kommentar von jemandem, der wirklich beide Maschinen schon mal ausprobiert hat. Selber beide Maschinen ausprobieren wird sehr aufwändig, da wie gesagt der eine Händler in Radolfzell und der andere in Stuttgart wäre. Coffee24 hat beide, das liegt aber nicht gerade so am Weg für mich.

  2. #2
    Arni ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Entscheidungshilfe eher psychologisch gefragt

    Du hast die wesentlichen Unterschiede zwischen den beiden Maschinen schon aufgezählt, ein zusätzlicher fällt mir jetzt gar nicht ein. Die Domobar wird wahrscheinlich etwas mehr Dampfpower aufbringen, aber wenn du nur selten schäumst, ist das nicht so wichtig. Ich habe zwar schon beide Maschinen angefasst, aber nicht wirklich bedient.
    Ich würde mir zur Entscheidungshilfe Kriterien aufstellen, wie z. B. Preis, Aufheizzeit, äußeres Aussehen etc. vielleicht 5 oder 6 und jedes einzelne bewerten mit 1 oder 2 oder 3 Punkten und damit die beiden Maschinen durchgehen. Das bringt schon mal mehr als nur eine gefühlsmäßige Auswahl.

  3. #3
    Bluemountain2 ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Entscheidungshilfe eher psychologisch gefragt

    Hallo Buddenbrokk

    Meine Meinung: am Ende musst du mit dem Endprodukt glücklich sein, erst dann kommt Haptik und Optik. Solange du das Gefühl hast, deine Espressi entsprächen nicht der Qualität der Bohnen, seien zu sauer, zu bitter oder einfach zu flach und bist dir bei jedem servierten Kaffee für Besucher unsicher, ob er denn schmeckt, wirst du IMMER Upgrade-Gelüste habe.

    Hingegen wirst du das Reinigungsprozedere schnell als normalen Ablauf drin haben. Rückspülen ohne Fettlöser geht fix, mit Fettlöser ist nur alle 1-2 Wochen nötig (je nach Bezugsmenge), Entkalken kannst du mit Wasserfilter minimieren.

    Bei der Domo kannst du den Brühdruck einstellen und auf ein grosses Sortiment an Standard-Teilen zurückgreifen, z.B. ein LM 1er-Sieb, bodenloser ST oder einen La Spaziale 2er-Auslauf (für schöne Mäuseschwänzchen). Zudem gibt's zur Domo auch einige Tips, bezgl. Wassertank gibt's ev. eine Tricherlösung.

    Die Quickmills sind völlig Ok und sehr praktisch zu bedienen, aber von den geschmacklichen Möglichkeiten IMHO ein weniger grosser Sprung zur Solis.

    Tip: ich würd mir vom Händler auf der jeweiligen Maschine einen Espresso machen lassen - dann weisst du nicht nur, was die Maschine drauf hat, sondern auch der Händler...
    Gruss
    BM

  4. #4
    Buddenbrokk ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Entscheidungshilfe eher psychologisch gefragt

    Danke, das mit der Liste habe ich auch schon hinter mir: Punkegleichstand! Aber ich denke Bluemountain hat recht - und insofern habe ich keine grosse Eile, denn sonderbarerweise kriege ich mit der Solis konstantere und bessere Ergebnisse hin als vorher mit der Gaggia. Schämen muss ich mich für die Solis-Espressi nicht, auch wenn die Crema-Schicht nie solche Rekordwerte erreicht wie sie manchmal im Kaffeenetz gezeigt werden. Ich tendiere in die Richtung: Wenn schon Upgrade, dann richtig, und dann muss es die Vibiemme sein, aber dazu muss ich noch ein bisschen Geld anhäufen. Und die Nachteile beim Handling werden wohl durch die Freude an diesem schönen Stück aufgewogen, denke ich. Freue mich trotzdem über weitere Kommentare, speziell zu dem Thema, wie sich die theoretisch recherchieren Nachteile der Vibiemme im Alltag anfühlen: Nervt es, manchmal, oder selten, oder gewöhnt man sich dran? Gruss von Buddenbrokk

  5. #5
    silverhour ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Entscheidungshilfe eher psychologisch gefragt

    Zitat Zitat von Buddenbrokk Beitrag anzeigen
    Nachteile: Relativ unpraktisch und wartungsintensiv im Vergleich zur Quickmill(Rückspülen habe ich schon bei der Gaggia gehasst, Wassertank unter dem Platz, auf den ich gerne Tassen stellen würde, Entlüften und Entkalken nötig), in Inox und mit ESE-Siebträger ca. 400 Fr. (ca. 260€) teurer als Quickmill.
    Ich behaupte mal, auch eine Quickmill will ab und an geputzt werden!
    Entlüften wäre für mich kein Argument, das ist wirklich das Geringste beim Hochheizen zum Dampfen. Und völlig verkalkungsfrei ist das Ding wohl auch nicht.
    Der Preisunterschied bleibt imho als Argument. (Wobei ich bei o.a. online-shop nur 125,- Unterschied sehe).

    Den Hauptunterschied der beiden Maschinen läßt Du scheinbar außen vor: Boiler gegen Thermoblock.

    Aber Du fragst nach einer "eher psychologischen" Hilfe. Also: Bei welcher Maschine klopft Dein Herz schneller und sammelt sich Feuchtigkeit in den Augen?
    Genau für die Maschine würde ich mich an Deiner Stelle entscheiden!

    Grüße, Olli


    p.s.: Das Geld für den ESE-ST würde ich sparen und in eine Mühle stecken.

  6. #6
    VolkerS ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Entscheidungshilfe eher psychologisch gefragt

    Hallo Buddenbrokk,

    eine QM 3000 wird hier gerade günstig angeboten. Schon gesehen?

    Gruß,
    Volker
    Kaffee-Wiki, da werden Sie geholfen

  7. #7
    Buddenbrokk ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Entscheidungshilfe eher psychologisch gefragt

    Danke auch an die letzten beiden Tipp-Geber. Olli, selbstverständlich habe ich bereits eine Mühle, sonst würde es auch mit Espressi aus einer Solis ohne Crema-Siebe wohl nix. Ich finde ESE-Pods als gelegentliche Ergänzung für koffeinfreie Kaffess oder wenn es mal schnell gehen soll, praktisch und durchaus akzeptabel im Geschmack. Und das Herzklopfen für Vibiemme ist auch grösser. Wie gesagt, der recht grosse Preisunterschied entsteht durch die beiden Händler, die für mich erreichbar sind - online-shoppen bei einer solchen Maschine will ich nur im Notfall - und dadurch, dass mir die Inox-Version schon noch einiges mehr zusagt als die Nero. Was immer wieder angedeutet wird, mir aber nicht so ganz klar ist: Inwiefern unterscheidet sich ein Espresso aus einer Boiler-Maschine von einem aus einer Thermoblockmaschine? Mir scheinen die Thermoblock von Quickmill einige Vorteile zu haben: Heizen schnell auf, das Wasser für den Espresso ist immer frisch und steht nicht im Kessel, und sie verkalken deshalb weniger. Welche konkreten Vorteile haben Boiler-Maschinen dagegen? Danke und Gruss Buddenbrokk

  8. #8
    nacktKULTUR ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Entscheidungshilfe eher psychologisch gefragt

    Zitat Zitat von Buddenbrokk Beitrag anzeigen
    Welche konkreten Vorteile haben Boiler-Maschinen dagegen? Danke und Gruss Buddenbrokk
    Nur auf die Schnelle - zwei Gedanken aus dem Solothurner Jura...

    Grundsätzlich ist die Methode, das Brühwasser mittels Thermoblock zu erhitzen, die technisch billigere. Das sieht man auch daran, das die low-end Geräte durchwegs Thermoblock nutzen. Das will aber keineswegs heißen, dass diese Methode die schlechtere ist.

    • Der Themoblock speichert die Energie im Metall-Medium, und gibt sie beim Durchlaufen an das Wasser ab. Der Fließgeschwindigkeit kommt eine große Bedeutung zu, ebenso dem Übergangswiderstand zwischen Medium und Wasser, vulgo Kalk genannt. Per Konstruktion ist das Medium "überhitzt", also niemals identisch mit der Wasser-Solltemperatur.
    • Der Boiler wird auf die Solltemperatur aufgeheizt, und es findet bei dem Brühvorgang selbst keine unmittelbare Aufheizung statt. Das Energieträgermedium ist hier das Wasser selbst. Genau betrachtet, ist auch das Wasser überhitzt, weil es auf dem Weg durch den Brühkopf an Temperatur verliert. Deshalb steht der Boiler bei den für Kaffee geforderten Temperaturen unter Überdruck. Im Falle der Gaggia CC ist es 105°C, was am Brühkopf die nötigen 96°C ergibt.

    Was können wir daraus lesen? Beim Thermoblock ist es immens wichtig, dass die empfohlene Fließgeschwindigkeit eingehalten wird. Nur so ist die richtige Temperatur zwischen saurer und bitterer Tasse zu erreichen.

    Die obige Theorie habe ich durch die Praxis bestätigt bekommen. Ich hatte in der 70er Jahren die Turmix TX-10 (Thermoblock). Wenn sich ein Kaffee "verklemmt" hatte (zu fein gemahlen, zu viel Kaffeepulver genommen), war er zu bitter. Umgekehrt, beim Durchrauschen, war's sauer. Das hat sich später wesentlich gebessert mit den Gaggia-Maschinen, und noch deutlicher ist der Unterschied beim PID-geregelten Dualboiler.

    Hier noch rasch der zweite Gedanke: Ich würde mich nicht auf die Pad-Systeme fixieren. Das schränkt die Auswahl der Geräte immens ein. Und, wie schon an anderer Stelle erklärt worden ist, wirklich brauchbare Ergebnisse gibt's nur mit den für Pads konstruierten Komplettsystemen, also abgerundetes Duschsieb zusammen mit Pad-Einsatz, welche beide die exakte Form der Pads abbilden. Du solltest Dir überlegen, ob Du nicht zwei Geräte nebeneinander betreiben willst, eines für Pads, das andere für richtigen Espresso.

    Gruß,
    nK
    Izzo Alex Duetto #0028 · Baby Gaggia 1986
    Rancilio Rocky D · 3 x Gaggia MDF
    Gene CBR-101 · Hearthware Precision

    • 70er Jahre: Turmix TX10 & Turmix 808
    • 80er/90er Jahre: Baby
    Gaggia / diverse Classic / diverse MDF
    • 2007 Gaggia Titanium, ECM Technika-III

  9. #9
    huibuh ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Entscheidungshilfe eher psychologisch gefragt

    Zitat Zitat von Buddenbrokk Beitrag anzeigen
    Danke, das mit der Liste habe ich auch schon hinter mir: Punkegleichstand! ... Ich tendiere in die Richtung: Wenn schon Upgrade, dann richtig, und dann muss es die Vibiemme sein, aber dazu muss ich noch ein bisschen Geld anhäufen. Und die Nachteile beim Handling werden wohl durch die Freude an diesem schönen Stück aufgewogen, denke ich. Freue mich trotzdem über weitere Kommentare, speziell zu dem Thema, wie sich die theoretisch recherchieren Nachteile der Vibiemme im Alltag anfühlen: Nervt es, manchmal, oder selten, oder gewöhnt man sich dran? Gruss von Buddenbrokk
    Hallo Buddenbrokk,

    ich kann Dir nur die Vibiemme nahelegen. Ich habe sie selber 7 Jahre gehabt und fand sie immer absolut alltagstauglich (wenn der Cappukonsum nicht extrem wird).

    Zudem muß ich auf die gute Reparaturmöglichkeit und die hohe Wertstabilität der Vibiemme hinweise. Ich habe meine Vibiemme nach sieben Jahren in der Bucht für 520 Euro verkauft (wohlgemerkt die Domobar Nero!!). - Vielleicht erleichtert das Deine Entscheidung und Du hast dann in ein paar Jahren noch Luft für evtl. weitere Upgrades.

    Also ich würde lieber noch etwas warten und sparen und mir dann die Vibiemme zulegen.

    Gruß,

    Rainer
    EXPOBAR BREWTUS III PRO - MAZZER MINI E - A - DIGITAL
    MEINE EX: EXPOBAR BREWTUS II - RANCILIO ROCKY D
    VIBIEMME DOMOBAR NERO - SOLIS 166

  10. #10
    Inalina ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Entscheidungshilfe eher psychologisch gefragt

    Also wenn schon ein Upgrade, dann doch wenigstens ein "Spürbares" und das hast Du, glaube zumindest ich persönlich, mit der Quickmill nicht.
    Wenn das Herz beid er Vibiemme mehr klopft, dann entscheide Dich dafür, sonst dauert es nicht lange und Du haderst mit dem nächsten Upgrade.
    Ich warte dann mal gespannt aufs Deinen Erfahrungsbericht im Vergleich zur Solis.

    LG,
    Inalina.
    Solis Crema SL 70 + Mahlkönig Vario

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