tach
da dies hier ja anscheinend der "ich-stelle-meine-maschine-vor-thread" ist, erlaube ich mir, hier meinen ersten beitrag zu schreiben.
der plan, mir eine espresso-maschine zuzulegen ist schon etwas älter und fast ebenso lange lese ich hier schon mit. so langsam klärte sich der hier entstandene informations-nebel und die engere wahl fiel auf eine vibiemme domobar oder izzo alex duetto oder ECM oder doch eine BZ07 oder ... also doch noch nebel ... einfach zu viele infos hier. da ich mich absolut nicht entscheiden konnte, schob ich den einstieg immer weiter hinaus.
dann hat vor kurzem ein freund von mir seine bar aufgegeben. ganz erleichtert erzählte er mir, dass er jetzt auch endlich seinen keller ausmisten könne, wo endlos gerümpel rumstehe, dass er nun definitiv nie mehr brauchen würde. ob ich jemanden wüsste, der an seiner alten reserve-espresso-maschine interesse hätte, einfach gegen abholung. nun ja, da fiel mir tatsächlich jemand ein, auch wenn die abholung in spanien erfolgen musste (ich bin da eh regelmäßig mehrmals im jahr, also keine extrakosten). es war eine lustige rückfahrt, mit dieser riesigen, alten espressomaschine auf dem beifahrersitz (meine auto hat keinen nennenswerten kofferraum) festgeschnallt.
zuhause habe ich den technisch eher versierten hausmeister dafür gewinnen können, mir bei der installation zu helfen und gemeinsam haben wir das innenleben erkundet, ein paar dichtungen ausgetauscht und eine basisreinigung durchgeführt.
die maschine ist ein spanischer no-name-bau von einer firma namens ARABAR aus barcelona, ein 2-kreiser mit vibrations(?)pumpe (da eher geräuschvoll), einem ca. 2-2,5 L boiler und festwasseranschluss. die brühgruppe müsste von der FAEMA E61 sein, soweit ich das identifizieren konnte. das aussehen der maschine ist eher mit zurückhaltend zu beschreiben, aber alles sieht sehr gut verarbeitet aus: keine scharfen kannten, alle spaltmaße sehen gut aus, sehr schwer (ca. 30 KG), im inneren viel kupfer, die bedienelemente allerdings alle aus plastik.
als mühle habe ich mir eine ECM Casa zugelegt.
nach inzwischen 3 tagen und ca. 50 espressi (die ich nicht alle getrunken habe, meist nur genippt, um das ergebnis meiner stümperhaften bemühungen zu testen) habe ich ein paar erkenntnisse gewonnen:
- von den vier sieben, die ich auch erhalten habe, komme ich nur mit zweien zurecht, beide sind für doppelbezug
- die besten ergebnisse (guter geschmack, ölige konsistenz, mehrfarbige crema, die auch länger bestand hat) erhalte ich bei fast maximaler befüllung (ich zähle beim mahlen von 21 bis 36-38, also knapp 15-17 sekunden mahldauer auf der ECM Casa) und tampern mit leichtem druck (also ohne exessives drücken, nur aus dem arm raus)
- mit dem schäumen habe ich nicht mal angefangen aber die angaben im kaffee-wiki schon sehr aufmerksam studiert
was mir bisher aufgefallen ist:
- meine pucks sind meist ein wenig matschig, auch wenn das espresso-ergebnis sehr gut ist
- wenn ich zu fein mahle und zu fest tampere schafft die maschine es nicht, wasser durchzudrücken. die grenze ist da manchmal sehr schmal
- die druckanzeige der pumpe springt am anfang auf max, bleibt dann da für ein paar sekunden und pendelt sich dann bei ca. 8 bar ein, bleibt aber unruhig (also nicht exakt auf 8 bar sondern mal drüber mal drunter während des bezugs)
- das mahlgut der Casa ist relativ klumpig, wodurch ich zwischen durch immer mal absetzen muss um es durch leichtes klopfen besser im sieb zu verteilen. ist das so bei der Casa oder kann man da was gegen machen?
meine nächsten schritte:
- anschaffung eines blindsiebes
- einbau eines wasserfilters in den wasserbezug (hannover hat 11,8 dH gesamthärte sowie 6,2 karbonhärte)
- durchprobieren der röster der umgebung
fazit: i've got a brand new toy and i like it!
vielen dank an dieser stelle an die meisten der hier schreibenden für die vielen, vielen infos und die teilweise erstaunliche tiefe und kompetenz der beiträge.
bis die tage
looseantz
nachtrag:
da das jetzt mit der kamera geklappt hat, nachfolgend ein paar bilder:
die maschine:
innenleben, vor der reinigung: