AW: Maschinenwechsel ja oder nein
Hi,
Dualboiler haben für zuhause schon einige Vorteile, finde ich, jedoch kannst Du mit Deiner Maschine sicher auch ganz tolle Kaffees bereiten.
Wenn die Brühtemperatur hin und wieder angepasst werden muß, kann man das ja über den Kesseldruck am Presso tun - was allerdings unter Umständen die Wasserdampfqualität beeinflusst. Beim Dualboiler hast Du eben immer (trockenen) Dampf ohne die Brühwassertemperatur zu beeinflussen.
Der Unterschied ist eben, daß Du nicht mehr über die Dauer des Leerbezugs die Brühtemperatur (mehr oder weniger ungenau) beeinflussen mußt, daß Leerbezüge praktisch entfallen (spart auch Wasser) - mir reicht das Aufwärmen der Tassen über Wasser aus der Brühgruppe kurz vor dem Bezug - und ein Überhitzen der Gruppe fällt auch weg (kann bei manchen Geräten ein Problem sein, jedenfalls fand ich die Nase meiner Domobar Super 2Kreiser immer etwas sehr heiß und es blubberte sehr lange bzw. entsprechend lang war der Leerbezug).
Nun hast Du eine nicht überhitzende (es sei denn, die Standzeit ist sehr lang und Du hast eine hohe Brühtemp. eingegeben) Gruppe und kannst direkt loslegen. Schwankungen der Temperatur während des Bezugs sollen möglichst klein gehalten werden (die PID Elektronik nähert sich immer genau an und arbeitet auch schnell). Im Idealfall kann so jeder shot ein Treffer sein und nicht mehr x von y Bezügen.
Der nächste Vorteil, eigentlich DER Vorteil aus meiner Sicht, ist das Geschmackserlebnis und die Flexibilität hinsichtlich der Sortenauswahl.
Jede Sorte kann verwendet werden, egal ob sie heiß oder kalt gebrüht werden muß (ohne 2kreiserseitige Beschränkungen).
Und man kann - erst jetzt - ermitteln, austesten (was wiederum durch die großen Auswahlmöglichkeiten ein weiterer Parameter ist, der die Sache u. U. auch erschweren kann) welche Wassertemperatur eigentlich am besten zur Bohne passt.
Dabei habe ich eigentlich erst richtig schmecken gelernt. Ich bin eh erst 2 Jahre dabei, aber mit Dual-PID Maschine gab es für mich den Sprung nach vorn, was das Schmeckvermögen/Aromawahrnehmung anbelangt.
Eine Sorte kann merklich anders schmecken, wenn sie kühler oder heißer gebrüht wird.
Man merkt auch, daß viele Sorten gar nicht so heiß gebrüht werden dürfen und erkennt schneller, ob ein shot verbrannt schmeckt usw.
Vorher mußte ich evtl. die Sorten passend zur Maschine kaufen und nun hat man die ganze Auswahl. Allerdings auch die Qual der Auswahl der richtigen Temperatur (die dann wiederum den Mahlgrad beeinflussen kann, da ja heißeres Wasser langsamer als kälteres durchläuft).
Es ist aber schon etwas für den anspruchsvollen Gourmet, würde ich sagen. Und man sollte schon einige Kaffees am Tag beziehen, sonst rechnet sich m.E. der Anschaffungspreis nicht so recht.
Und wer nur seine Stammsorte trinkt, der ist vielleicht auch nicht die Zielgruppe dieser Geräte, sondern eher derjenige, der die Espressosorten durchreisen möchte.
Ich hoffe, es hilft Dir weiter...
P.S. Festwasser ist sicher bequem, aber der Wasserverbrauch ist nicht mehr so groß, seitdem die cooling flushes unnötig geworden sind. Mein Tank ist glaube ich 4l groß und so oft muß man den am Tag nicht nachfüllen (je nach Konsum natürlich).
Zumindest bei meiner Maschine ist die Vib.pumpe vergleichsweise leise (im Vergleich zur 2Kreiser DomoSuper). Eine Rotaversion ab Werk gibt es meines Wissens nicht.
Eingelagert: Rancilio Silvia V3 + Mahlkönig Vario Home V2. Moccamaster KBT 741, Aeropress + Hario Slim Handmühle.
Vorherige Mühlen: Gaggia MM, Ascaso i2-mini, Macap M4, Mazzer Mini E/B, Iberital Challenge, Mahlkönig Vario Home V1, Mazzer Kony E, Compak K-3 T
Vorherige Maschinen: Gaggia Baby Class D, Rancilio Silvia V2, Vibiemme Domobar Super (HX), Gaggia Classic + Auber PID, Vibiemme Domobar Super PID Dualboiler, Nuova Simonelli Oscar, Rancilio Classe 6 LE1 Leva
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