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  1. #1
    rank ist offline Neuer Benutzer
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    Standard Von Einem der auszog, einen Siebträger zu kaufen - Eine Odyssee in vier Akten

    Seit heute bin ich stolzer Nutzer einer Siebträger-Espressomaschine. Und ich fühle mich gut. Warum das so ist, und welche Maschine ich nutze, wird erst am Schluss verraten. Vielleicht ist mein Weg, über den ich zu dieser Maschine gekommen bin, ja auch eine Hilfe für andere, die sich zur Zeit mit dem Thema auseinandersetzen.

    1. Akt - Anfixen

    Ich war bei einem Bekannten. Der sagte zu mir: Probier mal meinen Espresso. Ich probierte und bekam die ganze darauffolgende Nacht den Geschmack nicht mehr von der Zunge. Es war phantastisch.
    Der Bekannte besitzt eine BFC Ela, hatte wohl die richtige Bohne und alles sorgfältig zubereitet. Für mich eine Offenbarung.

    Das wollte ich auch.

    Zu dem Zeitpunkt war ich noch Besitzer eines Vollautomaten, der mittlerweile in der Bucht versenkt wurde.

    Jetzt konnte alles nur besser werden.

    Mein Lastenheft: Toller Kaffee, für mich ohne allzu große Wissenschaft zu betreiben zuzubereiten, gut reproduzierbare Ergebnisse, Milchschaum zweitrangig.


    2. Akt - Informieren

    Erst macht das ja noch Spaß -- Mein Weg war der folgende: Zunächst war ich der Meinung, ein Einkreiser mit kleinem Boiler wäre perfekt. Klein, schick, nicht zu teuer. Die Milch würde ich wie bisher mit dem Zauberstab im Topf aufschäumen. Dazu, natürlich, eine gute Mühle.
    Nachdem ich dann etwa 1000 beiträge zu dem Thema gelesen hatte, dachte ich, na, vielleicht doch lieber gleich den Zweikreiser, weil, der Unterschied ist ja nicht so groß und bla bla....
    (Inzwischen kannte ich alle am Markt verfügbaren Geräte mit Vornamen.)

    Leider wuchs mit meiner Recherche auch der Wunsch, den perfekten Espresso erzeugen zu müssen.

    Dann dauert es natürlich nicht lange und man ist bei den Dualboilern gelandet. Außerdem liest man allerhand Wissenwertes über den "Godshot", der natürlich nur mit der perfekten Maschine zu erreichen ist. Ganz zu schweigen von Temperatursurfern, Tunern und, und, und...

    Wenn ich abends einschlief, drehte sich in meinem Kopf alles um Rotationspumpen, Festwasseranschlüsse, PIDs, in kleinen Kupferpfannen, einzeln mit dem Feuerzeug gerösteten Bohnen einer Kooperative aus Malawi......(Entschuldigung, ich übertreibe).

    3. Akt - Die Erkenntnis

    Mir wurde das alles zu viel. Dazu kam, das meine Frau nicht gerade von der Aussicht begeistert war, die Hälfte unserer Küchenarbeitsfläche für eine gastronomietaugliche Maschine mit adäquater Mühle und Sudschublade und Tamperplatte und Tamperstation und und und herzugeben....
    Da ich mich mittlerweile aber auf akutem Kaffeemaschinenentzug befand, mußte eine Lösung her. Da stieß ich auf die Quickmill 3035.

    Mit Thermoblock, (igitt)
    mit integrierter Mühle (igittigitt)
    und eingebautem Tamper (igittigittigitt).

    Bei einem Händler hab ich einen Espresso aus eben dieser Maschine probiert. Er war ziemlich gut. (Nicht so gut, wie der vom gleichen Händler dargebotene Espresso aus einem E61-Derivat, aber annährend. Und das, obwohl der Händler sagte, der Mahlgrad des Espressos wäre auf die E61-Maschine abgestimmt. (Das gleiche Mehl hatte er für beide Maschinen verwandt).
    Das läßt Raum für Verbesserungen, dachte ich mir. Wozu liest du denn schließlich seit drei Monaten jeden Thread im Kaffee-Netz? Die Maschine wurde gekauft.

    4. Akt - Der Bezug

    Nun, seit heute steht die Maschine bei mir. Recht hübsch anzuschauen, aber halt keine Mini-Gastroausgabe, also absolut ungeeignet, Eindruck zu schinden. Na ja, wenigstens meiner Frau gefällt sie...

    Los gehts: Ausgepackt, gesäubert, Espresso gemahlen, Siebträger eingehängt, Bezug.....10 Minuten Küche geputzt.

    2. Versuch: Espresso gemahlen, Siebträger eingehängt, Bezug....10 Minuten Küche geputzt.

    Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Hätte ich doch gleich eine Waage genommen. Ich hatte ca. 15 Gramm Kaffee im Einersieb, der Siebträger rastete nicht richtig ein, weil er halt zu voll war und alles flog mir um die Ohren.

    Die Versuche 3-25 verursachten deutlich weniger Sauerei. Im Gegenteil. Es gelang ganz hervorragend, den richtigen Mahlgrad zu finden. (Die Mühle hat große Mahlscheiben und ist in 48 Stufen verstellbar) und irgendwann kam dann auch tatsächlich ein (für die ersten Versuche) toll schmeckender Espresso mit dicker, fester, nußbrauner Crema heraus.
    Das was ich bis jetzt irgendwo mal getrunken hatte, habe ich jedenfalls nicht besser in Erinnerung.
    Das Beste: Das Ergebnis war für mich auch in größeren Zeitabständen absolut reproduzierbar.

    Fazit

    Die Quickmill ist für mich eine super Maschine, um ohne riesigen Maschinenpark und stundenlange Vorbereitung ein absolut zufriedenstellendes (jedenfalls für viele) und vor allem leicht reproduzierbares Ergebnis hinzubekommen.
    Für mich, nach langer, gedanklicher Odyssee, die perfekte Maschine.
    Einfach, kein Schnickschnack, sehr gut verarbeitet, tolles Ergebnis.
    Ach ja: Ich habe Omcafe und Berlina-Wasser benutzt.

    Noch etwas: Milch aufschäumen gelang mir sofort und ohne Übung mit der Thermoblock Dampflanze, obwohl das ja angeblich mit dieser Maschine nicht so gut geht. Vielleicht hatte ich ja nur Glück oder auch nur Milch von wirklich glücklichen Kühen...

    Epilog

    Ich freue mich, die Maschine in nächster Zeit besser kennen zu lernen und auszureizen. Wahrscheinlich kann man mit großen Maschinen noch bessere Ergebnisse hinbekommen.
    Ich denke auch, je länger man guten Espresso trinkt, desto mehr sensibilisiert man den eigenen Gaumen und entdeckt Geschmacksnuancen, die der Anfänger noch nicht bemerkt. Alles eine Frage des Lernens.
    Vielleicht reift dann auch der Wunsch, mit aufwändigem Equipment über alles erhabene Ergebnisse erzielen zu wollen.

    Bis dahin stellt sich aber, zumindest mir, die Frage:
    100% Aufwand für 100% Ergebnis oder 50% Aufwand bei 98% Ergebnis?
    Geändert von rank (05.11.2009 um 10:11 Uhr)

  2. #2
    Svente ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Von einem, der Auszug einen Siebträger zu kaufen - Eine Odysee in vier Akten

    Hallo Rank,

    schöner Beitrag und willkommen. Bei lief es ganz genauso ab.

    Ich hatte auch die QM im Auge. Wirklich eine schöne Maschiene. Kannst mir aber glauben, daß spätestens nach einem Jahr was anderes her muß (suche jetzt eine größere Mühle). Dann geht der Tanz von vorne los.
    Grüße Svente
    Maschine: ECM Casa Speziale
    Mühlen: Lelit PL 43, Ascaso I-1

  3. #3
    rank ist offline Neuer Benutzer
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    Standard AW: Von einem, der Auszug einen Siebträger zu kaufen - Eine Odysee in vier Akten

    Ja, vielleicht ist das so, das man von Upgrade-Wünschen befallen wird.
    Aber ich glaube, man kann auch mit einem guten, nicht perfekten Ergebnis zufrieden sein und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen, wie man so schön sagt.
    Dann vielleicht mal einen schönen Herbstspaziergang machen, statt 4 Stunden mit 0,1 Gramm-Abstufungen des Mahlgutes zu experimentieren und wenn man nach Hause kommt, sich über einen guten Espresso aus der öden Langweiler-Maschine freuen, statt sich über den nicht ganz perfekten Shot aus dem Espresso-Atomkraftwerk zu ärgern....

  4. #4
    plempel ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Von einem, der Auszug einen Siebträger zu kaufen - Eine Odysee in vier Akten

    Diese Erkenntnis im vierten Beitrag! Respekt. Jetzt musst Du Dich nur noch dran halten.

    Viel Spass!

    Gruss
    Plempel
    Oscarchen & Macinacaffe Lux :: Schneid Pinoro & Costa Rica :: DeLonghi EAM 3000

  5. #5
    silverhour ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Von einem, der Auszug einen Siebträger zu kaufen - Eine Odysee in vier Akten

    Eine schön geschilderte Darstellung, wie Du auf die Maschine gekommen bist. Lang, aber alles andere als langweilig.

    Ich bin schon gespannt auf
    Akt 5 - Akute Upgreditis
    Pauseneinlage - die Zweitmühle muß her
    Akt 6 - Die erste Restauration
    Akt 7 - Der Einstieg in die Heimrösterei


    Grüße, Olli

  6. #6
    badalucchino ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard - Eine Odysee in vier Akten

    Schöner Bericht! Meine "Odyssee" verlief ganz ähnlich, und das Ergebnis: ebenfalls eine QM 3035. Zufälle gibt´s...

  7. #7
    mcblubb ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Von einem, der Auszug einen Siebträger zu kaufen - Eine Odysee in vier Akten

    Zitat Zitat von silverhour Beitrag anzeigen
    Eine schön geschilderte Darstellung, wie Du auf die Maschine gekommen bist. Lang, aber alles andere als langweilig.

    Ich bin schon gespannt auf
    Akt 5 - Akute Upgreditis
    Pauseneinlage - die Zweitmühle muß her
    Akt 6 - Die erste Restauration
    Akt 7 - Der Einstieg in die Heimrösterei


    Grüße, Olli
    Hmmm....

    Das Problem ist: Es geht auch danach immer weiter. Und wenn ich jetzt höre, dass es schon Dualboiler gibt, wo man während des Bezuges den Brühdruck stufenlos per Hebel verstellen kann....

    Für mich ist dieses Hobby jedenfalls "vernünftiger" als tiefergelegte BMW zu fahren (BMW Fahrer mögen das allerdings anders sehen)

    Gruß


    Gerd
    Dummheit ist, wenn man jeden Tag das Gleiche tut aber neue Ergebnisse erwartet.

    LM GS/3 + ASTORIA AEP1 (Büro) LIVIA 90 (davor) + BRASILIA America 2gr. + La Pavoni Mignon + LSM 85-16 M Practical Metronic (ex Projekt)
    Demoka 203 + Mazzer SJ + Mazzer Mini M
    I-Roast

  8. #8
    Sirrah ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Von einem, der Auszug einen Siebträger zu kaufen - Eine Odysee in vier Akten

    @Svente
    Bitte dringend lesen: Link
    LG
    Sirrah

    BZ02 (brühdruckreduziert dank Isomac OPV), Gaggia Classic (brühdruckreduziert, Silvia Dampflanze), Compak K3 Touch, Zassenhaus Santiago, De Longhi EC 330 S (für E.S.E.)
    -----------------------------------------------
    Ex: Ascaso i-mini
    -----------------------------------------------

  9. #9
    wusaldusal ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Von einem, der Auszug einen Siebträger zu kaufen - Eine Odysee in vier Akten

    /klugscheiß on/

    das wort heißt "auszog" (vergangenheit) und nicht "Auszug". es handelt sich auch hierbei um kein hauptwort und hat nichts mit einem zug zu tun.



    /klugscheiß off/
    zu viele Gerätschaften für eine ordentliche Signatur...

  10. #10
    galgo ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Von einem, der Auszug einen Siebträger zu kaufen - Eine Odysee in vier Akten

    Zitat Zitat von Sirrah Beitrag anzeigen
    @Svente
    Bitte dringend lesen: Link


    wenn ich für jeden fehler hier nen euro bekommen würde, bräuchte ich nicht mehr arbeiten zu gehen - und damit meine ich nicht die bei mir kaum vorhandene großschreibung
    caution : posts may contain parts of humour in spite of missing smileys

    gaggia CC,
    FE-AR LA PEPPINA handhebeldiva,weil eine zicke nicht reicht nun auch noch ne pavoni mignon - gaggia MDF stepless, i-roast2 resistormodded - mahlkönig brasilia



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