Liebe Espresso-Fans und insbesondere Interessenten einer Ponte Vecchio Export. Da diese Maschine doch recht selten ist, dachte ich, es interessiert den einen oder anderen, wie die Erfahrungen mit diesem Modell nach ein paar Monaten Gebrauch sind.
Meine Bedenken vor dem Kauf waren: 1. Handhebeln ist mühsam und kompliziert und reproduzierbare Ergebnisse schwieriger als mit einer automatischen Pumpe. 2. Der Kessel könnte zu klein sein und zu Kapazitätsproblemen führen. 3. Die Maschine könnte schnell überhitzen. 4. Die kleinen Siebträgerchen bringen vielleicht nicht die gleiche Qualität und das gleiche Profi-Feeling wie bei einer E61-Maschine.
Mein Fazit nach 3 Monaten Gebrauch: 1. Stimmt gar nicht. Handhebeln mit Federunterstützung macht Spass und die Ergebnisse sind genauso reproduzierbar wie mit einer automatischen Pumpe. Ich habe noch keinen einzigen ungeniessbaren Espresso mit der Maschine produziert, ausser wenn der Kaffee nicht gut war. 2. Stimmt leider mehr als ich befürchtet hatte. Obwohl der Kessel angeblich 900 ml fasst, ist nach 4 Doppios, rein rechnerisch also ca. 240 ml Schluss. Dann verschwindet der Wasserspiegel aus dem Kontrollfenster für den Füllstand - laut Gebrauchsanweisung ist der Kessel jetzt beinahe leer. Dann heisst es abkühlen, bis wieder Wasser nachgefüllt werden kann. 3. Ist nicht so problematisch, notfalls zwischendurch kurz ausschalten und/oder Brühgruppe mit nassem Lappen kurz kühlen. Stundenlangen Betrieb habe ich nicht ausprobiert und brauche ich auch nicht. 4. Ist kein Thema für mich, im Gegenteil, ich finde, diese Siebträger liegen extrem gut in der Hand und fühlen sich wertig, nicht billig leicht an.
Ausserdem:
Die Maschine ist sehr platzsparend und bietet den Riesenvorteil, dass immer Dampf zur Verfügung steht und man sofort Milch schäumen kann. Die Dampfpower reicht mindestens für 2 bis 3 Cappuccino. Enttäuscht war ich angesichts des Preises von der Qualität der Oberfläche: Der Lack beginnt am schwarzen Fuss der Maschine bereits überall abzublättern, in der Vertiefung unter dem Abtropfsieb trotz zusätzlicher Verwendung eines Auffangbehälters ziemlich grossflächig, am übrigen Fuss in kleinen Sprüngen. Nach 3 Monaten ordnungsgemässem Gebrauch finde ich das nicht so toll. Pasmarose hat bisher nicht auf meine diesbezügliche Reklamation per e-mail reagiert.
Im Grossen und Ganzen: Wenn ich kein Platzproblem hätte, würde ich eher die PV Lusso nehmen, um die oben geschilderten Nachteile aufzufangen. Ich nehme auch an, dass sie eine Abtropfschale unter dem Abtropfsieb hat, während bei der Export alles, was aus dem Siebträger tropft direkt in der eingelassenen Vertiefung im Fuss landet. Man braucht also unbedingt ein Schälchen oder Tupperdings. Trotzdem scheint es, also ob eingebrannte Kaffeereste in der Vertiefung den Lack ruiniert haben.
Ein letzter Punkt: Man kann zwar theoretisch aufgrund der kleinen Siebträger-Grösse ESE-Pads mit der Ponte Vecchio verwenden, aber der Geschmack ist am ganz unteren Rand dessen, was man mit ESE-Pads produzieren kann. Der Kaffee wird sehr wässrig.
Falls sich jemand für die Maschine interessiert - ruhig nachfragen.


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