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  1. #1
    carkoch ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard merkwürdige Faema

    Aktuell bei ebay ist eine wohl heute neu eingestellte recht merkwürdige 2-gruppige Faema zu finden.

    Wunderbar und präzise von Verkäufer beschrieben als:

    Faema Espressomaschine von 1959 sehr guter Zustand!!!
    Leider produziert es keinen Dampf....
    neuer Kessel wurde von einer Fachfirma eingebaut...
    Ein absolutes Dekogerät mit Funktion!!!

    Und nein, der Startpreis ist nicht wirklich preiswert, schön poliert ist sie zwar, aber das mit dem Dampf erklären die Bilder, tsst, tsst

    Carsten
    - Bezzera Strega & Porlex, Quick Mill Omre und diverse alte noch unrestaurierte Mühlen
    - WEGA 1-gr. E61 /380 V / Gas Gastro-Projekt

  2. #2
    Dolomiti ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: merkwürdige Faema

    Ja, der Kessel scheint wirklich "von einer Fachfirma" eingebaut worden zu sein!

    Jürgen
    Murphy´s Law: Sobald die Stewardess den Kaffee serviert, kündigt der Pilot Turbulenzen an.
    Daraus folgt: Kaffee ist der Grund für Turbulenzen im Flugbetrieb.
    Die Schreibfehler in diesem Text sind beabsichtigt. Wer sie findet, darf sie behalten oder in der Bucht versteigern.


  3. #3
    Oscar Peterson ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: merkwürdige Faema

    Wäre die Maschine nicht so miserabel restauriert worden, wäre sie durchaus interessant. Sie hat die Brühgruppen von der Tartaruga, welche wiederum auch diesen schmalen, oben liegenden Boiler hatte. Ob diese Technik tatsächlich original auch im Urania Gehäuse verbaut wurde, kann ich nicht sagen. Ich habe das so bislang noch nicht gesehen.

  4. #4
    achmed ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: merkwürdige Faema

    Ich aber, ich meine sogar, die Maschine zu kennen. Der Dampfkessel fehlt, das Tropfblech und die Haube sind nicht orig. und dafür ist der Preis zu hoch.
    Ich habe es schon öfter geschrieben, dies sind die ersten saturierten BG der Kaffeegeschichte.
    Dass Faema sie auch im Urania Gehäuse verbaut hat, ist naheliegend, die Bauzeit war von 59-61, also die Zeit, in der es neben ihr noch die President gab. Diese, in Verbindung mit der Urania Haube, bekam dann den Nickname Tartaruga (Schildkröte), eigentlich hieß sie TRR.
    Gruß
    Achmed

  5. #5
    CappuHolger ist offline Benutzer
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    Standard AW: merkwürdige Faema




    Zitat aus "FAEMA Espresso 1945 - 2010" Hrsg. Enrico Maltoni, S. 204:
    "Faema-Maschine, Modell TRR aus dem Jahre 1959, drei Brühgruppen. Die Bezeichnung Termo Rimessa Regolata (geregelte Temperaturrückführung) oder Termo Riscaldamento Regolato (geregelte Temperaturerhöhung) ist darauf zurückzuführen, daß die Brühgruppen mit Flanschen ausgestattet waren und ihre Temperatur nicht durch Dampf, sondern durch Wasser gehalten wurde, das über den waagerechten Heizkessel direkt in die Hohlräume floss. Die Maschine war außerdem mit einem zweiten Heizkessel für Dampf ausgestattet. Beide Heizkessel wurden von einer Pumpe unterstützt, die das Wasser mit erhöhtem Druck durch einen Kunstharzenthärter drückte. Das Ergebnis war excellent - sowohl was die Benutzerfreundlichkeit als auch die Qualität in der Tasse betraf. Die Wassertemperatur wurde über einen Thermostat geregelt und überwacht. 1960 wurde dieses Modell in Tartaruga umbenannt."

    Soweit ich den Fotos in dem Buch entnehmen kann, wurde das Modell "TRR" mit Gehäuse der Urania und ab 1960 das Modell "Tartaruga" im Gehäuse der President und späteren E61 gebaut.

    Viele Grüße

    Holger
    zu Hause: Faema President (Velox), Carimali Uno E, Elektra Nino;
    am Arbeitsplatz: Cimbali Junior R; Graef CM80
    ehemals Fiorenzato Bricoletta (Tank) mit Rota-Pumpe, Mazzer Mini E / B Black

  6. #6
    achmed ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: merkwürdige Faema

    Hallo,
    diese Information im Maltoni Buch ist m.E. so nicht richtig. Meine Maschine hat keine Vorrichtung, um eine Pumpe zu schalten, bei einer anderen, die ich (Urania Gehäuse) kenne,
    fehlt sie auch. Meine, im President Gehäuse, lief 40 Jahre in einem Berggasthof, sie war absolut unverbastelt. Lediglich an einem Hebel der BG war der 4-Kant rund. Bis auf diesen Hebel, ohne Nocken wie bei der E61, den ich nachgebaut habe, ist die Maschine komplett orig.
    Dass die TRR noch im E61 Gehäuse gebaut wurde, glaube ich nicht. Ich habe zumindest noch keine gesehen. Auf den ersten Blick meint man, es wäre mit dem der President identisch. Abgesehen vom Unterbau unterscheiden sie sich was die seitlichen Deckel angeht und im Bereich hinter der Haube. Selbst die ist anders.
    Gruß
    Achmed

  7. #7
    CappuHolger ist offline Benutzer
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    Standard AW: merkwürdige Faema

    Hallo Achmed,
    ja, ich bin "Theoretiker" und habe mein Wissen nur aus dem Buch......
    Du hast Recht, bei genauerem Hinsehen gibt es zwischen dem Gehäuse der President und dem der E61 Unterschiede. Das Faema Modell Tartaruga scheint das Gehäuse der President (Erste Baureihe) zu haben - ausgenommen der offensichtlich von der Urania übernommenen Haube.

    Faema Tartaruga 1960, 3 Brühgruppen:

    Faema President (Erste Baureihe):


    Später gab es aber offensichtlich noch eine President, deren Gehäuse sich nicht wie von Dir beschrieben, an den seitlichen Klappen, dem Unterbau und im Bereich hinter der Haube sondern nur noch durch die Messingkanten/schwarzen Kanten von der E61 unterscheidet. Aber in diesem Gehäuse wurde scheinbar das Modell Tartaruga nicht verbaut.

    Faema President T/1, 1960:

    Faema E61


    Zum besseren technischen Verständnis: wenn die TRR keine Pumpe hatte, wie wurde dann der Brühdruck aufgebaut?

    Viele Grüße
    Holger
    zu Hause: Faema President (Velox), Carimali Uno E, Elektra Nino;
    am Arbeitsplatz: Cimbali Junior R; Graef CM80
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  8. #8
    Oscar Peterson ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: merkwürdige Faema

    Zitat Zitat von CappuHolger Beitrag anzeigen
    Zum besseren technischen Verständnis: wenn die TRR keine Pumpe hatte, wie wurde dann der Brühdruck aufgebaut?
    Mittels Leitungsdruck. Der Wasserverbrauch war leider enorm. Für einen Espresso rauscht die 10-fache Menge Wasser durch die Leitung.

  9. #9
    Dolomiti ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: merkwürdige Faema

    Es gab noch eine andere Möglichkeit, wie ich aus einem alten Grimac-Ersatzteil-Katalog erfahren habe:



    Eine Fußpumpe!!

    Jürgen
    Murphy´s Law: Sobald die Stewardess den Kaffee serviert, kündigt der Pilot Turbulenzen an.
    Daraus folgt: Kaffee ist der Grund für Turbulenzen im Flugbetrieb.
    Die Schreibfehler in diesem Text sind beabsichtigt. Wer sie findet, darf sie behalten oder in der Bucht versteigern.


  10. #10
    CappuHolger ist offline Benutzer
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    Standard AW: merkwürdige Faema

    Zitat Zitat von Oscar Peterson Beitrag anzeigen
    Mittels Leitungsdruck. Der Wasserverbrauch war leider enorm. Für einen Espresso rauscht die 10-fache Menge Wasser durch die Leitung.
    Oscar Peterson - Du machst mich neugierig! Wie kommen ca. 9 bar Druck zustande? Der Wasserleitungsdruck mag ja hier und da sehr hoch sein, aber 9 bar? Und häufig ja sehr schwankend bei gleichzeitiger Benutzung anderer Wasserstellen......OK, durch die Erhitzung im Brühkessel kommt noch etwas Druck hinzu.....
    Wieso verbraucht die Maschine soviel Wasser? Kann ja nicht alles durch den Siebträger gehn, dann wärs ja kein Espresso mehr! Wird das Wasser im Kessel auf über 9 bar erhitzt und dann durch ein Überdruckventil auf 9 bar gedrosselt - und ein Großteil des Wassers geht in den Überlauf?
    Grüße
    Holger
    zu Hause: Faema President (Velox), Carimali Uno E, Elektra Nino;
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