Kaufberatung Dualboiler als Upgrade von Silvia
Was? Upgrade? Schwärme ich nicht sonst immer von der PID-Silvia?
Beides ist richtig, denn es geht bis auf weiteres nicht der Silvia an den Kragen (die ohnehin nicht komplett ausgemustert würde sondern lediglich zur Zweitmaschine degradiert) sondern der Gaggia Espresso Color die nach weniger als 100 Espresso schon einen massiven Defekt hat.
Die Silvia bleibt also weiterhin meine Primärmaschine in Köln, in München werde ich aber gleich eine richtige Maschine aufstellen die irgendwann dann auch mit der Silvia Platz tauschen wird, wenn ich am Primärstandort Festwasser- und Abwasseranschluss realisieren kann.
Der Upgradewunsch ist schon vor längerer Zeit entstanden, die Maschine soll also durchaus einen deutlichen Mehrwert zur Silvia bieten. Der Wunsch ist insbesondere dann entstanden, wenn ich Besuch hatte und meine Freundin mir verboten hat, Cappu anzubieten weil ich dann wieder ne halbe Stunde mit Silvia in der Küche stehe. Die Frage ist bei mir also nicht: Miss Silvia behalten oder nicht – sondern: Größere Maschine kaufen und dann immer Cappu servieren dürfen oder kurzfristig mit einer halbdefekten Gaggia kämpfen und langfristig Miss Silvia als einzige Espressomaschine behalten - mit der Folge, dem Besuch ausschließlich French-Press-Kaffee anbieten zu können obwohl ich sonst immer vom Espresso schwärme.
Kurz: Ich will eine größere Siebträgermaschine.
Kategorie A - Absolutes Must-Have:
- A 1. Die Maschine muss unabhängig voneinander Espresso ziehen und Milch schäumen können. Ich will den ST einspannen, den Bezug starten und sofort Milch schäumen können. Also: Dual Boiler oder wie auch immer es heißt.
- A 2. Es müssen sowohl 10 Shots am Stück möglich sein (mit konstanter Brühtemperatur) als auch ein einzelner Shot nach vier Stunden ohne Bezug. Damit fallen Hebelmaschinen raus, da ich auf "Brühgruppe-mit Handtuch-abkühlen"-Aktionen wenig Lust habe.
- A 3. Gradgenau einstellbare Brühtemperatur. Wenn ich es richtig verstehe, fallen damit die Wärmetauschermaschinen wie die Nuova Simonelli Appia 1 gruppo raus?
- A 4. Da ich keine vier Hände habe, benötige ich eine Mengenautomatik. Zumindest Doppios müssen per Dosierautomatik zu beziehen sein.
- A 5. Festwasser- und Abwasseranschluss. Ich will nie wieder hektisch Wasser nachfüllen müssen und/oder mit einem überlaufenden Auffangbecken kämpfen. Die Maschine wird mit einem externen Entkalker an die Wasserleitung angeschlossen, Abwasser geht direkt in den Abfluss der Spüle gleich neben der Maschine. Die nächste Wohnung wird definitiv Frisch- und Abwasseranschluss an der Espressomaschine haben.
- A 6. Dampflanze und Heißwasserauslass getrennt. Ich will nie wieder beim Heißwasserbezug wegen dem (für Latte-Art-Schaum sicher optimalen) einzelnen Dampfloch mit kochendem Wasser geduscht werden.
- A 7. Modernes Design. Ich möchte keinen Chrombomber mit sichtbarer E61-Gruppe sondern eine moderne Maschine die zu mir und meiner Küche passt. Sowas wie die La Spaziale S1, eine La Pavoni Pub 1V oder eine schnörkellose Maschine á la Rancilio Classe 6 E1 compact aus gebürstetem Edelstahl. Auch Maschinen mit gut verblendeter Brühgruppe wie die Faema Emblema A1 oder BFC Lira sind fein. Aber z.B. die Rancilio Epoca E1 ist mir zuviel Plastik. Faema Enova compact A1 ist materialtechnisch interessant, da würde ich die Blenden evtl. umlackieren lassen, da ich grau-rot doof finde.
- A 8. PID oder PID-genaue Temperaturregelung. Seit ich die Silvia auf PID umgebaut habe, will ich kein Temperatursurfen mehr haben.
- A 9. Massive Haptik, also Stahl und massive Schalter die richtig solide sind. Folientastaturen mag ich garnicht, die sind anscheinend aber bei den Portionstasten und bei PID-Temperatureinstellung unumgänglich

- A 10. Dampfzubereitung abschaltbar. Ich ziehe unter der Woche meist nur Espresso, da will ich nicht jedes Mal ohne Grund einen riesigen Dampfkessel hochheizen. Am Wochenende ist Cappu angesagt, da brauche ich dann Dampfleistung aber richtig!
- A 11. Dampf präzise dosierbar, also nicht nur digitales an/aus sondern fein regelbar, da ich auch mal kleinere Milchkännchen verwende
- A 12. Gefühlte Einfachheit. Je weniger Hektik und Komplexität die Maschine ausstrahlt, desto eher macht sich meine Freundin selbst einen Kaffee. Dieses Kriterium ist wohl schwer verständlich und noch schlechter messbar, aber hoffentlich wird klar, was ich damit meine.
Kategorie B - Sehr wichtig:
- B 1. Maschine mit einer Brühgruppe
- B 2. Frontseitig einstellbare Brühtemperatur
- B 3. Sinnvoll einstellbarer Brühdruck (einmalig, muss aber machbar sein)
- B 4. Manometer
- B 5. Rotationspumpe
- B 6. Preinfusion
- B 7. Heißwasser präzise dosierbar (für den morgendlichen Americano)
- B 8. Dampflanze und Dampfschalter nicht auf der gleichen Seite (á la FrancisFrancis X1) sondern eins links eins rechts oder eins seitlich eins vorne
- B 9. Preis deutlich unter EUR 2.000
Kategorie C - Schön wäre:
- C 1. Tankbetrieb möglich (und sei es durch Umbau)
- C 2. Getrennte Vorwahl für einfache und doppelte (oder doppelte und dreifache) Espressi
- C 3. Programmierbare (Dauer) Preinfusion
- C 4. Frontseitig Manometer und Thermometer für echtes U-Boot-Feeling
- C 5. Dampflanze rechts
- C 6. Dampf per Hebel und nicht per Drehrad bedienbar
- C 7. Beleuchtung des Arbeitsbereichs
- C 8. Verschiedene Farben erhältlich wie bei der Reneka Viva S1
- C 9. Tassenreling
- C 10. Neugerät
- C 11. Maschine aus Deutschland
- C 12. Maschine ist vom technisch begabten Barista selbst zu entkalken/warten/reparieren
- C 13. Preis unter EUR 1.500
Ideal wäre es, wenn die Maschine bereits out-of-the-box alle Kriterien erfüllen würde. Wenn Kriterien zwar nicht vorhanden sind aber einfach nachgerüstet werden können, dann würde ich den einmaligen Aufwand auch auf mich nehmen – ein klein wenig ist so eine Espressomaschine ja auch Bastelobjekt. Und als Backupmaschine habe ich immer noch Miss Silvia, es gibt also keine espressofreie Zeit wenn ich bei der neuen Maschine eine Cremadisko (Beleuchtung des Arbeitsbereichs) installiere oder die seitlichen Blenden in Porsche Irisblau Metallic, Nissan Ultimate Black Opal, Lamborghini Marrone Eklipsis oder Mazda Carminarot Metallic lackiere.
Gebrauchtmaschinen sind für mich explizit eine Option. Meine Silvia habe ich gebraucht für einen sehr guten Preis gekauft und habe es keine Sekunde bereut. Auch ein Kauf im europäischen Ausland ist durchaus interessant, ich kann die Maschine zum Beispiel in Italien abholen.
Bislang habe ich locker angeschaut (in alphabetischer Reihenfolge):
- Astoria Sibilla SAE1
- BFC Lira
- Faema Emblema A1
- Faema Enova compact A1
- La Marzocco Linea
- La Nuova Era Arpa
- La Pavoni Pub 1V
- La San Marco 85 Practical E
- La Spaziale S1
- Rancilio Classe 6 E1 compact
- Rancilio Epoca E1
- Reneka Viva S1
- Synesso Cyncra oder Sabre
Von diesen Maschinen erstelle ich momentan eine Liste, welche Maschine welche Kriterien erfüllt.
Nun meine Frage an alle: Habe ich was vergessen? Habe ich genau DIE Maschine noch nicht ins Auge gefasst?
Rancilio Silvia 1.0 mit Auber-PID - BNZ MD74, Gaggia Baby - Anfim Best, Gaggia Espresso Color - ohne Mühle, Langen Sulawesi @ 95°, rosa Lappen, gblau-weißes Trockentuch mit Humiditätsabsorptionstuning
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Die Aufheizdauer als Kaufkriterium einer Siebträgermaschine ist genauso sinnvoll wie die Schuhgröße des Maklers als Entscheidungskriterium beim Hauskauf.
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