Hallo zusammen,
nachdem sich meine Maschinen-Mühlen-Kombination und ich uns 1,5 Monate lang beschnüffeln durften, finde ich ist es an der Zeit einen Erfahrungsbericht zu schreiben. Für manche der Cracks und Profis hier im Forum wird das wahrscheinlich nicht so interesant sein, für Anfänger, die nach einer halbwegs günstigen Einsteigermaschine suchen aber vielleicht doch. Schließlich gilt es noch einen Dank an das Forum auszusprechen bevor wir zum eigentlichen Thema kommen: Kaffee-Netz ist eine klasse Plattform um sich zu informieren und Erfahrungen auszutauschen. Gleichzeitig aber auch ein Tadel: Bei der Anmeldung sollte darauf hingewiesen werden, dass regelmäßige Besuche des Forums zu akuter Upgradeitis führen können!
Ascaso Basic (White):
Die Ascaso Basic ist das Einsteigermodell der Spanier. Es gibt sie in mehreren Versionen, so bspw. für Kaffemehrl, aber auch für ESE-Pads. Die Maschine für ESE-Pads ist nicht ohne weiteres für Kaffemehl zu verwenden. Im Netz (vor allem aus Amerika) gibt es aber Umbaukits, die aus der ESE-Version eine "normale" machen.
Meine habe ich zu einem m.E. sehr vernünftigen Preis (150€) von eBay. Die Maschine ist ein halbes Jahr alt und wurde mit Originalrechnung an mich verschickt. Einziges Manko: Der Vorbesitzer hielt es nicht so mit der Sauberkeit. Wer schickt denn bitte eine versteigerte Maschine weg, ohne den Milchaufschäumer zu säubern? Eklig und widerlich! Also erstmal die ganze Maschine ordentlich geputzt. Das Gehäuse ist aus Kunststoff unt etwas rau. Das macht die Putzerei nicht gerade einfacher. Das Gehäuse ist aber sehr (!) stabil und wertig verarbeitet. Die Maschine ist schwer und es wackelt nichts. Über das Design lässt sich streiten, ich finde es ganz OK für eine "Plastik-Maschine".
Ich bekam die Ascaso Basic nur mit einem Einersieb geliefert, dazu aber später mehr. Deshalb habe ich noch ein 2er Sieb bestellt, ebenso wie einen Einer-Auslauf. Größe des Siebes: 57mm. Der ST ist sehr wertig verarbeitet, verchrometes Messing und sehr, sehr schwer.
Technisches:
Die Ascaso Basic ist ein typisches Einsteiger Modell, hat aber ein hochwertiges Innenleben: Messing Kessel (225ccm), hochwertige Brühgruppe (Messing verchromt). Sie heizt schnell auf (max. 5 Minuten für den ersten Leerbezug), der Dampf ist kräftig, heiß und trocken. Der Wassertank ist aus Plastik, aber gut erreichbar. Er hält 1,3 Liter. Der Tassenwärmer ist indirekt und funktioniert ganz OK. Da lege ich persönlich aber auch keinen großen Wert drauf.
Wie ist die Ascaso Basic im "Einsatz"?
Nach anfänglichen Problemen, komme ich jetzt mit der Kombination Ascaso Basic/Demoka 203 sehr gut zurecht. Bisher habe ich Mirella Malabar und Fausto Monaco durchgejagt und die beiden Maschinchen haben wirklich braucbare Qualität erzeugt. Das 1er Sieb kann ich aber nur eingeschränkt zur Espressozubereitung empfehlen. Durch das niedrig hängende Duschsieb passt nicht wirklich viel in das Sieb (ca. 7g). M.E. nach müssten aber mindestens 9g rein, damit wertiger Espresso rauskommt. Das 2er Sieb ist etwas toleranter und lässt sich mit 14g sehr, sehr gut für Dopios oder große doppelte Ristrettos verwenden. Der Einerauslauf als kleines Upgrade macht die ganze Sache schön rund. Der Doppelauslauf war etwas zickig und verzeiht keine Fehler beim Tampen.
Negatives:
Leider "suppt" die Ascaso Baisc etwas. Den Puk bekomme ich bisher nicht wirklich trocken und kompakt raus. Vielleicht ist das aber noch Übungs-/Einstellungssache. Außerdem ist die Ersatzteillage etwas unklar. Ich konnte keine Eindeutigen Aussagen zur Siebgröße bekommen, was zu einer Fehlbestellung geführt hat. Espresso-XXL hat nichts für Ascaso und Espresso-Technica war mein Auftrag wohl zu klein (keine Reaktio auf meine Anfrage). Letztlich habe ich das 2er Sieb und den 1er Auslauf über einen Händler bestellt, der Ascaso Dreams im Schaufenster stehen hat. Das ging dann sehr schnell und unkompliziert.
Fazit:
Die Ascaso Basic ist eine wirklich gute Einsteigermaschine. Man bekommt ein schönes Espressoergebnis, merkt dabei aber auch, dass noch Luft nach oben ist. Wie gut die Maschine für Cappucino geeignet ist, weiß ich nicht, weil ich keine Milch im café brauche. Für den normalen Listenpreis (330 bis 360€) kriegt man allerdings auch schon eine Gaggia CC. Ob die jetzt besser oder schlechter ist, kann ich nicht beurteilen. Sie ist auf jeden Fall verbreiteter, daher wird der Informations- und Teilesupport deutlich besser sein als bei der basic.
Hoffe ich konnte helfen. Wer noch weitere Informationen benötigt, kann sich gerne melden.
Allerbeste Grüße
Philip


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