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  1. #1
    Uhu41 ist offline Neuer Benutzer
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    Standard Dalla Corte Mini - erste Erfahrungen

    Aus Zeitmangel hatte ich die letzten beiden Jahre einen Vollautomaten (WMF 1000) genutzt. Seit Ende letzten Jahres habe ich nun mehr Zeit für Genüsse wie guten Espresso, deshalb kam wieder eine Siebträgermaschine ins Haus. Es wurde eine Dalla Corte Mini, mit der ich nun seit Mitte Dezember meine Esspressi und Cappus mache. Hier nun ein kurzer Erfahrungsbericht.
    Die Maschine wurde in sehr stabiler Verpackung auf einer Holzpalette geliefert. Dank ihrer kompakten Abmessungen (24 cm breit, ca. 34 cm tief ohne Griff des Siebträgers) passt sie überall hin - die Mazzer wirkt daneben richtig gross. Die Fertigungsqualität sieht aussen wie innen für mich sehr gut aus. Das polierte Edelstahlgehäuse ist makellos. Lediglich die (wahrscheinlich lasergeschnittenen) Kanten sind etwas scharf aber absolut glatt. Auffangwanne und Deckel über dem Wasserbehälter lassen sich problemlos herausnehmen und wieder einsetzen. Der Wasserbehälter ist ein leicht herausnehmbarer Kunststoffkanister, der sich mit Trichter nach abnehmen des Deckels von oben befüllen läßt. Er fasst schätzungsweise 2,5 bis 3 l Wasser. Die Betriebsanleitung enthält Konformitätserklärungen zu den EU-Sicherheitsstandards und Testzertifikate für die Maschine und das eingebaute Sicherheitsventil. Die deutsche Übersetzung ist allerdings teilweise miserabel. Da die Maschine aber einfach zu bedienen ist, kommt man damit problemlos klar.
    Die DC-Mini ist eine Dual-Boiler Maschine mit separaten Dampf- und Brühkesseln. Der rel. kleine Brühkessel ist thermisch mit der Brühgruppe gekoppelt. Die Brühgruppe ist nach aussen durch einen Kunstoffmantel thermisch abgeschirmt, dessen Oberfläche sich auch nur rel. gering erwärmt. Die Temperatur des Brühkessels wird elektronisch geregelt (nicht mit Pressostat) und lässt sich mit einem analogen Drehknopf zwischen 85 und 105 GradC einstellen. Bei einer Einstellung auf 95 Grad wird die Brühkesseltemperatur ca. 5 min nach dem Einschalten erreicht (Kontrolllampe des Reglers geht aus). Ca. 7 min nach Einschalten hat auch der Dampfboiler genügend Druck, sodass man schon jetzt Milch für Cappus aufschäumen kann. Und das kleine Maschinchen hat sehr reichlich Dampf, auch mit wenig Übung hat man schnell viel guten Schaum. Ca. 10 min nach Einschalten und 1 bis 2 Leerbezügen ist auch der Siebträger heiss genug, um den ersten Espresso zu machen. Das thermische Design der DC mini, also die thermische Kopplung zwischen Brühboiler und Brühgruppe sowie deren thermische Abschirmung gegen die Raumluft durch einen Kunststoffmantel führt offenbar zu sehr schneller Betriebsbereitschaft. Daraus lässt sich auch schliessen, dass die DC mini (im Vergleich zur "klassischen" E-61 Maschinen) recht stromsparend arbeitet, was bei den heutigen Strompreisen nicht zu vernachlässigen ist. Nachteilig ist, dass die Ablagefläche für Tassen innerhalb der kurzen Aufheizzeit kaum warm wird, Tassen müssen also mit Dampf oder Heisswasser vorgewärmt werden, es sei denn die Maschine bleibt für längere Zeit eingeschaltet. Leider lässt sich der Dampfboiler nicht separat ausschalten, im Sinne von Energieeffizienz für mich unverständlich.
    Die erstmalige Optimierung der Brühparameter (Mahlgrad, Tampern, Brühwassermenge und Brühtemperatur) dauerte ca. 2 bis 3 Stunden, dann hatte ich den ersten sehr ordentlichen Espresso, wobei ich das Doppelsieb benutzte. Dieses hat einen etwas geringeren Durchmesser (ca 54 mm) als sonst gebräuchliche Siebe und ist entsprechend tiefer. DC liefert einen schönen Alu-Tamper mit. Bei meinem Federhebeltamper musste ich die Tamperscheibe gegen eine entsprechend kleinere tauschen. Mit den von mir bevorzugten Arabica-Bohnen nutze ich z. Zt. folgende Brühparameter: ca. 45 ml (Doppelsieb) Brühwasser, Mahlgrad 5.2 (Mazzer mini), tampern mit ca. 180 bis 200 N, Brühboilertemperatur auf 95 GradC, Durchlaufzeit ca. 23 bis 25 sek. Das ergibt für meinen Geschmack sehr guten Espresso (und Cappu). Das zarte Bitterschokoladearoma des Arabica kommt sehr gut zur Geltung, sehr dezente Säure, angenehm langer Nachgeschmack auf der Zunge. Lediglich die Crema kommt mir etwas dünn vor, ist aber stabil und hat die (für mich) "richtige" Farbe. Bohnen mit Robusta-Anteil hab ich allerdings noch nicht probiert. Seit Wochen brauchte ich nun nicht mehr mit den Brühparametern rumzuspielen, die DC arbeitet offenbar sehr reproduierbar, was mir entgegenkommt. Ich will einfach täglich einige gute Espressi trinken, habe aber keinen Ehrgeiz, mich zum mehr oder minder kunstvollen Barista zu entwickeln.
    Soweit man das nach knapp 2 Monaten sagen kann, hat die DC mini meine Erwartungen, die ich in diese nicht ganz billige Neuerwerbung setzte, zumindest bisher voll erfüllt. Ich erziele damit bessere (schmackhaftere und reproduzierbarere) Ergebnisse, als mit der früher von mir benutzten San Marino (CMA). Was nicht heissen soll, dass jemand mit mehr Erfahrung, Spieltrieb und Experimentierzeit damit nicht genauso gute oder vielleicht sogar bessere Resultate erzielen würde. Nach meiner Einschätzung liegt die Stärke der DC mini darin, weniger Anforderungen an den "Barista" zu stellen, als die "Klassiker" mit E61 Brühgruppe. Keinesfalls will ich behaupten, dass sie besseren Espresso machen kann, als jene.
    + sehr kompakt
    + schnelle Betriebsbereitschaft
    + braucht wenig Einarbeitungszeit
    + viel Dampf (Dual Boiler)
    + arbeitet sehr reproduzierbar
    - Dampfboiler nicht separat schaltbar
    - Heisswasserbezug nur über die Brühgruppe
    - Betriebsanleitung




    Gruss, Helge
    Geändert von Uhu41 (31.01.2011 um 15:11 Uhr) Grund: Inputs anderer Benutzer berücksichtigt

  2. #2
    JeLu ist offline Neuer Benutzer
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    Standard AW: Dalla Corte Mini - erste Erfahrungen

    Schöner Bericht Uhu!
    Ich selbst hab seit Dezember auch eine DC Mini kann deine Eindrücke nur bestätigen.
    _________________________________________________
    Dalla Corte Mini & Mahlkönig Vario & Behmor 1600

  3. #3
    maxxo ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Dalla Corte Mini - erste Erfahrungen

    Wo gibt es denn diese Tamperstation und was kostet die?

  4. #4
    Uhu41 ist offline Neuer Benutzer
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    Standard AW: Dalla Corte Mini - erste Erfahrungen

    Freut mich, JeLu - wünsche Dir weiterhin viel Freude mit der DC mini!

    Hallo maxxo, habe die Tamperstation mal vor Jahren in Karlsruhe bei Cultura del Caffee (Alfred Köberl) gekauft, leider kann ich mich an den Preis nicht erinnern. Nicht dass man sowas unbedingt braucht, aber es hilft, dass der Espresso auch dann gut rauskommt, wenn man mal in Eile ist oder nicht so konzentriert dabei oder einfach nicht so geübt im Tampern....Ich glaube der Hersteller ist oder war Macap, Illy hat das Teil nur in sein Vertriebsprogramm aufgenommen.

    Grüße, Helge

  5. #5
    tsim ist offline Neuer Benutzer
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    Standard AW: Dalla Corte Mini - erste Erfahrungen

    die tamperstation gibts wie richtig bemerkt von macap und heisst «cps». kosten tut der spass etwa 300 euro und ca. chf 500.- in der schweiz. hoffe das hilft den interessierten

  6. #6
    kimbo ist offline Benutzer
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    Standard AW: Dalla Corte Mini - erste Erfahrungen

    Was die Tassenvorwärmung angeht habe ich andere Erfahrung. Die Tassen sind zwar nach 10min. noch nicht warm, aber nach 30 bis 40min. würde ich eher von heißen als von warmen Tassen sprechen.
    Ansonsten kann ich Dir nur beipflichten, super Maschine und absolut reproduzierbare Ergebnisse. Keine Leerbezüge oder sonstiger Schnickschnack nötig.
    DC mini EX4,Vibiemme Domobar PID, Mahlkönig Vario, Eureka Mignon MCI,Ascaso i steel, Graef CM80, - Has Garanti HGS2, Gene Cafe CBR-101

  7. #7
    Uhu41 ist offline Neuer Benutzer
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    Standard AW: Dalla Corte Mini - erste Erfahrungen

    Danke kimbo für die Korrektur. Ich mache normalerweise nur morgens und nach dem Essen jeweils 2 bis 3 Cappus bzw. Espressi und schalte danach die Maschine immer gleich wieder aus. D. h. sie war wohl bei mir bisher kaum je länger als ca. 20 bis 25 min eingeschaltet. Diese Zeit hat wohl offenbar nicht gereicht um abgelegte Tassen richtig vorzuwärmen. Schön, dass es bei längerer Einschaltdauer doch funktioniert.

    Gruß, Helge

  8. #8
    Andros1 ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Dalla Corte Mini - erste Erfahrungen

    Soll das heißen, daß Du die Maschine noch nie mit Betriebstemperatur im Einsatz hattest?
    Beste Grüße,
    Andros

    LMWDP309 /// Faema Faemina (1955), Faema E 61 eingr. (1965), Brasilia Minilady /// Mazzer SuperJolly, Isomac Cono /// Roaster Behmor 1600 /// no atomstrom ...

  9. #9
    langbein ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Dalla Corte Mini - erste Erfahrungen

    Nach 20 Minuten dürfte die doch einigermaßen durchgeheizt sein...in 5 Minuten schafft man locker 3 Cappus...

    @kimbo: OK, wenn Du nur einmal am Tag Kaffee trinkst, oder dazwischen 4 Stunden Zeit sind, lohnt es sich vielleicht die Maschine abzuschalten. Aber die Maschine aufzuheizen, dann zu produzieren und sie dann für eine Stunde oder 2 abzuschalten ist weder für die Maschine gut noch wird es Deinen Geldbeute wesentlich (wenn überhaupt schonen). Eine vorgeheizte Maschine beeinflusst ganz maßgeblich den Geschmack des Espressos. Nur weil die Heizung abschaltet, ist das Gerät noch nicht durchgehend heiß. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Maschine innerhalb einer viertel Stunde richtig heiß ist.

    Die Maschinen sind grundsätzlich dafür ausgelegt, auch den ganzen Tag an zu bleiben...für´s Ergebnis in der Tasse ist´s allemal besser.
    Carimali Uno E und Quamar M80E

  10. #10
    nobbi-4711 ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Dalla Corte Mini - erste Erfahrungen

    Zitat Zitat von langbein Beitrag anzeigen
    ...Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Maschine innerhalb einer viertel Stunde richtig heiß ist...
    Doch, ist sie. Eine neue Mini innerhalb 10min, je nach Verkalkung kanns dann etwas länger werden.

    Der Brühkessel ist übrigens nicht aus Edelstahl, sondern aus Gussmessing.

    Greetings \\//

    Marcus
    Seit Jahren die erste Dallacorte Mini EX4 -> also Vorsicht, subjektiv

    Gehabt und wieder los: Marzocco GS3, PID-Silvia, Carimali UNO E, Bezzera 99 (brühdruckgetunt), Hebelchen-Pavoni

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