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  1. #1
    mic84 ist offline Neuer Benutzer
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    Frage Brühdruck anhand Rückflussrate am Expansionsventil bestimmen

    Hallo,

    ich möchte an meiner Silvia den Brühdruck messen. Bevor ich mir ein Blindsieb Manometer + bodenlosen ST besorge (mein ST hat zwar am oberen Rand keine Kerbe, aber ist relativ dünn, und das möchte ich meiner Dichtung nicht antun; abgesehen vom Abschrauben der Ausläufe, was manchmal kaum geht wegen Kleber...) stelle ich mir folgende Frage:

    Ist es möglich den Brühdruck über die Rückflussrate am Expansionsventil zu bestimmen (natürlich nur im Vergleich mit jemandem, der seinen Brühdruck schon gemessen und optimal eingestellt hat)? Ich messe also beim Bezug gegen das Blindsieb wieviel ml/s am Expansionsventil zurückfließen, und das müsste doch ohmsch gesehen proportional zu dessen Öffnungsdruck (= das, was man mit einem Blindsiebmanometer auch messen würde, d.h. der ungefähre Brühdruck) sein, oder?

    Wenn ich richtig liege: wer hätte Lust das Spielchen mitzumachen, und an seiner schon optimal eingestellten, auch möglichst neuen, strömungstechnisch unmodifizierten Silvia die Rückflussrate zu messen?

    Viele Grüße,
    Michael

    PS: meine Silvia ist Bj. 2010
    Geändert von mic84 (29.04.2011 um 13:43 Uhr) Grund: Signatur nicht angezeigt

  2. #2
    gunnar0815 ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Brühdruck anhand Rückflussrate am Expansionsventil bestimmen

    @mic84 wenn du viel suchst findest du den Wert hier irgendwo.
    Hatte wir mal gemessen. Tja nur wo steht das jetzt.
    Müsstest du auch errechnen können aus der Förderleistung deiner Pumpe bei z.B. 9 Bar. Davon ziehst du den Bezug ab (Einer 1ml/Sek. Zweier2ml/Sek.) und hast dann die Rücklaufrate.
    Passt na klar nur bei einer noch nicht voll kommen ausgenudelten Pumpe
    Gunnar
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  3. #3
    Bubikopf ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Brühdruck anhand Rückflussrate am Expansionsventil bestimmen

    Wenn Du es so genau wie möglich haben willst, folgendes Verfahren.
    Du trennst den Abgangsschlauch vom Kessel und misst, wieviel Wasser die Ulka EX 5 im Leerlauf ( ohne jeden Widerstand ) in einer Minute liefert. Mit diesem Wert gehst Du dann auf die Ceme Seite zu den Ulka Kennlinien und schaust auf der X Achse nach der Kurve, die deinem Wert am nähsten kommt.
    http://www.ceme.com/admin/moduli/m00...g_ULKA_web.pdf
    Dann schaust Du nach dem Wert, den die resultierende Kennlinie bei etwa 10 Bar bringt ( zw. min 150ml/Min und 300ml/Min, Mittelwert 210ml/Min ), das eine Bar mehr ist der Kennlinie des OPV geschuldet, da Du ja eine Blindmessung machst ( das komplette Wasser fliesst über das OPV ab, dieses muss etwas weiter öffnen => Druck etwas höher ), die Flussmessung liegt ( bei Bezug oder mit Nadelventil eingestellt bei 2ml/s ) um etwa 0,5 Bar niedriger .
    Liegt deine Pumpe genau auf der Mittelkennlinie ( das dürfte bei fast allen Pumpen so sein ), dann sind es 3,5ml/sek auf die Du das OPV einstellen solltest.
    Dann Schlauch wieder anschliessen, Blindsieb einlegen und so lange am OPV einstellen, bis die ermittelte Wassermenge/Zeit aus dem Rücklaufschlauch läuft.
    Gruss Roger

  4. #4
    mic84 ist offline Neuer Benutzer
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    Frage AW: Brühdruck anhand Rückflussrate am Expansionsventil bestimmen

    Vielen Dank erstmal für eure Antworten. Das ist natürlich wesentlich eleganter über die Kennlinie...

    Meine gegen das Blindsieb gemessene Rückflussrate beträgt ca. 300 ml/min. Gehe ich von der Kennlinie der E5 (EX5 gabs nicht) aus, beträgt der Öffnungsdruck meines Expansionsventiles 8 (+-2) bar (sind die verschiedenen Kurven Ausdruck der Fertigungstoleranz oder der Alterung der Pumpe?).

    Jetzt ist die Frage: arbeitet meine Pumpe gemäß der leistungsstärkeren Kennlinie? Ich will sie nur ungern im Leerlauf messen, habe sie aber durch das Duschsieb (533 ml/min) und durch die voll aufgedrehte Dampflanze (550 ml/min) gemessen (gleichzeitiger Rückfluss war beide Male nicht vorhanden). Zusammen mit der Tatsache, dass die Maschine erst seit 7 Monaten in Betrieb ist (und auch eher im Bereich 1 Espresso/Tag) - die Pumpe also relativ frisch ist - welche Aussage kann man machen? Haben alles Silvias diese E5 Pumpe?

    Am wahrscheinlichsten ist aber der Druck bei mir doch zu niedrig, was sich auch mit meiner kleinen Unzufriedenheit decken würde: habe nie viel Crema, und wenn doch hat sie kaum Stand (woran würde man noch einen zu niedrigen Druck erkennen?). Kann sonst alle anderen Fehlerquellen ziemlich sicher ausschließen. Sonst schmeckt der Espresso schon gut.

    Muss man etwas besonderes beachten, wenn man das Ventil verstellt? Kann es passieren, dass es nach der Manipulation nicht mehr so fest sitzt wie von Werk aus, und es sich mit der Zeit lockert und verstellt?
    Rancilio Silvia Bj. 2010, Eureka MCI

  5. #5
    bohnenschorsch ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Brühdruck anhand Rückflussrate am Expansionsventil bestimmen

    woran würde man noch einen zu niedrigen Druck erkennen?
    An der Farbe der Crema. Ist sie mit fast allen Bohnensorten meist sandfarben bis fuchsfarben und wird erst dann satt haselnußbraun, wenn der Espresso eindeutig verbrannt ist, dann weist das auf einen zu niedrigen Druck hin.

    Man kann auch mit 88 Grad Extraktionstemperatur (und ganz ohne Robusta) noch eine schön haselnußbraune Crema bekommen, mit bspw. 7-8 Bar wird das fast unmöglich.

    M.E. ist der Druck für die Cremafarbe wesentlicher als die Temperatur. Mit 12 Bar ist sie fast zwingend dunkelbraun.
    Damit das gleich klar ist: Dein Espresso ist besser als meiner !

  6. #6
    Bubikopf ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Brühdruck anhand Rückflussrate am Expansionsventil bestimmen

    Deine Leerlaufwerte weisen eher auf die mittlere Kennlinie hin, 1,5 Bar bei Leerlauffluss ist ungefähr normal. Genauer gehts nur mit abgeklemmter Pumpe.
    Gruss Roger

  7. #7
    scott zardoz ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Brühdruck anhand Rückflussrate am Expansionsventil bestimmen

    Zitat Zitat von bohnenschorsch Beitrag anzeigen
    An der Farbe der Crema. Ist sie mit fast allen Bohnensorten meist sandfarben bis fuchsfarben und wird erst dann satt haselnußbraun, wenn der Espresso eindeutig verbrannt ist, dann weist das auf einen zu niedrigen Druck hin.

    Man kann auch mit 88 Grad Extraktionstemperatur (und ganz ohne Robusta) noch eine schön haselnußbraune Crema bekommen, mit bspw. 7-8 Bar wird das fast unmöglich.

    M.E. ist der Druck für die Cremafarbe wesentlicher als die Temperatur. Mit 12 Bar ist sie fast zwingend dunkelbraun.
    Verstehe ich nicht. Für mich ist die Temperatur ausschlaggebend. Sonst schmeckt es nicht.
    Der ggf. niedrigere B.D. sorgt nur für eine Anpassung des Mahlgrads in Richtung gröber.
    Läuft die Maschine in der temperaturstabilen Zone dann ergibt diese Mahlgradanpassung
    die gössten geschmacklichen Veränderungen.


    Gruss



    Scott

    PS: Meine Emulsion ist immer satt haselnuss braun und NICHT verbrannt.
    Es dauert Jahre um von Kompliziert zu Einfach zu gelangen!

  8. #8
    Bubikopf ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Brühdruck anhand Rückflussrate am Expansionsventil bestimmen

    Also bei mir ist die Cremafarbe in der folgenden Reihenfolge abhängig:
    Temperatur
    Rohkaffeewahl
    Rösttiefe
    Flussrate ( mit Auswirkungen auch auf die Temperatur )
    Mahlgrad ( Tigerstripes )
    ..
    ..
    ..
    ..
    ..
    ..
    ..
    Brühdruck.
    Bei zu niedrigem Druck gibts weniger Crema, die Farbe bleibt aber rel. konstant.
    Gruss Roger

  9. #9
    mic84 ist offline Neuer Benutzer
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    Standard AW: Brühdruck anhand Rückflussrate am Expansionsventil bestimmen

    Ok, dann stell ich morgen das Ventil mal korrekt ein. Hätte ich gerne jetzt schon gemacht, aber habe leider keinen passenden Schraubenschlüssel. Weiß jemand welche Größe man braucht? Schätze so 20. Muss man das Zulaufkabel vorher abmachen weil es sich sonst mit der Schraube mitdreht oder ist das egal? Dann könnte ich ja tatsächlich die Leerlaufrate der Pumpe messen... Hoffe, dass sich diese Bastelei lohnt, und ich morgen nach getaner Arbeit mit einem noch besseren Espresso belohnt werde
    Rancilio Silvia Bj. 2010, Eureka MCI

  10. #10
    gunnar0815 ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Brühdruck anhand Rückflussrate am Expansionsventil bestimmen

    Zitat Zitat von bohnenschorsch Beitrag anzeigen
    An der Farbe der Crema. Ist sie mit fast allen Bohnensorten meist sandfarben bis fuchsfarben und wird erst dann satt haselnußbraun, wenn der Espresso eindeutig verbrannt ist, dann weist das auf einen zu niedrigen Druck hin.

    Man kann auch mit 88 Grad Extraktionstemperatur (und ganz ohne Robusta) noch eine schön haselnußbraune Crema bekommen, mit bspw. 7-8 Bar wird das fast unmöglich.

    M.E. ist der Druck für die Cremafarbe wesentlicher als die Temperatur. Mit 12 Bar ist sie fast zwingend dunkelbraun.
    Oh das ist mir so noch gar nicht aufgefallen. Meine das sich bei mit an der Cremafarbe nichts bzw. nicht viel geändert hat. Hab aber auch nicht so drauf geachtet.
    @Bubikopf ah bei dir auch nicht so. Dann muss ich an meiner Wahrnehmung nicht zweifeln.

    Zitat Zitat von scott zardoz Beitrag anzeigen
    Verstehe ich nicht. Für mich ist die Temperatur ausschlaggebend. Sonst schmeckt es nicht.
    Der ggf. niedrigere B.D. sorgt nur für eine Anpassung des Mahlgrads in Richtung gröber.
    Läuft die Maschine in der temperaturstabilen Zone dann ergibt diese Mahlgradanpassung
    die gössten geschmacklichen Veränderungen.


    Gruss



    Scott

    PS: Meine Emulsion ist immer satt haselnuss braun und NICHT verbrannt.
    Dachte ich auch erst das man den Mahlgrad bei niedrigeren bzw. höheren Brühdruck anpassen muss.
    Mit Preinfusion ist das aber bei +-2 Bar nur ca.+-5 % Kaffeemehl. Kann man also fast vernachlässigen.
    Ohne Pi kann es na klar sein das der Puck zerschossen wird und so mehr ausgeglichen werden muss.
    Gunnar
    Carimali UNO E+ Preinfusions über Magnetventil + Mühlen= Elektra Nino + Mazzer Stark
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    Links:Sammlung technischer Daten aller Mühlen - Bezug aufteilen sollte jeder mal machen
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