So, jetzt poste ich auch mal meine Vivaldi-Erfahrungen.
Seit 4 Wochen bin ich glücklicher Besitzer einer Vivaldi (Festwasser) in Verbindung mit einer Eureka MCI Mühle und habe meine Traumkombination gefunden. ich habe 2 Jahre an einer Oscar trainiert, ein echtes Arbeitspferd aber irgendwann wollte ich mal etwas Leiseres (die Maschine ist wirklich SEHR leise), Luxuriöseres haben, deshalb dann auch das Upgrade.
Vorab vielen Dank an die Espressonisten in Potsdam (besonders an Patrick Großmann). Dort habe ich die Maschine gekauft. Kaufabwicklung, Lieferung und auch die Beratung NACH dem Kauf waren und sind exzellent.
Anschluss ans Festwasser war kein Problem, ich habe allerdings am Anfang die Verschnittmenge an der Entkalkerpatrone zu scharf eingestellt und weiß jetzt, dass zu stark entkalktes Wasser WIRKLICH sauren Espresso macht. Gesamthärte auf 8 Grad und Alles ist gut.
Bislang habe ich noch keinen Abfluss montiert, obwohl es hier (Danke an Tidaka) gute Selbstbautipps gibt. Die Schale ist sehr groß und bislang hat das Ausleeren noch nicht ausreichend genervt um mit der Bastelei zu beginnen.
Man sollte sich definitiv die im Netz kursierende amerikanische Anleitung kaufen (http://www.chriscoffee.com/files/46/...+June+2010.pdf), insbesondere die Kurzanleitung bzgl. der zu drückenden Knöpfe um die einzelnen Parameter zu programmieren ist am Anfang Gold wert (liegt immer in Griffweite der Maschine)
Insgesamt macht die Bedienung sehr viel Spaß, da man relativ einfach mit den Parametern (insbesondere Temperatur, Füllmenge und Peräinfusion) spielen kann und nach kurzer Zeit bereits sehr gut reproduzierte Ergebnisse bekommt.
Nach längerem Stehen mache ich einen Leerbezug mit der 2-fach Espressomenge, um sicherzustellen, dass die Brühgruppe heiß genug ist. Wenn der Dampfboiler ausgeschaltet ist, kann man das Wasser ja zum Tassenvorwärmen nutzen, ansonsten geht das natürlich sehr komfortabel mit der Heißwassertaste. Nach dem Leerbezug ist der Kessel wieder schnell auf Temperatur jedenfalls schneller als ich gemahlen und getampert habe.
Das Einersieb verhält sich übrigens ziemlich unkritisch, nach Rücksprache mit Patrick Großmann habe ich allerdings gelernt, dass 7g Espresso in keinem Fall ausreichen. In meinem Fall sind es 10g. Der Espresso ist lecker, der Puck trocken, kein Channeling.
Am besten stellt man den Mahlgrad aufs Zweiersieb ein (das wird bis zum Anschlag gefüllt und dann getampert wobei der fertige Puck dann ziemlich genau mit der Rille im Siebträger abschließt). Diesen Mahlgrad behält man auch fürs Einersieb und passt die Kaffeemenge an (bei mir eben ziemlich genau 10g). Absolut reproduzierbar und ziemlich lecker (wobei man mit Präinfusion und Temperatur noch feintunen kann)
Dampf: Power ohne Ende aber gut beherrschbar (musste allerdings auch ein wenig üben). wen man sich vom Dikat des Ziehens und Rollens verabschiedet kann man auch im 250ml Kännchen! mit der normalen Dampfdüse hervorragenden feinporigen Schaum herstellen (in ca. 3 Sekunden!). 600ml Kännchen ist kein Problem, ich musste allerdings alles etwas schneller machen als bei der Oscar. Die kleinere Dampfdüse mag das vielleicht erleichtern, so richtig vermisse ich sie aber nicht.
Fazit: Eine tolle Maschine, mehr kann man eigentlich nicht sagen. Mir gefällt das Design sehr gut (ist allerdings Geschmackssache), das Handling ist sehr schnell erlernbar. Festwasser ist einfach klasse, das hätte ich mal früher haben sollen. Der Stromverbrauch ist im Espressomodus sehr gering (Dampfboiler deaktiviert) und liegt bei ca. 0.4-0.5 kWh (eingeschaltet von 18 bis 24 Uhr). Mit beiden Kesseln beim Hochfahren natürlich höher aber (trotz fehlender Isolierung) immer noch sehr akzeptabel.
Ein nützliches Zubehörteil: Tidakas Trichter, da die kleineren Siebträger der Vivaldi etwas schwieriger (ohne Ferkelei) zu befüllen sind. Mit dem Trichter ist das deutlich einfacher.
Gruß
Wolfgang


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