Hallo zusammen!
An dieser Stelle will ich berichten, wie es mir mit der Rocket Giotto Premium Plus erging und ergeht. Auf Bilder möchte ich zunächst verzichten, wie die Maschine aussieht, kann man sich im Internet betrachten.
Neben der Rocket befindet sich mittlerweile noch eine Bezzera BB005-Mühle im Einsatz.
Zur Espressomaschine:
Ich freute mich sehr als die Maschine ausgepackt auf meinem kleinen Tisch in der Küche stand, nebenan die Mühle und das restliche Equipment wie Milchkännchen, Tamper und Siebträger für eine und für zwei Tassen aufgebaut. Auch wenn andere womöglich das Gegenteil behaupten, aber für meinen Geschmack überrascht die Größe nicht sonderlich, zumindest empfinde ich die Maschine nicht als besonders raumgreifend, sie ist keineswegs ein wuchtiges Monster. Im Gegenteil, ich interpretiere da eine ausgewogenes Maß und erst recht ein gutes Zeichen an Qualität und Robustheit hinein. Immerhin sind es auch 21 kg (ohne Wasser), die man auch erstmal stemmen muss. Positiv dabei ist, dass man den Siebträger mit einer Hand einrasten kann, ohne dass man gleich die ganze Maschine durch den Raum schiebt. Allerdings darf man auch nicht allzu ruckartig hantieren, sonst bewegt man doch noch etwas.
Apropos: Beim Einrasten des Siebträgers spürt man gewissermaßen die Wertigkeit dieser Maschine.
Über das Aussehen wurde auch schon mehrfach kontrovers diskutiert: Cellini ist eher männlich, Giotto eher weiblich.....naja, wer die Diskussion mag.....Geschmacksache! Ich finde, die Giotto sieht gut aus.
Zwar sieht die Edelstahloberfläche gut aus und macht was her, aber man sieht beinahe jede Berührung mit den Fingern an den Seitenteilen. Da sollte man vielleicht etwas aufpassen. Ebenso tritt bei der Aufheizphase ein ganz klein wenig Dampf über das Ventil des Kessels aus und sprüht nach oben auf die Tassenablage. Nach dem 20sten mal bemerkt man denn doch die leichten Wasserflecken. Diese Info ist für die Schönheits- und Putzfanatiker.
Nun, mein größtes Manko war der Start: Ich hatte einige Probleme die Maschine zum Funktionieren zu bringen. Die Pumpe lief zu Beginn bei jedem Einschalten immer nur ein Sekunde, die Heizung sprang nie an, die Leuchte über dem Power-Schalter begann zu blinken (ein Zeichen für zu wenig Wasser im Tank bzw. System). Offenbar hat die Pumpe einiges an Luft gezogen, die letztendlich im System umherschwirrte. Nun ja, der Trick ist, durch ständiges Ein- und wieder Ausschalten und durch die kurze Pumpphase, so viel Wasser ins System zu bringen, dass die Wasserstandssensoren das positiv bewerten und die Heizung anspringen kann. Womöglich lag es auch an der anfänglichen Nutzung von destilliertem Wasser, die Kombination von beidem scheint wohl mein Problem gewesen zu sein. Also: Beim ersten Start kein destilliertes Wasser benutzen und peu a peu Wasser ins System pumpen, indem man den Power-Schalter recht häufig bedient.
Vorteil an dieser Aktion war, dass ich mich genötigt fühlte, die ganze Maschine mal aufzuschrauben: Das Innere wirkt sehr aufgeräumt. Ein Kupferkessel ist im Zentrum. Die Verarbeitung wirkt sehr sauber.
Irritierend ist etwas der kleine Schlauch der vom Pumpensumpf des Tanks an dem hinteren Teil des Gehäuses im Innern hochgeführt wird und offen beinahe am Deckel endet. Ich musste einige Male hinschauen, aber ich entdeckte dann ein kleines Kügelchen, das durch die Wassersäule nach oben verschoben wird....kurzum....der Schlauch wirkt als Entlüftung und die Kugel ist Bestandteil eines einfachen Ventilsystems: Wasser bleibt drin, Luft geht raus. Also, keine Bedenken haben.
Etwas wackelig wirkt das Ventil auf das man den Plastiktank steckt. Ich habe die Befürchtung, wenn man da etwas gewalttätiger wird, könnte man diesen dünnen Stab abknicken. Im normalen Gebrauch allerdings sollte das kein Problem darstellen, den Plastiktank rauszuheben und wieder über dieses Ventilstäbchen zu stecken.
Übrigens: Man muss den Plastiktank auch nicht bewegen. Ein großes Glas oder eine Flasche/Karaffe transportiert das Wasser auch und man kann es in den installierten Tank einfach einfüllen.
Der Wassertank reicht für den normalen Gebrauch auch einige Tage, er hat immerhin knapp 3 l zu bieten. Bei etwa 4 Cappuccino pro Tag....das dauert ein paar Tage, sehr zu meinem Wohlgefallen.
Was nicht vorhanden ist, ist ein Pumpenmanometer. Das mag den ein oder anderen stören. Ich bin auch eher der Prüfer, hätte also gerne so viel Information wie möglich. Insofern für mich ein kleines Manko. Aber letztendlich ist man für die Kaffeepulvermenge, den Mahlgrad und das Tampern selber verantwortlich und kann anhand des Ergebnisses beurteilen, was man womöglich verändern muss.
Ein Kesselmanometer ist vorhanden und dient als Informationsquelle für die beendete Aufheizzeit (Druck soll bei 1-1,1 bar stagnieren).
Apropos Aufheizzeit: Nach sage und schreibe 10 min kann man einen Bezug wagen!!! Das habe ich so nicht erwartet und erfreut mich natürlich umso mehr. Insbesondere für die Morgenskaffeetrinker dürfte das relevant sein.
Weiter Eigenschaften und technische Details der Rocket findet man hier: Rocket Giotto
Nachdem die Anfangsschwierigkeiten aus dem Weg geräumt waren.....ab zum ersten Bezug: Maschine an, warten bis es heiß ist, Leerbezug mit Siebträger, mahlen, Siebträger einrasten, los gehts!
...natürlich nicht so einfach, denn der Mahlgrad musste ja noch justiert werden: Dauerte etwas, da die Mixtur aus Mahlgrad und Timereinstellung auch ein wenig abgestimmt werden musste. Aber ich bin nun bei 25 s für 29 ml, das reichte für einen wirklich vorzüglichen Cappuccino.
Die 25 s muss man übrigens per Hand stoppen (Küchentimer), denn den Hebel zum Brühen muss man manuell umlegen, um den Brühvorgang zu starten und zu stoppen.
Die Bezzera-Mühle hält zwar keiner >1000 €-Mühle Stand, das dürfte klar sein, alleine schon der Mühen beim Einstellen wegen (und das ein oder andere Stellrad mag gewöhnungsbedürftig sein), aber sie macht ihren Job, definitiv. Und dafür ist das Ding günstig. Einmal auf die Kaffeesorte eingerichtet kann da auch nimmer viel passieren. Auch hier ist das Aussehen Geschmacksache. Ich finde, sie sieht ganz gut aus und die beiden Maschinen passen auch ganz gut nebeneinander.
Milchschäumen funktioniert noch etwas hakelig. Denn ich denke, für mich sind zwei Löcher eins zu wenig, da finde ich drei Düsenöffnungen besser. Aber das hat ja alles auch was mit Übung zu tun.
Als Kaffee benutze ich die Monaco-Mischung von Caffé Fausto. Der schmeckt mir sehr gut!
und ich wiederhole mich gerne: Der Cappuccino ist hervorragend! Crema passt. Geschmack passt. In summa exzellent.
Der Neupreis ist zwar etwas heftig, dafür hat man, so scheint es, länger an dieser Maschine!! Und wer sich Zeit lässt und die ein oder andere Inseratseite bemüht, wird auch günstigere Möglichkeiten finden. Gegen eine gebrauchte Maschine spricht aus meiner Sicht gar nichts!


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