Hallo Kaffeefreunde,
ich habe mir im Laufe des Morgens hier schon so manchen Thread durchgelesen und auch im Wiki gestöbert und habe auf einige Fragen schon Antworten gefunden.
Trotzdem (oder gerade deswegen) habe ich einige Fragen, die mir hier sicher mit Leichtigkeit beantwortet werden können.
Meine Situation stellt sich wie folgt dar: Ich besitze eine DeLonghi ESAM 3000 b und trinke täglich 1-3 Tassen Cappuccino. Ausnahmen bestätigen die Regel (Besuch, Familienfeste etc.). An sich bin ich mit der Maschine sehr zufrieden, da ich auch Espressotrinker zufrieden stellen kann (glücklich mache ich sie sicher nicht) und bei Bedarf auch einfach einen "normalen" Kaffee durchlaufen lassen kann. Ich nutze ausschließlich Espresso-Bohnen und probiere sehr viel aus (Pellini, Mauro, Musetti, Zicaffè,...). Einige fragen sich jetzt sicher "Wat will der Jung, der ist doch glücklich?", dem ist aber leider nicht so. Es gibt einige Dinge, die mir bei dem Vollautomaten auf den Keks gehen.
Es kommt vor (und das so oft, dass es mich stört), dass mein Cappuccino nach Milch mit leichtem Kaffeearoma schmeckt und das obwohl die Bohnen im Vergleich zum davorigen Cappuccino identisch sind (und ggf. nur wenige Minuten zwischen den beiden Zubereitungen liegen).
Als das über Tage so war, dass ich keinen ordentlichen Cappuccino zubereitet bekam, war meine Analyse, dass das Mahlwerk zu grob eingestellt war. Also feiner gestellt (minimal) und einen neuen Versuch gestartet. Leider nicht mit dem gewünschten Erfolg, der Kaffee war bitter^3.
Um es kurz zu fassen: Mir fehlt bei dem Vollautomaten die Kontrolle. Kommt der Kaffee geschmacklich so, wie ich es mir vorstelle, bin ich absolut zufrieden. Aber ist dem nicht so, fühle ich mich absolut hilflos, da alles hinter verschlossenen Türen abläuft und ich nur bedingt Einfluß auf den Zubereitungsprozess nehmen kann.
Zusätzlich fällt es mir mit einem Vollautomaten schwer, verschiedene Espressosorten gegeneinander zu testen, da eben das Mahlwerk integriert ist und ich dadurch nicht gezielt die drei Sorten hintereinander zuführen kann.
Ich habe dann einfach mal (ohne mich in irgend einer Weise zu informieren) beim Online-Versand meines Vertrauens geguckt, was denn so möglich wäre (Mein Budget ist verschwindend gering, Zielsetzung 200€).
Ich dachte dann an eine Kombination aus Multifunktionsmühle (Siemens MC23200) und günstigem Siebträger (Saeco RI9355/01 / AEG Electrolux Cremapresso EA 250)
Dem Wiki konnte ich entnehmen, dass eine Mühle mit Kegelmahlwerk einer mit Schlagwerk eindeutig zu bevorzugen ist. Die empfohlene Graef CM 80 würde allerdings mein Budget für einen Siebträger zu stark schrumpfen (oder?).
Daher ziehe ich definitiv auch eine manuelle Mühle in Erwägung (würde ich an sich sogar bevorzugen), bin da aber auf Tips angewiesen.
Bei den Maschinen bin ich sowieso überfragt. Die von mir Ausgesuchten sind ja größtenteils positiv bewertet, finden hier aber absolut keine Beachtung. Aus dem Wiki und ein paar Forenbeiträgen konnte ich entnehmen, dass die Herstellungsart des Espresso bei den günstigeren Maschinen wohl nicht mit der von echten Espresso-Siebträgern zu vergleichen ist (richtig?).
Wie gesagt, mir geht es nicht um den perfekten Espresso, ich möchte nur mehr Kontrolle über die Herstellung meines Kaffee und eben möglichst viele Möglichkeiten bei einem nicht zufriedenstellenden Ergebnis Einfluß auf die Entstehung zu nehmen. Dabei möchte ich mich auf keinen Fall zu meiner jetzigen Maschine verschlechtern.
Wichtig ist mir auch, dass ich Tassen mit einer Höhe von max. 9,5cm unter die Maschine stellen kann, in Espressotassen "zapfen" und umfüllen möchte ich ungerne.
Da ich nicht den VA und parallel einen ST betreiben möchte (und es mir auch nicht leisten kann bei Umstieg den VA zu behalten), ist natürlich auch wichtig, dass ich mit der Maschine meiner Wahl einen "normalen" Kaffee machen kann. Aktuell lasse ich halt einfach mehr Wasser durchlaufen.
Mein Gedanke im Bezug auf einen Siebträger wäre dann, für einen "normalen" Kaffee die Bohnen etwas grober zu mahlen und dann eben auch entsprechend Wasser nachlaufen zu lassen. Das sollte doch eigentlich zu entsprechenden Ergebnissen führen, oder liege ich da vollkommen falsch? Aktuell mache ich den "Langen" auch mit Espressobohnen und er schmeckt allen Kaffeetrinkern ausgezeichnet. Ich habe aber auch nicht die Durchlaufzeiten von 20-25 Sekunden beim Espresso, geschweigedenn ist da irgendwas dickflüssig, ich denke die Durchlaufzeit für einen Espresso beträgt bei der DeLonghi ca. 5-10 Sekunden (lasst mich am Leben).
So viel zu meinen Vorstellungen. Ich bedanke mich schon einmal dafür, dass ihr euch das alles durchgelesen habt. Jetzt noch einmal zusammenfassend mein Anforderungsprofil an die neue Kombi:
Max. Budget - 200€
Hauptanwendung: Cappuccino (Einkreiser reicht)
Mühle gerne manuell (mit Kurbel)
Es sollen Tassen bis max. 9,5cm unter den Auslauf passen
"Multitalent" (auch mal einen "langen" Kaffee)
Ich würde mich sehr über Tips, Anregungen, Empfehlungen etc. freuen.
Vielen Dank schonmal und Gruß aus dem bedeckten Köln


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