AW: (N)Espresso Technologie
Daß es intensiver schmeckt, wenn die Geruchsstoffe von Essen oder Getränk im Mund durch Belüftung stärker zirkuliert werden, ist ja ein alter Hut. Kann man auf jeder Weinprobe, jedem Cupping hören. Appetitlich ist natürlich was anderes...
Auch ist die Zufuhr von Sauerstoff zum Wein durch Dekantieren und Belüften ja ein anerkanntes Verfahren. Selbst wenn Wein fast umgekippt ist, kann man ihn dadurch gelegentlich noch retten. Exponiert man den Wein allerdings zu lange, ist er hin.
Sauerstoff kurz vor dem Konsum ist also ok, bei der Herstellung von Essen/Getränken schadet er. Beim Espresso liegt beides allerdings nah beieinander, vielleicht ist da also was dran...
Was bei Nespresso (wie bei allen Maschinen mit Cremasieb) passiert, ist wohl, daß bei der künstlichen Cremaerzeugung dem Espresso Luft untergejubelt wird (also im Gegensatz zur echten Crema auch Sauerstoff).
Favres Aussage widerspricht ansonsten der gängigen Auffassung, daß der Kontakt von Kaffeemehl mit Sauerstoff möglichst kurz gehalten werden sollte (bitte im Sekundenbereich), um eine Oxidation zu verhindern. Und wie die Baristi dem Kaffee unwissentlich Sauerstoff zuführen, ist nicht klar - außer er meint, daß das Kaffeemehl stunden- oder tagelang in den Doserkammern vorsichhinoxidiert.
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