Nach einer überteuerten Reparatur und mehreren Wochen Wartezeit ist meine Gaggia Paros endlich einsatzbereit. Mit dem Ergebnis bin ich aber nicht zufrieden. Nicht nur dass die Reparatur viel teurer war, als erwartet (nie wieder ebay!), auch das Kaffezubereiten funktioniert nicht so, wie ich es gerne hätte - aber eines nach dem Anderen!
Zur Reparatur:
Es wurden bei der Reparatur sehr viele Teile ausgetauscht: Kesselunterteil mit Brühkopf, Aluminiumboiler mit Heizung, Scheibendichtung für den Brühkopf, Boilerdichtung sowie der Zahnradantrieb für die Mühle. Sie wurde von der Werkstatt auch entkalkt.
Einleitung:
Vor Inbetriebname habe ich die Brühgruppe mehrmals gründlich mit Kafeefettlöser gespült, Wassertank und Ansaugschlauch gewaschen, die Mühle mehrmals mit "Grindz"-Mühlenreiniger gereinigt Einige Portionen Kaffeepulver durch die Mühle gelassen und einige Leerbezüge Espresso heruntergelassen. Im Wassertank benutze ich Brita-gefiltertes Wasser.
Nachdem ich auf der Suche nach der richtigen Einstellung eine ganze 100g- Packung teuren Kaffees verpulvert hatte (hat eine Weile gedauert, bis ich gemerkt habe, dass die Mühle zu wenig Kaffeepulver ausspuckt), bin ich für die Versuchsreihe auf einen Jacobs Kaffee Crema umgestiegen. In den Versuchsreihen verweise ich auf die dazugehörigen Bilder auf folgende Weise: B2.3 = Bilderfolge 2, Bild3.
Versuch 1:
B1.1: Für den ersten Versuch benutze ich den gröbsten Mahlgrad.
B1.2, B1.3 Eigentlich sollte dies das Sieb für 2 Tassen Espresso füllen, es braucht jedoch 2 volle Bezüge aus der Mühle, um das Sie aufzufüllen. Ich habe leider keine grammgenaue Waage aber ich denke schon, dass die Mengeneinstellungen der Mühle nicht stimmen. Ein Fall für eine Reklamation?
B1.4: Dann wird das ganze gestampft.
B1.5: Nach etwa 30 Sekunden Durchlaufzeit (Zeitpunkt ab Betätigung des Knopfes) sind beide Tassen fast voll. Crema ist vorhanden, verflüchtigt sich aber recht schnell wieder.
B1.6: Der Trester: Er ist recht bröselig und zerfällt beim ausklopfen.
Aroma: Geschmacklich ist der Kaffee wässrig und fad.
Bilderfolge 1:
Versuch 2:
B2.1 Diesmal ist der mittlere Mahlgrad dran.
B2.2 Es braucht wieder 2 vole Bezüge aus der Mühle um das Sieb voll zu machen.
B2.3 Das ganze wird wieder gestampft
B2.4 Der Kaffee geht genausoschnell durch wie beim gröbsten Mahlgrad. Hier das Ergebnis nach 30 Sekunden. Er scheint ein bisschen mehr Crema zu haben.
B2.5 Der Trester ist auch hier recht bröselig und zerfällt beim Ausklopfen
Aroma: Geschmacklich bleibt der Kaffee wässrig und fad.
Bilderfolge 2:
Versuch 3:
B3.1 Jetzt ist der feinste Mahlgrad dran
B3.2 Diesmal braucht es sogar 3 volle Bezüge aus der Mühle um das Sieb zu füllen.
B3.3 Der Kaffee wird gestampft
B3.4 Der Kaffee fließt sehr langsam aus, nach 30 Sekunden sind die Tassen nicht einmal halb voll. Die Crema hält sich auch in Grenzen.
B3.5 Der Trester ist sehr wässrig
B3.6 Beim ausklopfen fällt er als ein ganzer Klumpen heraus.
Aroma: Geschmcklich ist er deutlich bitterer und intensiver als bei den gröberen Mahlgraden.
Bilderfolge 3:
Versuch 4:
B4.1 Diesmal wird der Mahlgrad auf 1/4 gestellt
B4.2 Hier sind wiedr 2 Bezüge notwendig, um das Sieb aufzufüllen
B4.3 Es wird wieder gesampft
B4.4 Nach 30 Sekunden sind die Tassen fast voll. Crema ist auch in Ordnung verflüchtigt sich aber auch recht schnell wieder.
B4.5 Der trester ist recht wässrig
B4.6 Beim Ausklopfen fällt er als ganzer Klumpen heraus, dieser ist jedoch trockener als beim feinsten Mahlgrad.
Aroma: Geschmacklich ist er recht fad und für mich nicht von den gröberen Mahlgraden zu unterscheiden. Kann natürlich an den billigen und alten Bohnen liegen.
Bilderfolge 4:
Versuch 5:
B 5.1 Diesmal bin ich auf den "guten" Kaffe umgestiegen: Cappuccino-Blend (den reinsortigen Arabica hatte ich schon verpulvert) von der Rösterei Goldschmidt in Wiener Neustadt.
B5.2 Ich habe mit Mahlgrad 6 (knapp über ein Viertel der maximal groben Einstellung gemahlen).
B5.3 Nach etwa 30 Sekunden sind 80ml Kaffee pro Tasse durchgegangen. Nach 2 Minuten Standzeit ist noch Crema da.
B5.4 Der Trester ist sehr fest, ich muss einen Löffel zr Hilfe nehmen, um ihn aus dem Sieb herauszubekommen.
Aroma: Geschmacklich ist der Kaffee jedoch um nichts besser als der Jacobs. Fad, dünn, schmeckt wie Filterkaffee. Geruch hat er fast keinen.
Bilderfolge 5:
Meine Fragen an Euch:
1. Ist es gerechtfertigt, die geringe Bezugsmenge der Mühle zu reklamieren? Muss ich da mit weiteren Kosten rechnen?
2. In welche Richtung kann ich die Einstellungen "tweaken" um den Geschmack zu verbessern? Habe ich zu viel / zu wenig Kaffee im Sieb? Stampfe ich den kaffee zu fest oder zu locker? Sollte ich eher in Richtung feineren oder gröberen Mahlgrad weitergehen? Ist das Wasser zu heiß/ zu kühl? Falls ja, wie kriege ich die Temperatur richtig hin?
3. Ist es möglich, dass nach 3 Wochen Lagerung (nicht vakuumverpackt, jedoch gut verschlossen und dunkel gelagert) der Kaffee schon so hinüber ist, dass ich unabhängig von den Einstellungen zu keinem befriedigenden Ergebnis mehr kommen kann?
Ich hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen!


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