Bericht 1. Teil
Hallo zusammen
Ich dachte mir, ich schreibe mal meine persönlichen Erfahrungen zum Thema E.S.E. und die verschiedenen Maschinen, die es dafür gibt. Es wird ein längerer Erfahrungsbericht aber ich glaube, ich gebe mal meine gesammelten Erfahrungen weiter, wenn jemand auf der Suche nach einer Maschine für E.S.E. ist und nicht weiss, welcher er nehmen soll und welche nicht. Ich weiss, hier in diesem Forum geht es eigentlich um Siebträger-Maschinen (bin jetzt auch ein Besitzer eines ST) aber ich habe gesehen, dass es immer wieder Fragen dazu gibt. Deshalb hier auch mein Erfahrungsbericht, denn ich hatte einige Maschinen in meinen Händen und konnte sie ausführlich testen.
Es gibt eigentlich zwei Arten von Maschinen für die E.S.E.-Pod's. Zum einen gibt es die reinrassigen E.S.E.-Maschinen und dann gibt es noch die E.S.E.-Kompatiblen-Maschinen, welche meistens ein Umrüst-Kit beinhalten oder den E.S.E.-Stempel auf sich tragen. Die E.S.E.-Kompatiblen-Maschinen sind meistens Siebträger, die mehr oder weniger E.S.E. verträglich sein sollen. Und da gibt es ziemliche Unterschiede, ob der Bezug eher eine gute oder weniger gute Erfahrung ist
Ich versuche mal, die Maschinen, die ich testen konnte, hier aufzuführen und welche Erfahrungen ich mit den Maschinen gemacht habe.
Reinrassige E.S.E.-Maschinen
Die reinrassigen E.S.E.-Maschinen sind meistens Maschinen, die entweder eine Art Anpresszylinder oder einen integrierten, fix montierten "Siebträger" haben. Diese beiden Maschinen-Typen unterscheiden sich sehr, denn bei den Anpresszylinder-Systemen lässt sich der Anpressdruck verstellen, in dem man den Anpressdruck vermindert oder verstärkt. Das kann sehr hilfreich sein bei unterschiedlichen E.S.E.-Pod's, denn wie ich bemerkt habe, sind die Italienischen Röster eher dazu geneigt, die Pod's bis ans Limit zu füllen und diese sind ziemlich hart. Dagegen haben die Schweizer Röster weniger harte Pod's. Da kann man mit dem Anpressdruck variieren und nimmt so Einfluss auf das Ergebnis in der Tasse. Die Maschinen mit so genannten fix montierten "Siebträger" bieten diese Möglichkeit nicht und bei denen lässt sich nur über unterschiedliche Siebe ein wenig an der Durchflussgeschwindigkeit variieren.
Spinel Pinocchio
Die Spinel Pinocchio gehört zu den reinrassigen E.S.E.-Maschinen mit dem Anpresszylinder-System (entschuldigt den Ausdruck aber ich weiss sonst nicht, wie ich dem Dingens sagen soll), welches sehr solide und robust gebaut ist. Die Qualität hat mich überzeugt und die Maschine hat ein schlichtes, fast schon zeitloses Design. Ist für mich eine kleine Gastro-Maschine, denn sie ist für ca. 50 Espressi pro Stunde ausgelegtDie Maschine gibt es in verschiedenen Farben sowie als Inox Version. Dazu kann man noch wählen, ob man Heisswasser, Dampf und volumetrische Steuerung will. Ich habe die Grundversion ohne SchnickSchnack oder Dampf. Einfach mal Espresso machen und gut ist, wer mehr will, kann dies als Option dazu haben. Dabei ist es gut zu Wissen, dass die Maschine einen Thermoblock besitzt und ziemlich schnell heiss ist, um den ersten Espresso zu beziehen. Was mir weiter noch sehr gefallen hat ist, dass die Anpresszylinder ausserhalb der Maschine liegt, denn es kann schon mal vorkommen, dass wenn ein Pod zu fein gemahlen ist, ein wenig vom Wasser aus dem Zylinder kommt, ist aber eher selten. Somit wird die Reinigung vereinfacht bzw. ermöglicht. Auch lässt sich der Anpressdruck durch drehen des Zylinders verstellen und so habe ich die Möglichkeit, noch ein wenig am Ergebnis zu "drehen"
Weitere technische Informationen findet man im Internet und will daher nicht weiter darauf eingehen.
Der Geschmack der Espressi ist wirklich gut und die Crema kann sich auch sehen lassen. Die Crema ist nicht so dick wie aus einem Siebträger aber das Ergebnis hat mich überzeugt. Habe auch immer mit unterschiedlichen Röstern getestet und da sind mir nur die Hausbrandt Pod's Negativ aufgefallen, denn der Espresso landete innerhalb von 6 Sekunden in der Tasse. Alle übrigen Marken liefen im Schnitt mit 20 bis 22 Sekunden in die Espresso-Tasse und das finde ich gut. Der Geschmack ist wirklich gut und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen, vor allem für ein Portionen-System.
La Piccola
Aus dem Hause La Piccola hatte ich die La Piccola Sara und die La Piccol Piccola. Beide Maschinen sind auch reinrassige E.S.E.-Maschinen und bieten wie die Spinel Pinocchio ein Anpresszylinder-System und auch hier die Möglichkeit, das Ergebnis in der Tasse beeinflussen zu können sowie auf die unterschiedlichen Pod's den richtigen Anpressdruck einstellen zu können. Auch diese Maschinen haben einen Thermoblock und sind gut wie auch solide verarbeitet. Bei der La Piccola Sara hat man die Wahlmöglichkeit für die Option heisses Wasser oder Dampf. Weitere Informationen und technische Details findet man im Internet und möchte deshalb nicht weiter darauf eingehen.
Dabei ist die La Piccola Sara ein ausgewachsenes System mit der Option von heissem Wasser oder Dampf. Dagegen ist die La Piccola Piccola ein kleines E.S.E.-System, welches auch auf Reisen mit gehen kann oder einfach für eine kleine Kochnische gedacht ist. Deshalb bietet die La Piccola Piccola keine Option für heisses Wasser (ohne Pod kann heisses Wasser dennoch bezogen werden) oder Dampf, denn der Platz fehlt dazu. Eine gelungene Maschine, wie ich finde und die La Piccola Piccola ist wirklich klein, handlich und Transportabel.
Auch hier hat mich der Geschmack der Espressi überzeugt. Geschmacklich bzw. vom Resultat her sind die Maschinen von La Piccola und Spinel gleich auf und ich habe keinen Unterschied bemerkt.
Doch ist mir bei den La Piccola Maschinen aufgefallen, dass die Anpresszylinder bzw. das ganze System im Gehäuse gekapselt ist. Auf den ersten Blick ist das vielleicht sehr gut, denn es gibt nur eine Öffnung, wo der E.S.E.-Pod in die Maschine gelegt werden kann und dann mit dem Zylinder verschlossen wird. Mich stört dies ein wenig, denn was mache ich, wenn die Maschine ein wenig daneben sabbert? Dieses Wasser läuft dann in die Maschine und man muss diese auseinander bauen, um die Maschine zu säubern. Das ist für mich ein negativer Punkt, denn es kann ab und zu schon vorkommen, dass etwas daneben läuft auch wenn man feste den Zylinder geschlossen hat.
Bei der La Piccola Piccola ist mir noch weiter aufgefallen, dass wohl zwischen den Produktionsjahren 2010 und heute was geändert wurde. Denn meine erste La Piccola Piccola war sehr leise und man hat beim Espresso zubereiten auch fast nicht's gehört und bemerkt. Leider musste ich die Maschine zurück geben, da sich in der Mechanik ein Bolzen verklemmt hatte und ich den Zylinder fast nicht mehr öffnen konnte. Da habe ich eine Ersatz-Maschine aus dem Produktionsjahr 2011 erhalten und leider war die Maschine ziemlich laut und hat auch an einen Betonvibrationsverdichter erinnert. Jedesmal musste ich die Tasse beim Bezug festhalten, sonst wurde sie davon vibriert. Leider kein Einzelfall, denn wir hatten noch zwei weitere Maschinen getestet und dasselbe Spiel. Eigentlich Schade um diese gute Maschine, denn dies wäre eine Maschine für in's Büro oder so. Mich hat dies ein wenig enttäuscht, denn die erste Maschine war sehr leise und Vibrationsarm. Wieso man immer was VERSCHLIMMBESSERN muss, dass verstehe ich nicht.
SGL PodStar
Die SGL PodStar ist auch eine reinrassige E.S.E.-Maschine welche aber mit einem fix montierten Siebträger arbeitet. Dieser Siebträger hat eine Art Bajonett-Verschluss und lässt sich mit einer Linksbewegung öffnen und mit einer Rechtsbewegung schliessen. Dabei kann man den Anpressdruck nicht variieren sondern die Durchlaufgeschwindigkeit reguliert man mit unterschiedlichen Sieben. Dabei hat die SGL PodStar eine Wasser-/Dampfdüse schon fix eingebaut. Diese Maschine ist ein kostengünstiger Einstieg in die E.S.E.-Welt und es gibt sie in manueller sowie volumetrischer Ausführung.
Die Verarbeitung der Maschine ist wirklich solide und gut. Man bekommt die Maschine auch noch in verschiedenen Farben aber meistens wird sie als Inox-Version verkauft. Weitere technische Details findet man im Internet und will daher nicht darauf eingehen.
Es ist eine einfache Maschine aber geschmacklich konnte mich die SGL PodStar nicht überzeugen. Alle ausprobierten Pod's waren zu lasch, ja sogar ein wenig wässerig. Habe sogar mit den Sieben variiert und konnte keinen grossen Unterschied feststellen. War ein wenig enttäuschend, denn die Maschine an sich hätte mir gefallen. Aber das Ergebnis in der Tasse konnte mich einfach nicht überzeugen. Habe schon erfahren, dass diese Maschine wirklich nur mit wenigen Pod's richtig guten Espresso macht. Aber unter meinen Röstern war keiner dabei, der mich wirklich überzeugen konnte aus dieser Maschine. War meine erste E.S.E.-Maschine und nach diesen Erfahrungen wollte ich eigentlich schon aufegeben und das Thema E.S.E. ad Akta legen und nie mehr was davon wissen. Der Boardi Florian hat mich dazu ermuntert weiter zu machen und da bin ich froh darüber. Sonst hätte ich die anderen Maschinen nicht kennen gelerntUnd es geht besser als aus einer SGL PodStar, da muss wirklich die Pod-Sorte stimmen, damit sie was Gutes produziert.


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