Hi,
(tut mir Leid ist etwas viel Text geworden)
Ich stehe vor dem Kauf meiner ersten Espressomaschine/Mühle.
Ich will mir gleich ein Bundle kaufen, dass mir lange Spaß macht und bei dem ich nicht nach kurzer Zeit das Bedürfnis haben werde nach mehr zu verlangen.
Ist studiere Maschinenbau und habe parallel ne Ausbildung in der Metallverarbeitung bzw. Zerspanung gemacht. Qualitativ hochwertig ausgeführte Arbeiten weiß ich zu schätzen und zu beurteilen.
Nachfolgend MEINE als Neuling bescheidene aber auch etwas mehr unbefangende Meinung zu den Maschinen auf den Markt.
Die Maschinen die bei mir zur Auswahl stehen:
-Rocket R58(War mein Favourit, deswegen die Antwort hier im Thread)
-LaSpeziale Vivaldi (oder die mini)
-(seit gestern) der recht neue Gastroback/Breville Dualboiler (900Euro!)
CoffeeGeek - Breville Dual Boiler Espresso Machine
bzw.
Breville Dual boiler Macchina für die Masse
Alle Anderen Maschinen ähneln mir von optischen zu sehr, eine DC MINI mit dem Fake Carbon, kann ich als Hobby-Bastler bzw. Hersteller von (echt) CFK-Bauteilen bzw. auch als angehender Maschinenbauing. nicht angucken ohne Gänsehaut zu bekommen. Auch die ganzen Maschinen im traditionellen Design mit der billig anmutenden PID Anzeige mögen mir nicht gefallen.
Zur: Vivaldi: von den Funktionen sehr interessant und die Formgebung gefällt mir an sich auch gut im Vgl. zum Einheitsbrei. Aber Bitte: Materialauswahl, Bedienfeld. Es gibt auch wertig anmutende Kunststoffe oder Bedientasten. Bei dem Preis geht das mMn nicht durch...
Zur Rocket R58: Konnte sie letzens begutachten. Setzt sich schon etwas von den anderen Chromkästen ab. Sehr sehr schickes Teil mMn. Die macht was her.
ABER: der erste Griff an das Dampfrad/Heißwasserrad, die Rückseite nicht entgratet und scharfkantig(wäre natürlich kein Problem das zu beheben), Rehling: auch nicht wirklich entgratet,der Bezugshebel quietscht bei manchen Maschinen. (lässt sich auch mit Fett beheben). Man hat von schief stehenden Manometern gelesen, Stecker zum PID aus der Steinzeit, No-Burn Damplanze eher eine "Fast-No-Burn Dampflanze" ...
Die Technik ist sicher nicht ungeeignet für den perfekten Espresso, aber die "indirekte" PID Temperaturüberwachung ist sicher nicht das Maß der Dinge. Ok, E61 bedingt. Und die PID Überwachung des Dampfkessels sowie die Prioritätenschaltung bringen mich über die "Richtigkeit" des Konzeptes ins Grübeln...(Mir wurde aber auch klar, das man das Thema Temp. und so bestimmt etwas übertreiben kann und das andere Faktoren für das Ergebnis sicher genauso wichtig sind)
Ich habe einfach das Gefühl, das die Italiener sich beim Zusammenschrauben nicht die nötige Mühe geben, die man für das Geld einer Rocket R58 z.b. erwarten könnte. Außerdem scheinen sie auf eine Art zu schlafen und sich auszuruhen.
(Nebenbei: Z.b. sieht das Paddle einer LM GS/3(mit Glasseiten = meine Traummaschine) , die ja nicht gerade super günstig ist, nicht besonders hochwertig aus auf Fotos(mag täuschen). Ist es thermischer Belastungen ausgesetzt, wenn nicht, warum kein schickes, schwarz eloxiertes Aluminium Frästeil bei dem Preis der Maschine?)
Die Maschinen haben doch meist einne Elektronik. Warum nicht gleich eine Timerfunktion besonders bei den eh schon PID Display verschandelten Maschinen, dass die Maschine morgends betriebsbereit ist. Wie viele, die morgends hoch müssen, werden sich einen externen Timer anbauen?
Zur Gastroback:
Pro:
-Design gefällt mir an sich. Die R58 ist aber schöner/wirkt nach "mehr". Blecharbeiten sicher aufwendiger bei der Gastroback, klar Massenproduktion.
-recht wertig verarbeitet. Heute begutachtet: Da klappert nichts, Spalte stimmen, die Bedienelemente sind auch nicht fummelig.
-sehr schnelle Aufheitszeit(da braucht man den Timer ja schon fast nicht)
-nette Details(Timer) etc.
-Präinfusion(programmierbar)
-komplett simulatan arbeitende Dampf und Brühkessel
-Ulka Pumpe
-2x PID beheizte Brühgruppe
-Wasser das zur Brühgruppe "kommt" wird durch den Dampfskessel vorgewärmt.
-...
Aber wichtig zu den inneren Werten:
Der Aufbau ist von der Konzeption doch sicher ganz vorne dabe auf dem Papier, oder warum nicht?
(Haltbarkeit und Austausch der Einzelteile jetzt mal nicht berücksichtigt. Ne Rocket hat meine ich aber auch einen zugeschweißten Kessel, die verbaute Ulka Pumpe zeigt zumindest das bei der GB nicht auf das billigste Bauteil zurück gegriffen wurde)
Auf dem Blatt klingt die Maschine fast jeder anderen Maschine bis zur GS/3 überlegen.
Die größte Schwäche wird denke ich der 1 Liter Dampfboiler sein.
Was ist zur Temperaturstabilität zu sagen? Allein von der Grundvorraussetzung über R58 Niveau einzuschätzen mMn, vlt. sogar ähnlich LM GS/3?
Wie ist die Dampfpower im Vgl zu anderen DB zu bewerten. Positiv finde ich, dass das die Dampfeinheit komplett eigenständig arbeitet.
Aber befürchte, dass der Dampf-Boiler nicht groß genug sein könnte.
Können die Enthusiasten der traditionellen Maschinen, deren jahrelange Experten-Meinung ich sehr schätzen würde, die zum Beispiel auch das Konzept der R58 bemängelten, nicht mal sachliche Meinungen/Diskussionen zum kostruktiven Aufbau/ zum Konzept geben der Gastroback geben?
Oder ist das, weil auf der Maschine "Gastroback" steht und die Maschine in größerer Stückzahl im neuen modernen Design hergestellt wurde(das nicht in Italien oder gar Niederlande) nicht möglich?
Wäre irgendwie schade.
Wenn die Rocket R58 etwas mehr perfekt wäre würde ich sie auf jeden Fall vorziehen, aber ich habe durch die angesprochenen konstruktiven Eigenschaften einfach etwas Bauchschmerzen, bzw. nicht das Gefühl die bessere Maschine im Vgl. zur Gastroback Dualboiler zu kaufen.
Da blau bzw. rot Moderatorenfarben sind habe ich es geändert. Grüße Holger
Ciao
Alex


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