AW: Brühgruppenvergleich

Zitat von
molchi
1. mit Mühle liegt das Budget bei 2000€ +-

Mit dem Budget liegst Du natürlich schon voll in der Königsklasse, könnte man sagen...
Dann solltest Du Dir Gedanken darüber machen, was für Anforderungen Du stellen willst:
Vibrations- oder Rotationspumpe.
Wär für mich gar kein Thema, ganz klar Rotation, hat in meinen Augen fast nur Vorteile, speziell mit Festwasser und Defekte können überall mal auftreten... Ist in der Regel aber auch teurer.
Festwasser oder Tankbetrieb. Hängt meistens von den baulichen Gegebenheiten ab, wo die Maschine stehen soll. Festwasser ist natürlich eindeutig komfortabler, erfordert aber ein wenig Installationsaufwand und ggfs. einen Kalkfilter, der eben auch nicht umsonst ist.
In der Preisklasse dann Zweikreiser oder gleich Dualboiler? Ist auch etwas eine Philosophiefrage, letztlich ist mit beiden gut zu leben, Dualboiler ist halt etwas aufwändiger und mit einer PID-Steuerung ist gerade als als Anfänger die Temperaturjustage natürlich einfacher. Wenn aber vor allem Espresso getrunken wird und Milchmixgetränke gar keine oder keine nennenswerte Rolle spielen, kommt natürlich auch noch ein netter Einkreiser in Frage. Aber das sind alles Standardfragen/antworten, die Du zig mal und in epischer Breite hier überall beantwortet findest. Ich geb nur ein wenig meiner persönliche Färbung hier wieder.
Eine Dosierautomatik wie Du sie Dir wünschst, ist sicher sehr komfortabel wenn die Maschine und die Mühle erst einmal richtig gut eingestellt ist. Aber leider verteuert sie die Maschine deutlich und anfangs schätze ich, steigert sie die Ausschussquote eher, weil man sie auch noch programmieren muss und dann steht dieser Parameter fest und kann kaum noch über "Augenmass" beim Bezug korrigiert werden. Im Ernst: Beim Bezug drauf zu achten, wie voll die Tasse schon ist und/oder wann der Bezug ausbleicht ist keine soo große Kunst und mit guten Bohnen, einer halbwegs im Rahmen befindlichen Mahlgradeinstellung und passenden Temperatur ist schon ein wenig Toleranz gegenüber den "Idealparametern" vorhanden. Und um die Erarbeitung der restlichen Parameter wirst Du damit auch nicht herum kommen. Will damit sagen: Die Dosierautomatik macht Dir nicht automatisch jedes Mal einen "God-Shot".
Ich kam auch vom Vollautomaten her und wollte anfangs auch unbedingt eine Dosierautomatik. Ich hab mich dann aber schnell hier davon überzeugen lassen, dass es ein wenig "Geldverschwendung" ist (schränkt auch die Maschinenauswehl stark ein) und bin heute froh, dass ich das gesparte Geld statt dessen in einer Dualboilermaschine, einer besseren Mühle und gutem Equipment (Bodenloser Siebträger, Siebe, Ausklopfbehälter, Tamper, Einfülltrichter von Tidaka) investiert habe.
Bin durch mein momentanes Bastelprojekt vielleicht etwas voreingenommen, aber trotzdem der Vorschlag: Vielleicht wäre ein "Shot-Timer", sprich eine einfache externe Stopuhr (Digitimer, Eieruhr) ja ein preiswerter Kompromiss. So kann man die Bezugsdauer von ca. 25 sec. gut timen und dennoch bei leicht ausreissenden Parametern noch manuell eingreifen.
Damit wären wir bei den "Nebenkosten". Festwasseranschluss, Wasserfilter und die vielen Kleinigkeiten (siehe oben) können sich ganz schnell zu 300 Euro und mehr summieren. Da sollte man sich nix vormachen und das zeitig im Budget berücksichtigen.
Genauer ausgeführt findest Du die Themen natürlich wieder in der Kaffee-Wiki, weil die Grundfragen immer wieder die selben sind. Da wurdest Du ja schon mehrfach drauf hingewiesen.
3. wenn ecm nur optisch ansprechender, da Chrom, dann nicht.
ECM ist nicht bei allen hier beliebt, weil manche den Eindruck haben, dass die Qualität bezogen auf den Preis doch nicht so ganz der überzogenen Aussage des heftigen Marketings entspricht. Das Marketing-Blabla find ich jetzt prinzipiell nicht so schlimm, das gehört heute wohl dazu um sich im Markt zu profilieren, aber einfach mal andersrum gesagt: Die Qualität der ECM-Maschinen ist sicherhochwertig, da mecker ich gar nicht rum, aber für den Preis könnte man bei guter Recherche (und da bist Du ja gerade dabei) anderswo auch ein wenig "mehr" bekommen.
der wieder gerad erstmal n Espresso aus dem Vollautomaten nehmen muss
Also nach den ersten 2-3 Wochen, bis man das neue Equipment einigermaßen im Griff hat, waren wir hier heilfroh über den Umstieg. Bei dem Aufwand, den wir schon am Vollautomat trieben, bis ein halbwegs brauchbarer Cappu produziert war, erschien uns der Bezugsvorgang am Siebträger und dem Milchschäumen mit Dampf letztlich nicht nennenswert aufwändiger und der Bedienungsprozess machte deutlich mehr Freude. Und das Resultat in der Tasse war schon sehr früh unvergleichlich schmackhafter...
"Kaffee ist das, was Erwachsene nach dem Aufstehen trinken müssen, um wieder zu Menschen zu werden. "
Kees van der Westen Speedster - Mazzer Mini E/B (SJ Mahlscheiben) - HG One - Shot-Y (Self-Made Shot-Timer)
Tidaka: Boardtamper, Tampercube, VST Siebe (LM1 und 17g), Einfülltrichter, Milchkännchen
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