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Pavoni Europiccola mit zwei Heizstufen?
Hallo aus Österreich an die Community. Ich habe mir vor wenigen Tagen via internet eine Pavoni Europiccola ersteigert und vorab in Eurem forum gestöbert und mitbekommen dass es wohl einige zeit brauchen wird bis ich einen vernünftigen Espresso zustande bringe. Auch die Bedienungsanleitung habe ich mir aus dem Internet herunter geladen, muss aber leider feststellen, dass meine irgendwie anders ist. So habe ich leider nicht das Lämpchen unter dem Netzschalter das mir angeben sollte ob der Druck erreicht ist. Stattdessen habe ich dort einen zwei Stufen Heizschalter. Auf Stufe 1 wird das Wasser zwar heiss, aber nie heiss genug um genügend Druck aufzubauen. Auf Stufe zwei geht es zwar rasend schnell, allerdings beginnt meine Pavoni dann auch unmittelbar über das Überdruckventil abzublasen. Hab ich mir da einen verbastelten Mist ersteigert
würde mich freuen wenn Ihr mir weiterhelfen könnt.
Danke
stefan
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Hallo!
Ich habe genau das gleiche Problem: Europiccola, ebenfalls ersteigert, Anleitung aus dem Netz und dieselbe Schalter-Problematik. Auch meine Maschine dampft (und tropft zuweilen), sobald aufgeheizt, heftig aus dem Überdruckventil. Ich habe vor einiger Zeit alle Dichtungen ausgewechselt und die Maschine geflissentlich gereinigt und bilde mir ein, dass es seit dem ein kleines bißchen besser ist... Trotzdem würde auch mich brennend interessieren, ob das bei diesen Geräten "normal" ist und wenn nicht, was man dagegen unternehmen kann!
Vielen Dank schonmal & herzliche Grüße an alle Liebhaber des guten Geschmacks!
franka
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Nun ja,
da sich sonst keiner meldet, mache ich das mal, obwohl ich eigentlich so'n altes Teil noch nie gesehen habe.
Die zweischalterigen Pavonis sind wirklich alte Teile. Damals hat man wohl noch keinen Pressostaten eingebaut, sondern die Temperatursteuerung über diese zwei Heizstufen geregelt. Es soll auch alte Europiccolas geben, die weder Pressostat noch zwei Heizstufen haben. Zum Funktionsverständnis sicher hilfreich ist der Artikel im kaffeewiki. Der stammt zwar auch von mir von daher sind die Überlegungen, die ich hier nun anstelle auch nur rein theoretischer Natur:
Zwei Temperaturstufen bedeutet bestimmt, dass die eine für Espresso und die andere für Dampf vorgesehen ist. Frage ist nur, ob ein Thermostat verbaut ist, oder ob es wie bei der genannten ungesteuerten Bauweise es dem Anwender überlassen ist, das Timing zu übernehmen. Aufschluss hierüber kann, wenn kein Wissender greifbar ist, nur über Aufschauben und verfolgen der Kabelwege herausgefunden werden. Ist also eine Möglichkeit der Stromunterbrechung zwischen Schalter und Heizspirale gegeben? (Kabel geht vom Schalter igendwo an den Boiler (Thermostat) und dann nochmal in den Boiler (Heizspirale))? Wenn nicht, ist manuelles Timing angesagt, was ich stark vermute. Dann ist die Maschine so gebaut, dass die Heizstufe I über einen Widerstand gedrosselt ist und bei der Stufe II nicht mehr. Der konstruierende Ingenieur geht davon aus, dass der verbaute Widerstand die Temperatur schon so begrenzt, wie es für Espresso gut ist. Wenn der Heizstab älter oder verkalkt ist, heizt er nicht mehr so wie in den jungen Jahren. Sprich ist heute zu kalt. Die andere Heizstufe ist dann bestimmt ungedrosselt und heizt bis dass das Überdruckventil pfeift.
Das sind die theoretische Überlegungen. Kennen tue ich nur die neueren Handhebel, die nur eine per Pressostat geregelte Temperatur haben. Das ist bei euren Modellen augenscheinlich nicht der Fall.
Was tun? Option a) ist das Teil wieder dahin zurückbringen, wo ihr's auch herhabt: Entweder direkt an die Quelle oder ein anderes unschuldiges Opfer verhökern. (Vielleicht sind ja deshalb immer so viele - immer dieselben - Pavonis im Angebot??) Option b) ist damit zu leben und einen Meister im Temperatursurfen abzulegen: Aufheizen mit Stufe I und dann für eine konstante Zeit auf II umschalten, bevor ihr den Espresso zieht. Klappt zuverlässig natürlich nur mit Stoppuhr und immer derselben Wassermenge im Boiler. Also viel üben. 
Jetzt, wo ich mein Geschriebsel nochmal Revue passieren lasse, fällt mir's auf. Ich hatte nie so grosse Probleme ordentlichen Espresso aus meinem Handhebel zu bekommen. Ich musste ja, Pressostat sei Dank, die Temperatur auch nicht erahnen. Und ein paar Minuten längere Stillstandszeit hat den Espresso auch nicht sofort für den Ausguss qualifiziert. Wenn man aber gezwungen ist, mit der Stoppuhr neben der Maschine zu stehen, ist das natürlich eine ganz andere Sache: Hier wird's zur Herausforderung ordentlichen Espresso zu brauen. Vielleicht ist darin das alte Vorurteil begründet, dass man mit Handhebeln nicht zuverlässig Espresso machen kann. Könnte ich dann natürlich verstehen - es ist ja nichts einfacher als altbekanntes Wissen wieder erneut herauszuposaunen. Für die neueren Modelle mit Pressostat trifft das dann nur noch entschärft zu - das hat dann aber noch keiner der Posaunisten mitbekommen, weil die alten Texte immer noch greifbar sind und es somit schon eine Volksweisheit ist. Dinge werden für mich klarer verständlich....
Ich hoffe mal, dass ich euch ein bisschen geholfen habe,
Goglo
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Vielen Dank für die Info!
goglo Deine ausführungen waren sehr informativ und haben mir auch geholfen. mittlerweile schaffe ich es mit meinem abablasenden teil sogar einen vernünftigen kaffee zu produzieren. Meinst du dass es sich auszahlen würde nachträglich einen pressostaten einzubauen?
liebe grüße aus kärnten
stefan
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