Der beste Tipp ist wohl: Solange du es nicht subjektiv für nötig hältst, lass die Temperaturspiele bleiben, da es doch etwas mehr Aufwand erfordert.
Falls du irgendwann noch mehr aus deiner Rancilio herausholen willst und auf konstante Ergebnisse hinarbeitest, dann kommst du an Temperature Surfing nicht vorbei. Es gibt sehr viele unterschiedliche sekundengenaue Anleitungen, aber ich bezweifle, dass die sich verallgemeinern lassen. Vor allem, weil Rancilio scheinbar gerne an den Parametern der Silvia herumschraubt. Leider nicht immer zum besten: Aktuelle Modelle sind oft zu kalt eingestellt.
Am besten ist natürlich die Messung mit einem Thermometer, aber man kann sich auch sensorisch herantasten. Jetzt zum groben Ablauf:
1. Warten, bis die Boiler-Kontrolleuchte anspringt. Das kann man durch Ablassen von Heißwasser auch beschleunigen. Ich nutze letzteres z.b. zum Vorwärmen der Tassen.
2. Mahlen, tampern, ST einsetzen, Tassen drunter.
3. Wenn die Lampe erlischt, kannst du Beziehen. Die zu diesem Zeitpunkt anliegende Temperatur wird von der Silvia angeblich gut gehalten. Da es kurz nach Deaktivierung der Heizelemente ist, erreicht die Kesseltemperatur durch das Nachglühen der Heizung zu diesem Zeitpunkt ihr Maximum. Wie anfangs erwähnt scheint mir das fbei aktuellen Modellen für erstrebenswert.
Wenn die sensorischen Anzeichen auf "zu heiß" hindeuten, musst du bereits beziehen, BEVOR die Lampe ausgeht. Wenn sie zu kalt ist, was bei mir bei einigen Kaffeesorten der Fall ist, kannst du dir mit der Dampftaste behelfen: Vorgehen wie oben, dann die Dampftaste betätigen, ca. 10-20 Sekunden warten und erst dann beziehen. Während des Bezuges kannst du sie gedrückt lassen. Danach unbedingt wieder ausschalten, sonst nix gut 
Falls es nach dem Bezug beim Durchspülen der Brühgruppe nur so aus dem Siebträger spratzelt, war es wohl zu heiß.
Gruß
La Cimbali Junior -- Rancilio Silvia -- Demoka 203
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