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  1. #1
    DierdreDipstick ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard Oscar - keine Leerbezüge nötig?

    Hallo,

    ich schaue mich gerade nach einer neuen Maschine um und es wird wohl eine Oscar werden. Eine Frage hätte ich da noch an die Oscar-Besitzer. Ich habe jetzt mehrfach auf alt.coffee gelesen, daß die Maschine nie überhitze und man daher auch keine Leerbezüge brauche. Wenn ich mir den Thermosiphonkreislauf der Oscar anschaue, erscheint das auch einigermaßen erklärbar (siehe unten). Der Leerbezug dient ja dazu, Wasser, das im Wärmetauscher stand und dort überhitzt ist aus dem System zu befördern um dann schnell danach korrekte Temperaturverhältnisse beim Bezug zu bekommen. Bei dem Thermosiphon-Kreis steht aber kein Wasser im Kreis. Wenn das korrekt ausgelegt ist, wird das Wasser im Thermosiphon umgewälzt und hat nur recht geringe Temperaturunterschiede. Bei dem Betrachten des Hydraulischen Schaubilds drängt sich mir die Frage auf: Wie stellt Nuova Simonelli eigentlich sicher, daß die Pumpe das Wasser beim Bezug durch den Wärmetauscher schickt und nicht durch den Thermosiphon-Rücklauf?
    Ich meine, in dem oberen Zulauf zum Brühkopf sogar eine Drossel entdecken zu können. Wird es vielleicht sogar bewußt vermieden, das Wasser durch den HX zu schicken?

    Wie ist das mit den Leerbezügen. Braucht man sie bei der Oscar wirklich? Bei Bezzi und Livia scheinen sie ein Muss zu sein.

    Gruß, Andreas




    Nuova Simonelli Oscar - Mignon MCF
    Ein Video von Oscar gibt es hier
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  2. #2
    graceland ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard

    Die Notwendigkeit zum Leerbezug ist abhängig von der Stillstandszeit, gefühlsmäßig überhitzt die Bezzi schneller als die Oscar, aber ab einem gewissen Zeitpunkt kommt man auch bei der Oscar nicht drumrum.
    Da die Oscar eine größere Wassermenge fördert bei Leerbezug als die Bezzi erscheint der Leerbezug bei der Oscar kürzer, hab's aber noch nicht vergleichenderweise gemessen ... bevor ich mich jedesmal gedanklich mit der Frage beschäftige, mache ich jetzt einen Leerbezug oder nicht und wenn dann wie lange etc. ... mache ich einfach immer einen und fertig.

    Gruß
    Ulli

  3. #3
    mcblubb ist offline Erfahrener Benutzer
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    Interessant der Schaltplan.

    Anhand des Schaltplans kann ich mir auch nicht vorstellen, wie das Wasser durch den Thermosyphon "gezwungen" werden soll (was allerdings - konstante Temperatur im genzen Kreis vorausgesetzt - nicht notwendig ist).

    Vielmehr stelt sich mir die Frage, ob ein solches System, dass ja auf freier Konvektion basiert, wirklich gut funktioniert.

    Oder macht man das ganze nur, um ein paar Euros für zusätzliche Ventile zu sparen?

    Wer sich mal die Kühlsysteme von alten Autos (Vorkriegsmodelle) anschaut und die Verrohrung mit modernen Systemen vergleicht, weiß was ich meine. Vorm "Krieg" benutzte man auch Systeme, die auf dem System der freien Konvektion basierten. Die "Wasserpumpe" kam erst später.

    Um aber ein wenig Strömung zu generieren musste man sehr große Rohrdurchmesser einbauen...


    Gruß

    Gerd
    Dummheit ist, wenn man jeden Tag das Gleiche tut aber neue Ergebnisse erwartet.

    LM GS/3 + ASTORIA AEP1 (Büro) LIVIA 90 (davor) + BRASILIA America 2gr. + La Pavoni Mignon + LSM 85-16 M Practical Metronic (ex Projekt)
    Demoka 203 + Mazzer SJ + Mazzer Mini M
    I-Roast

  4. #4
    hfaust ist offline Erfahrener Benutzer
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    Hallo Andreas,

    bei meiner Oscar können schon mal 15 min zwischen zwei Bezügen liegen ohne dass es signifikante Unterschiede im Geschmack (aufgrund unterschiedlicher Temperaturen) gibt. Wenn bei meiner Grimac (E61-Klon) nach 15 min Leerlauf einen Espresso ziehe, kommt ein verbranntes, ungeniessbares Getränk raus. Bei längerem Stillstand braucht die Oscar aber auch einen Leerbezug.

    Ich halte es da wie graceland: vor jedem Bezug einen Leerbezug (reinigt auch die Dusche); dann muss ich nicht weiter drüber nachdenken.

    Viele Grüße
    Hari
    DallaCorte Mini / Grimac ten / Mini Grimac / Brasilia Lady / Pavoni Espresso Plus, Casadio Instantaneo / Nuova Simonelli Grinta / Rancilio Rocky D / Ascaso imini / Solis 167

  5. #5
    DierdreDipstick ist offline Erfahrener Benutzer
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    Aber es muss ja schon fast so sein, daß das Brühwasser durch den HX geschickt wird, da das andere Rohr ja sehr schnell leerlaufen würde, da das Expansionsventil der Oscar (11) ja bekanntlich Heißwasser von der Gruppe abzweigt. Daher fließt soviel Wasser durch den HX wie die Pumpe bei 9 bar fördern kann. Vielleicht ist es ja durch geschicktes Design von (4) gelöst (siehe Schema oben).

    Aber scheinbar ist die Oscar zumindest unempfindlicher gegenüber Überhitzung als andere Maschinen.

    Das bestärkt mich in meiner Annahme, daß sie technisch eine hervorragende Maschine ist.

    Gruß, Andreas
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  6. #6
    haemmi ist offline Erfahrener Benutzer
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    Zitat Zitat von DierdreDipstick
    ... da das Expansionsventil der Oscar (11) ja bekanntlich Heißwasser von der Gruppe abzweigt. Daher fließt soviel Wasser durch den HX wie die Pumpe bei 9 bar fördern kann. Vielleicht ist es ja durch geschicktes Design von (4) gelöst (siehe Schema oben).
    Ist das wirklich so, daß Heißwasser abgezweigt wird? Es heißt ja, das Expansionsventil der Oscar sei nicht einstellbar und diene ausschließlich zu Begrenzung des Expansionsdruckes im Wärmetauscher (das sind dann nur ein paar Tropfen). Vielleicht würde auch sonst das Wasser während des Bezugs zu kalt. Ich vermute mal, daß es auf ca. 15 bar ausgelegt ist.

    Jedenfalls hat es in den USA mal einen Bausatz für die Oscar für all die gegeben, die den Pumpendruck auf 9 bar begrenzen wollten. Der bestand aus einem zusätzlichen Expansionsventil, das aber in den Kaltwasserbereich eingeschleift wurde.

    Dieselbe Frage, wie bei einem Thermosyphon erreicht wird, daß das gepumpte Wasser tatsächlich durch den Wärmetauscher geführt wird, habe ich mir auch schon einmal gestellt. Daß das Rückschlagventil (4) dabei eine Rolle spielt, kann ich mir jedoch nicht so recht vorstellen. Ich selber habe aber auch keine plausible Antwort.

    Gruß, Andreas

  7. #7
    graceland ist offline Erfahrener Benutzer
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    Zitat Zitat von haemmi
    Ist das wirklich so, daß Heißwasser abgezweigt wird?
    Ja, ist so.

    Zitat Zitat von haemmi
    Es heißt ja, das Expansionsventil der Oscar sei nicht einstellbar und diene ausschließlich zu Begrenzung des Expansionsdruckes im Wärmetauscher (das sind dann nur ein paar Tropfen).
    Mag sein, dass manche es so sagen, Tatsache ist, dass es sich regulieren lässt.

    Zitat Zitat von haemmi
    Ich vermute mal, daß es auf ca. 15 bar ausgelegt ist.
    Wie kommst du zu dieser Vermutung?

    Gruß
    Ulli

  8. #8
    haemmi ist offline Erfahrener Benutzer
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    Das bedeutet aber bei einem Druck von 9 bar, daß bei einem Bezug ca. 150 ml durch den Wärmetauscher laufen und davon fast 90 bis 120ml in die Abtropfschale. Hätte ich nicht gedacht.

    Die 15 bar war nur aus der Erfahrung (nicht mit der Oscar), daß die Herrsteller vom Werk aus die Expansionsventile offensichtlich so einstellen, daß bei Blindsiebeinsatz da, wenn überhaupt, nur ein paar Tropfen rauskommen aber niemals 300 ml/min bei 9 bar.

    Gruß, Andreas

  9. #9
    DierdreDipstick ist offline Erfahrener Benutzer
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    Im hydraulischen Schaltbild findet sich das Bauteil (4), der "Verteiler Kaltwasser" laut ExpressoXXL (07300363):




    Sollte dieses Ventil so ähnlich aussehen, wie auf dem folgenden Schema zu sehen ist, könnte es den Weg von der Pumpe zum HX öffnen und gleichzeitig den Rückfluss von der Gruppe sperren.



    Gruß, Andreas
    Nuova Simonelli Oscar - Mignon MCF
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  10. #10
    graceland ist offline Erfahrener Benutzer
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    Hi Andreas,

    Zitat Zitat von haemmi
    Das bedeutet aber bei einem Druck von 9 bar, daß bei einem Bezug ca. 150 ml durch den Wärmetauscher laufen und davon fast 90 bis 120ml in die Abtropfschale. Hätte ich nicht gedacht.
    Hab ich mal aus nem alten Beitrag von mir rauskopiert, damals gings um die 'Leistungsfähigkeit' des Expansionsventil ... (du erinnerst dich vielleicht ...)

    "Espressobezug mit Oscar
    - Bezugszeitraum: 25 sec
    - Ergebniss: 25ml Espresso + 35ml Wasser aus dem Exp.-Ventil

    Blindsiebbezug mit Oscar
    - Bezugszeitraum: 25 sec
    - Ergebniss: 0ml Espresso + 40ml Wasser aus dem Exp.-Ventil"

    Also umgerechnet auf Minuten bzw. 60 sec heißt das:
    60ml/min Espresso + 84ml/min Wasser aus Exp.-Ventil = 144ml/min durch den WT.
    Wobei mein Exp.-Ventil eher auf 10-11bar eingestellt ist als auf 9bar.

    Zitat Zitat von haemmi
    Die 15 bar war nur aus der Erfahrung (nicht mit der Oscar), daß die Herrsteller vom Werk aus die Expansionsventile offensichtlich so einstellen, daß bei Blindsiebeinsatz da, wenn überhaupt, nur ein paar Tropfen rauskommen aber niemals 300 ml/min bei 9 bar.
    Hat ich von Oscarbesitzern hier im Forum auch schon so gelesen: Ab Werk zugeknallt auf 15bar, aber eben auch änderbar. Aber wie kommst du auf 300ml? Hier noch ein Zitat aus dem gleich alten Beitrag wie o.g., bezogen auf die Oscar:

    "Jim Schulman: "Anhand der Wassermenge, die bei Blindsiebbezug über das Exp.-Ventil abgeleitet werden, lässt sich der im System herrschende Druck ermitteln. Bei einem Druck von 8.5 - 9.5 bar fallen 2-2.5 ounces in 25 sec (144 - 180 ml/min) an." "

    Gruß
    Ulli

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