Hallo Kaffeenetzler, Bin seit Weihnachten im Besitz einer Graef ES 90 mit Kaffeemühle CM 80. Warum ich mich für die ES 90 entschieden habe, weiß ich im Nachhinein nicht mehr so genau. Eine Rolle haben sicher gespielt der ausführliche Erfahrungsbericht von ergojuer hier im Forum, der Preis von 562 Euro für die Kombi Maschine/Mühle und einige nette Funktionen wie Dosierautomatik und doppelter Thermoblock. Nach einigen Anfangsproblemen (den Rüssel der Mühle habe ich zuerst verkehrt herum aufgesetzt, aber mit Gebrauchsanweisung kann ja jeder), klappt es inzwischen recht gut, Espresso und Cappuccino zu machen. Ich habe den viel gehörten Ratschlag hier, mit dem Zweiersieb zu beginnen, in den Wind geschlagen. Da ich hauptsächlich einzelne Espressi zubereiten möchte, wollte ich von Anfang an mit dem Sieb üben, das ich dafür benötige. Vorher hatte ich eine Nespresso-Maschine und der Kapselpreis war der Grund (oder die Entschuldigung) warum ich auf eine Siebträgermaschine umgestiegen bin. Der Espresso schmeckt jetzt wesentlich besser, allerdings hält sich die Geldersparnis doch in Grenzen. Es gelingt mir nicht, einen Espresso mit weniger als 10 g Kaffee zuzubereiten. Das sind pro Tasse 22 Cent bei einem gemittelten Preis von 5,50 Euro für die 250 g-Packung. Der Rest der Differenz zu den 35 Cent für die Nespresso-Kapsel geht wahrscheinlich drauf durch das Kaffeemehl das neben der Mühle landet oder beim Reinigen derselben verloren geht und weil's einfach besser schmeckt und man dadurch mehr Kaffee trinkt. Milchaufschäumen habe ich mit der Anleitung im Kaffeewiki sehr schnell gelernt. Am Anfang kam nur Milch in die Tasse und blieb der Schaum im Kännchen. Andere Maschinen mögen mehr Dampf geben, aber mit der Graef habe ich innerhalb von 20 Sekunden Schaum für einen großen Cappucino (ca. 200 ml Tasse). Ich benutze hierfür allerdings eine kleinere Kanne als die die der Graef beiliegt. Dampftemperatur und Pumprhythmus habe ich unverändert gelassen. Hier noch einige Vor-, Nachteile und andere Gesichtspunkte zur ES 90: - Die Heißwasserdüse ist völlig unbrauchbar. Das Füllen einer Tasse dauert ewig und geschieht mit solchem Druck, dass das Wasser wieder aus der Tasse heraus spritzt. Da andere Geräte in dieser Preisklasse auch keine Heiswasserausgabe haben, empfinde ich das nicht als Nachteil. Die Düse hätte Graef/Sunbeam allerdings genausogut weglassen können. - Einer der Gründe, warum ich mich für die ES-90 entschieden habe, war die schnelle Aufheizzeit. Im Nachhinein warte ich jetzt doch meistens 15 bis 20 Minuten, bis auch der Siebträger heiß ist. Dann spare ich mir den Leerbezug und gibt es weniger Sauerei. Ein Leerbezug weckt mir auch die Nachbarn auf und lässt die Tasse auf dem Abtropfblech tanzen. - Das Einersieb ist zu groß. Man bekommt ohne Probleme 14 g Kaffee hinein, was dann mehr einen doppelten Ristretto als einen einfachen Espresso ergibt. Ich bin noch auf der Suche nach einem Alternativ-Sieb. Allerdings war der Rundgang bei den Händlern hier in Amsterdam bisher erfolglos. - Die Warmhalteplatte ist ein Witz, da die Tassen höchstens handwarm werden. Ich weiß nicht ob das bei anderen Maschinen anders ist.