Für alle, die das für eine blöde Frage halten. Sicher, das ist es. Aber trotzdem. Von einem Wiener Schnitzel dürfen wir erwarten, dass es laienhaft formuliert, beidseitig paniertes Kalbfleisch ist, das in einer Pfanne gebraten wird. Nicht etwa, frittiert oder Schweinefleisch oder gar nicht paniert. Eigentlich ist es verboten, wenn etwas anderes als Wiener Schnitzel auf der Speisekarte steht. Dann finden sich gerne Formulierungen wie Schnitzel „Wiener Art“.
Wie verhält es sich da mit Espresso? Man sollte denken, da es zumindest in Italien eine Norm gibt und Barista Meisterschaften Standards setzen, dass es sich ähnlich verhält. Espresso ist ein Getränk ist mit 7 g Röstkaffee (ggf. speziell geröstet und gemischt), 25 ml Wasser und 25 sec. Durchlaufzeit bei einer Wassertemperatur von 88 °C in einer Maschine bei 9 bar Druck zubereitet.
Alles andere ist ein Getränk auf Kaffeebasis mit einer Espressomaschine zubereitet?
Bei meinem Besuch in London ist mir eine Kette aufgefallen, die sich rühmt alle Getränke mit Double Shots zu machen. Ob das nötig ist um einen schwachen Espresso aufzuhübschen oder eine Marketing Idee, damit der Kunde glaubt etwas geschenkt zu bekommen, ist mir nicht deutlich geworden. Immerhin hatte ich den Eindruck, dass die Leute wussten, dass sie sich damit vom Standard entfernen und boten immerhin an auf Nachfrage auch normale Shots zu liefern.
Die Frage, die sich mir aufdrängt ist, vergleichen wir hier manchmal die richtigen Dinge. Ein Cappuccino mit einem Doppel Shot ist dann eben auch kein Cappuccino mehr, weil Espresso Basis und Milch verschoben ist.
Und zurück zum Wiener Schnitzel, ist es dem Barista erlaubt, jedes Getränk aus der Espresso Maschine als Espresso bzw. Cappuccino zu deklarieren, egal welche Zusammensetzung es hat?
Gruß Jutta


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